Suchtklinik oder Psychosomatische Klinik

  • Hallo erstmal. Ich bin neu hier und möchte kurz mein Problem schildern.


    Ich trinke seit mehr als 20 Jahren Alkohol, mal mehr mal weniger, manchmal gar nicht.


    Ich bin alleinerziehende Mutter und momentan arbeitslos. Vermutlich hat auch der Alkohol etwas damit zu tun. Um mich herum weiß keiner, dass ich zuviel trinke. Ich trinke immer nur abends wenn mein Kind schläft. Dann werden das manchmal bis zu 2 Liter Wein...


    Ich schäme mich unendlich dafür, aber ich weiß nicht mehr weiter. Ohne habe ich Angst. Ich schwitze und zittere dann.


    Leider schaffe ich meinen Alltag kaum noch und habe meine Ärztin gebeten, mich in eine psychosomatische Klinik zu überweisen. Je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer bin ich, ob meine Depressionen nun vom Alkohol oder der Alkohol durch die Depressionen kommen.


    Wäre es nciht besser, erst in eine Suchtklinik zu gehen? Das Problem ist halt mein Kind. Ich kann ja nicht wochenlang weg. Gibt es auch Kliniken, die sowohl Depressionen als auch Sucht behandeln?


    Vielleicht könnt Ihr mir einen Rat geben?

  • Hi FrauMüller.


    Ich finde klasse das du in eine Klinik willst und das in Angriff nehmen... Daher kann ich verstehen,das du unsicher bist in was für eine Klinik du gehen willst.


    Ich denke am Ende kannst das nur du und am besten auch dein Arzt (sofern der von der alkoholsache weiß) entscheiden.
    Wenn der Alkohol schon soweit zur sucht geworden ist, das man erstmal "entgiften" oder eben einen alkoholentzug machen muss rein gesundheitlich, dann ist eine Klinik für Entzug wohl erstmal eine gute Sache. Ich Denk du verstehst was ich meine :-)


    Rauszufinden was erst da war, Alkohol oder Depressionen, wäre eine gute Sache, die der Entscheidung sicher helfen würde.
    Vielleicht kannst du mal in dich gehen, wann das alles anfing etc etc und dadurch dem ganzen etwas auf die Schliche kommen, was nun erst war.


    Bei Kliniken für psychosomatische problemchen (wie eben auch Depressionen) gibt es durchaus welche bei denen man sein Kind mitnehmen kann, das weiß ich Grade weil mir das oft passiert ist... Als Kind mit meiner Mutter meine ich.
    Ob das natürlich perfekt ist, sei jedem selbst überlassen.
    Aber auch da gibt es Möglichkeiten. Vielleicht Familie. Oma Opa etc, aber auch da tendiere ich dazu das mit dem behandelnden Arzt im Vertrauen abzusprechen. Zur Not auch die Ansprechpartner der Klinik in die du gehen magst einfach ins Boot holen, die kennen sic mit solchen kleinen großen Problemen schon aus und haben lösungswege.


    Ob ich nun wirklich geholfen habe, weiß ich auch nicht, aber mir war s ein Anliegen zu Antworten.


    :-) alles liebe
    Diebin

    drei normale Brötchen,
    und zwei verrückte, Bitte!


    :de:

  • Hallo Frau Müller,


    für mich hörst du dich schon so an, als ob du tatsächlich ein Suchtproblem mit dem Alkohol hast. Und ich finds sehr gut, dass du das selbst erkennst und nicht verharmlost!


    Ich hab Frauen kennen gelernt, die wie du Probleme psychischer Natur hatten (Depressionen, Borderline) und gleichzeitig Alkoholikerin waren. Sie haben psychosomatische Therapien gemacht, aber irgendwann war klar, dass die Suchterkrankung an sich behandlungsbedürftig war (was bisher vernachlässigt wurde, weil diese Frauen ihr Suchtproblem bzw. den Alkoholkonsum den Ärzten gegenüber nie deutlich geschildert hatten).


    Was ich sagen will: Solange du weiterhin deiner Sucht fröhnst, wirst du deine psych. Probleme nicht in den Griff kriegen. Das hab ich in den letzten Jahren in den 2 Sucht-Selbsthilfegruppen, die ich besuche (bzw. besucht hab) immer wieder erfahren müssen, und meine Hausärztin hat das z.B. auch gesagt. Ich glaub, das ist ganz klar: Suchtverhalten (egal welche Sucht) verschlimmert die diversen psych. Probleme, die man hat. Bzw. verhindert, dass diese psych. Problem sich bessern können.


    Zitat

    ob meine Depressionen nun vom Alkohol oder der Alkohol durch die Depressionen kommen.


    Ich denk es ist oft so: Zuerst ist da die Depression (mehr oder weniger ausgeprägt), dann fängt die Sucht an, womit die Depression zuerstmal irgendwie erträglicher wird, und dann schlägt die Depression irgendwann aber wieder richtig zu und verschlimmert sich zunehmend.


    Oft ist es so, dass die Depression "von alleine" besser wird, wenn man seine Sucht behandelt und sein Suchtmittel dauerhaft weglässt. Man gewöhnt sich (im besten Fall) einen anderen Lebensstil an, lernt einen besseren Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt und das hat dann zur Folge, dass die Depressionen besser werden. Evtl. kann man im klaren Kopf aber auch eine Psychotherapie machen, wo die Depression behandelt wird.


    Die Unterbringung von deinem Kind ist ein Problem. Aber lässt sich da nicht irgendwie eine Lösung finden? Du solltest bedenken, dass es auch für dein Kind ein sehr sehr großer Gewinn ist, wenn seine Mutter wieder auf den Beinen steht! Bzw. andersrum: Dein Kind wird wahrscheinlich mehr unter einer dauerhaft trinkenden psych. kranken Mutter leiden, als es leiden wird, wenn es für 3-4 Monate "irgendwo" anders untergebracht sein muss?


    Zitat

    Wäre es nciht besser, erst in eine Suchtklinik zu gehen?


    Definitiv: Ja!


    Zitat

    Gibt es auch Kliniken, die sowohl Depressionen als auch Sucht behandeln?


    Soweit ich weiß, gilt in Kliniken grundsätzlich, dass zuerst die Sucht und dann die anderen psych. Erkrankungen behandelt werden. Trotzdem wird bei einer "Entwöhnungsbehandlung" im allgemeinen immer auch auf die anderen psych. Probleme eingegangen, mehr oder weniger intensiv. (ich hab selbst vor Jahren so eine Entwöhnungsbehandlung/ Sucht-Langzeittherapie gemacht und zwar in einer psychosomatischen Fachklinik, die eine Extra-Abteilung für Suchterkrankung hat; und da hatte ich auch Behandlungen, d.h. Gruppensitzungen, in der psychosomatischen Abteilung, wo es z.B. um die Essstörung ging)


    Ich finds toll, dass du deine Sucht nicht ignorierst und nach Lösungen suchst!! Mach weiter so, informier dich über Möglichkeiten, nimm Hilfe in Anspruch und bleib am Ball! Es lohnt sich!


    Liebe Grüße
    echt

  • Hallo Frau Müller
    Die Adula Klimik kenne ich nicht persönlich.
    Nur aus dem, was so im Netz zu finden ist.
    Da gibt es einmal die offizielle Webseite, und auch genug Einträge in Bewertungsseiten, wobei ich da eher vorsichtig bin, weil man eher negative Erlebnisse bewertet als positive.
    Aber, es wurde schon genannt, eine psychosomatische Fachklinik setzt normalerweise eine Suchtfreiheit vorraus.
    Also wäre ees eher angezeigt, sich nach solch einer Klinik umzuschauen. Die psychosomatische Klinik läuft Dir ja nicht weg, kann man ja sehr gut an die Suchttherapie dranhängen.
    Viele Grüe
    dunge

  • Bei mir wurde vor einer psychotherapeutischen Behandlung eine 6 monatige Abstinenz verlangt.Gut, das war wegen der Traumas, aber suchtfrei und stabil solltest Du schon sein wenn Du an die Psyche ran willst.


    LG Siegfried

  • ich kann die ahg klinik in dormagen und die klinik in visbek empfehlen.


    wie siehts denn bei dir aus? suchst du immernoch eine klinik?

  • Leider schaffe ich meinen Alltag kaum noch und habe meine Ärztin gebeten, mich in eine psychosomatische Klinik zu überweisen. Je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer bin ich, ob meine Depressionen nun vom Alkohol oder der Alkohol durch die Depressionen kommen.

    Aber genau das sollte doch deine behandelnde Ärztin am besten einschätzen können. Ich glaube, in den meisten Psychosomatischen Kliniken wirst du mit deiner Alkohol-Problematik "anecken".

    Ich zitiere: "Bei den meisten Kliniken besteht die grundsätzliche Empfehlung, während der stationären bzw. tagesstationären Behandlung keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Der Konsum von Drogen widerspricht grundsätzlich einer psychosomatischen Krankenhausbehandlung und erfordert im Abhängigkeitsfall andere Therapiemaßnahmen." Quelle: Klinikfinder

  • anitah du zitierst einen Beitrag aus 2013, ich denke das erübrigt sich :7:

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)