Diazepam Entzug und kein Ende in Sicht

  • Ich habe letztes Jahr im Mai angefangen Diazepam nach 20 Jahren Abhängigkeit auszuschleichen. Das Diazepam wurde von 40mg im Mai, auf Null bis Mitte November ausgeschlichen. Das ausschleichen an sich war sehr unangenehm, was aber dann passiert ist, so ca. 4 Wochen nachdem ich auf Null war, damit hätte ich nicht gerechnet, ich dachte eine Zeitlang ich wär schwer krank weil ich mir nicht vorstellen könnte das es vom Entzug kommt. Mittlerweile geht es ein bisschen besser, die Symptome verändern sich aber immer ein bisschen. Die Ärzte mit denen ich zu tun habe scheinen keinen Plan von der Materie zu haben, könnt ihr mir sagen wie lange das noch weiter geht? Ich weiß das es von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, aber ein " spätestens" oder " ca" würde mir schon reichen.

  • Ich hab zum Glück mit Benzodiazepinen keine Erfahrungen, die bis zur körperlichen Abhängigkeit gegangen wären. Trotzdem:


    Wenn man sein ganzes Leben als Erwachsener auf Valium war, zwei Jahrzehnte lang, dann hast du dich an den neuen Zustand ja gerade erst angefangen anzupassen, in drei Monaten. Das Zeug ist ja nicht viel mehr als gerade erst aus deinem Körper draussen.


    Benzos wirken:

    - körperlich muskelentspannend

    - psychisch angstlösend

    - schlaffördernd


    Also müßte man regelrecht erwarten, dass du jetzt ein zittriges, zuckendes, labiles, ängstliches und ruheloses Nervenbündel bist.


    Außerdem hattenn wir damals was genommen, um irgendwelche Nöte zu bearbeiten (zu verdrängen). Vergleichbares kommt jetzt vermutlich wieder hoch, und wir stehen neu vor der Herausforderung, irgendwie damit klar zu kommen.


    Ohne Benzodiazepinentzug zu kennen würde ich sagen, zieh kein größeres Zwischenfazit, bevor du nicht mal insgesamt ein Jahr clean gewesen bist.


    Einen großen Teil deiner jetzigen Sorgen. schätz ich, wirst du unter die Füße kriegen. Aber sicher wirst du dazu auch irgendwelche Maßnahmen treffen müssen, die dir selber sinnvoll vorkommen. Als Beispiel jetzt mal Streßfaktoren vermindern, gute Rituale pflegen für einen guten Schlaf, Hobbys ausleben, soziale Bedürfnisse ausleben, gute Ernährung, vielleicht Hilfe suchen und in anspruch nehmen, und so naheliegende Sachen.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.