Oxycodon

  • Hallo, ich habe mal eine Frage. Wie schnell wird man von Oxycodon abhängig? Ich muß wegen starker Schmerzen täglich 5 mg Oxycodon nehmen. Und habe Angst, davon abhängig zu werden. Ist es schwer, das nach der Behandlung wieder auszuschleichen? Und wielange kann man das bedenkenlos nehmen?

  • Hallo, ich habe mal eine Frage. Wie schnell wird man von Oxycodon abhängig? Ich muß wegen starker Schmerzen täglich 5 mg Oxycodon nehmen. Und habe Angst, davon abhängig zu werden. Ist es schwer, das nach der Behandlung wieder auszuschleichen? Und wielange kann man das bedenkenlos nehmen?

    Oxycodon ist echtes Teufelszeug. Ich habs vor drei Jahren nach einer schweren Operation bekommen. Mir war das auch zu unheimlich, nachdem ich mich im Internet darüber schlau gemacht habe. Ich habe es nach fünf Tagen eigenhändig abgesetzt und da waren schon deutliche "Entzugserscheinungen" wie zittern, schwitzen etc. zu merken.

  • Leider bin ich inzwischen abhängig. Durch das Oxycodon sind auch meine starken Ängste weg, gegen die keine Psychopharmaka mehr helfen und auch seelisch geht es mir viel besser. Ich habe es eine ganze Weile nur bei Bedarf genommen, bei Panikattacken oder Krisen und zwischendurch immer ein paar Tage ohne. Bis ich es immer öfter brauchte und schließlich jeden Tag. Ich halte es keinen Tag ohne mehr aus, weil ich dann furchtbare Angstzustände oder Panik bekomme. Ich bin jetzt bei 1 bis 2 mal 5mg am Tag. Ich habe meiner Ärztin alles gebeichtet und da ich keine Kraft habe, es abzusetzen und mich auch nicht in die Klinik traue, hat sie gesagt, ich könnte es erstmal so nehmen, unter ärztlicher Kontrolle, aber auf keinen Fall die Dosis erhöhen. Glücklich bin ich damit nicht, aber ich habe zuviel Angst davor, abzusetzen, weil ich Angst vor der Angst habe. Und es tut so gut, endlich mal ohne Ängste zu leben und sich wohl zuführen. Ich weiß, es wird auf Dauer nicht gutgehen, und das macht mir auch Sorgen.

  • Schreibst du hier von deiner Hausärztin?

    Um ehrlich zu sein, im Grunde finde ich es gut dass nicht umgehend und ohne weitere Überlegung abgesetzt werden muss.

    Aber das gilt wirklich nur für kurze Zeit!!


    Es sollte jedenfalls ein guter Facharzt hinzugezogen werden, dir muss einfach klar sein, deine Ängste werden aktuell nur "überdeckt" und sind nicht weg.

    Dabei sollte bedacht werden, nicht warten bis es zu spät ist, es sollte zeitnah eine Lösung gesucht werden.

    Ohne therapeutische Hilfe wird es eher nicht klappen, vlt setzt du dich mal mit Schmerztherapie auseinander ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Ja, es wird auch ein Schmerztherapeut hinzugezogen und dann wahrscheinlich auf ein anderes Medikament umgestellt, das auch morphinhaltig ist, aber retasitiert und nicht so extrem abhängig machen soll, so daß man die Dosis nicht steigern muß und das kann ich dann längerfristig nehmen. Wie es heißt, habe ich leider vergessen, aber so hat meine Hausärztin mir das gestern erklärt.

  • Hey Skyla,


    wie ist es bei dir weitergegangen?
    Ich kenne Schmerztherapeuten die fachlich auf ihrem Gebiet der Hammer sind aber leider menschlich meist auf voller Länge versagen... Grad bei solchen langwierigen Therapien und Mischdiagnosen (in deinem Fall mit der Angststörung) lohnt es sich über den Tellerrand hinaus zu schauen und 2 oder sogar 3 Ärzte zu besuchen um den Richtigen "Partner" für die lange Zeit zu finden.
    Ich merke es grade nach meinem Tramal Entzug das ich wieder eigene Mechanismen zur Stressbewältigung entwickeln muss. Je länger du das Oxycodon gegen deine Ängste verwendest desto schwieriger wird es sein wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Bleib drann und lass dich nicht unterkriegen :top:

  • Hallo, ich nehme jetzt seit gestern Morphanton, 10mg Retard , morgens und abends. Das soll gegen die Entzugserscheinungen, gegen Schmerzen und auch gegen die Angst wirken. Ich habe heute morgen die 2te genommen und fühle mich gut. Oxycodon nehme ich nicht mehr. Bis jetzt habe ich auch keinen richtigen Suchtdruck, aber zwischendurch immer wieder das Gefühl, ich würde gerne eine Oxycodon nehmen, wegen dem guten Gefühl, das ich vermisse. Bis jetzt ist es aber ok und ich halte durch.

  • Ich nehme ja jetzt seit ein paar Tagen Morphanton und komme damit ganz gut klar. Nur schaffe ich es leider nicht völlig ohne Oxycodon. Ich versuche solange durchzuhalten, wie es geht und wenn ich zu unruhig werde und das Gefühl habe, ich halte es nicht mehr aus, dann nehme ich so ca 3 bis 5 mg. Mir fehlt einfach das angenehme Gefühl, das ich von Oxycodon habe und das ich dann völlig angstfrei entspannen kann. Ich versuche aber weiter solange wie möglich durchzuhalten. Das längste waren bisher 36 Stunden. Nicht so viel, ich weiß, aber wenn man bedenkt, dass ich es vorher zweimal am Tag genommen habe, ein Fortschritt.

  • Ich komme mit dem Morphanton alleine nicht klar. Ich bin unruhig und jibbelig und denke ständig an das Oxycodon. Irgendwann nehme ich dann meistens auch ein bißchen, weil ich es nicht mehr aushalte. Sind das nun körperliche Entzugserscheinungen oder ist es alles nur die Psyche? Das dumme ist, dass ich mich auch nur schwer ablenken kann, da ich aufgrund meiner Erkrankung die meiste Zeit zuhause rum sitze. Eigentlich müsste das Morphanton doch die körperlichen Entzugserscheinungen verhindern, oder? Ich nehme ja nebenbei auch Psychopharmaka, die eigentlich die Unruhe dämpfen müssten. Tun sie aber nur für kurze Zeit.

  • Hey skyla,

    wie läufts in der Zwischenzeit bei dir?

    Die Sache mit dem Entzug kann ich nachvollziehen, ist wirklich knallhart, ich bin in der Zwischenzeit über 2 Monate komplett Opioidfrei und habe trotzdem ab und zu Momente in denen die Unruhe zurückkehrt.

    Das hat meines Wissens mehrere Gründe, zum einen die körperlichen, du hast durch den regelmäßigen Konsum die Produktion und Verteilung von Hormonen (Adrenalin > Unruhe und Melatonin > Schlafsteuerung um zwei zu nennen) aus der Bahn geworfen, bis sich diese einpendelt kann es bei langfristigem Opiodkonsum schon mal bis zu 2 Monate oder länger dauern. Dadruch das du mit einem anderen Stoff "substituiert" wirst sollte dies den Entzug eigentlich dämpfen... wobei ich hierzu sagen kann das alle Oxy Abuser die ich in meinem Job so treffe wirklich kaput sind, Oxy ist wirklich teufelszeug. Ich denke das kann man sich vorstellen wie eine Diät, du hast bis jetzt die geilen Burger und die Schokolade gekriegt... jetzt kriegst du Gemüse und Obst, ist gesund und gut für dich, macht aber bei weitem nicht so viel Spaß.

    Zum anderen der psychische Aspekt, deine Angstsötung aussen vor gelassen und hier spreche ich auch wieder aus Erfahrung aus meinem Entzug, muss man sich wieder "Mechaniken" (steh grad aufm Schlauch) entwickeln um aufregende oder beängstigende Situationen ohne Pillen zu bewältigen. Wenn ich zu meiner Tramalzeit Streit z.B. mit meiner Freundin hatte dann gabs 200mg und 30 - 60 Minuten später war die Welt wieder vollkommen in Ordnung und das für bis zu 12 h, dann die nächste Dosis und so weiter. Sprich man Verarbeitet die Aufregung gar nicht für sich selbst sondern verschiebt es nur hinter das Opioid. Und ich denke ähnlich wird es bei dir sein. Vielleicht kann dir eine Psychotherapie weiterhelfen? Ich habe die Kraft für meinen Entzug aus meinem Alltag gezogen auf den ich sehr stolz bin. Wie sieht es bei dir mit Familie und Lebensgefährtin/en aus die dir helfen können?

    Bis hierhin kann ich dir leider nur sagen: zieh durch! es ist es echt wert!

    Grüße Winter

  • Hallo Winter, ich denke, meine Hormone sind schon lange durcheinander durch meine psychische Krankheit und die ganzen Psychopharmaka, die ich nehmen muss. Ich bin alleine und habe keine Familie. Ich habe eine gute Freundin, die aber mit dem Thema überfordert ist. Im Moment läuft es so, dass ich tagsüber mit dem Morphanton auskomme, aber abends nehme ich öfter meine 5 mg Oxycodon. Ich habe auch schon an einigen Tagen ohne geschafft, aber das fühlt sich fad und leer an und ich sehne mich dann danach, mich wieder gut zu fühlen. Dazu kommt ja, dass es mir schon seit Jahren dauerhaft schlecht geht wegen meiner Ängste und Depressionen. Ein Therapienplatz zu finden ist schwer. Und Klinik kommt für mich nicht in Frage. Da war ich auch schon als.

  • Was am schwersten für mich auszuhalten ist, ist die Leere, die in mir entsteht und dann wird das Verlangen nach Oxy immer stärker. Und bei Angst oder Panikattaken nehme ich es auch. Ich möchte am liebsten immer schlafen und benebelt sein. Ich kann mich selbst und meine Situation nur schwer aushalten. Das man dabei die Probleme nur verschiebt und nicht lösen kann, weiß ich auch. Ich denke, ich werde mich zumindest um einen ambulanten Therapienplatz bemühen. Das Problem ist, im Grunde will ich gar nicht vom Oxy los kommen, sondern es bei Bedarf nehmen. Aber das funktioniert nicht, da ich das Verlangen jeden Tag habe. Das ist echt Mist.

  • Ich habe nochmal eine andere Frage. Angenommen, ich komme wegen einer anderen Erkrankung in die Klinik. Dürfen die mir dann das Morphanton gegen meinen Willen entziehen oder bekomme ich dort auch weiterhin die Dosis, die meine Ärztin mir verschrieben hat.

  • Hallo Skyla,

    hier mal ein kleiner Tipp für dich wegen deiner Angststörung...

    Es gibt ein Buch von Klaus Bernhardt, was mir sehr sehr sehr doll geholfen hat, denn ich habe auch über 10 Jahre lang unter Angststörungen gelitten!

    Wenn du dich gerne mal mit mir austauschen möchtest, schreib mir einfach, vielleicht hilft es dir ja, denn mir geht es wieder richtig gut!


    Ganz liebe Grüße und viel Erfolg!

  • Danke für den Tipp. Die Ängste sind ja nicht mein einziges Problem. Ich habe seit Jahren auch schwere Depressionen und körperliche Probleme, so daß ein normales Leben schon lange nicht mehr möglich ist. Trotzdem würde es mich interessieren, wie das Buch heißt.

  • Hallo, mittlerweile bin ich wieder ausschließlich bei Oxycodon gelandet. Ein paar Monate hat es mir endlich den Frieden und die Angstfreiheit geschenkt, die ich solange entbehrt habe. Ich bin jetzt bei 15mg morgens und abends. Leider habe ich jetzt aber eine Toleranz entwickelt und es wirkt kaum noch. Noch höher gehen mit der Dosis möchte ich nicht, aber absetzen auch auf keinen Fall. Ich bin nicht wirklich glücklich damit, suche auch nach einem ambulanten Therapieplatz. Ich traue mir selber nicht und befürchte, dass ich irgendwann doch steigern würde, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Scheinbar gibt es wirklich kein Medikament, das mir hilft. Psychopharmaka habe ich ja auch schon viele durch. Nichts hilft wirklich. Auch eine stationäre Therapie vor ein paar Jahren hat nicht wirklich den Erfolg gebracht. (da war ich noch nicht abhängig) Der Leidensdruck ist einfach zu groß, als das ich es ohne Medis aushalten könnte.

  • Hast du denn überhaupt Schmerzen, die die Einnahme von Opioiden rechtfertigen?


    Auf jeden Fall haben Opioide eine abschirmende Wirkung. Meiner Meinung nach ist es ein ärzlicher Fehler gewesen, jemandem mit Angststörung und Abschirmungsbedürfnis ein so stark euphorisierendes Opioid wie ausgerechnet Oxycodon zu geben. Wobei die anderen natürlich auch euphorisieren, Morphin usw.

    Und dann auch noch zu sagen, ja du kannst es erstmal weiternehmen als Offlabeluse gegen deine Ängste und gegen die Entzugserscheinungen.


    Du züchtest dir gerade eine Opiatabhängigkeit, ruck zuck bist du 5 - 10 Jahre druff, und in der Zeit immer in Watte gepackt, abständig, immer unfrei, immer Verstopfung, schwitzen, nach Rezepten und Medikamenten rennen, planerisch unfrei, immer Gefahr der Dosissteigerung, wenn man kleinere Medikamentenmengen da hat, usw.


    Natürlich geht das auch, und klar ist die abschirmende Wirkung offensichtlich sehr erwünscht.


    Nur dich entwickeln, heilen kannst du in dieser Bedröhnung vermutlich nicht. Wobei ich auch nicht behaupte, das das ohne Opiode zwingend oder quasi "automatisch" passiert. Von wegen, natürlich ist das Aufwand, lästig, und man kriegt auch nicht alles behoben, aber vielleicht gemildert.


    Dass du die Dosis steigern willst, um die Wirkung des Anfangs zu erhalten, wird sowohl von dir selbst beschrieben, wie es absehbar und Suchtmerkmal ist.


    Letztendlich ist das Kind längst in den Brunnen gefallen, weil du auf den Geschmack gekommen bist.


    Ich frage mich, was die Ärzte treiben, und sage es nochmal: Du bist auf dem solidesten Weg, Langzeitabhängig zu werden.


    In der Substitution gibt man weniger euphorisierende Opioide. Obwohl man da natürlich auch noch "Wohlgefühl" und abschirmende Wirkung hat.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

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