• Hallo zusammen. Ich bin Ramona und 50 Jahre alt. 2007 habe ich mir den Fuß gebrochen und nachdem er falsch zusammen gewachsen war verschrieb mir der Arzt Tilidin.

    Nun sind es fast 11 Jahre und ich möchte Tilidin endgültig aus meinem Leben verbannen. Ich habe eine Gesamtdosis von 400-500 mg am Tag genommen und seit ca 2 Monaten habe ich es Woche um Woche runter dosiert auf jetzt 2x 50 mg. Aber ab da fingen die Probleme an. Ich schlafe nicht mehr richtig...eigentlich kaum noch.Ich bin total am Ende meiner Kräfte, total schlapp,schlaff und völlig fertig mit mir.Ich habe dann mehrfach versucht die Tabletten so einzunehmen das ich einschlafen kann denn die unruhigen Beine kommen ja auch noch dazu. Ich habe aber im Moment mit den Beinen nicht mehr so schlimme Probleme aber mir fehlt der Schlaf. Letzte Woche habe ich 1 Tablette hoggar Night genommen und war am nächsten Tag völlig verpeilt...also habe ich sie gleich wieder entsorgt. Ich war auch beim Arzt....Ich soll die Dosierung erst einmal so beibehalten und im Moment mache ich das auch. Mehr will er mir nicht helfen

    Ich würde gerne von euch erfahren wie ihr damit klar gekommen seid und was für Tipps ihr für mich habt damit ich wieder auf die Beine kommen kann. 11 Jahre sind eine lange Zeit aber was denkt ihr wie lange geht es mir noch so schlecht?

    Ich würde mich freuen wenn ihr mir weiterhelfen könnt.

    Danke und LG von Ramona

  • Servus Ramona,


    erschreckend, wenn ein Arzt solch eine gravierende Aussage trifft ...

    Was genau hat er denn gesagt?


    Ohne Schlaf kann Niemand leben, das macht wirklich verrückt.

    Aber nun zu Schlafmittel greifen ist sicher nicht die Lösung!!

    Also ist der Rat deines Arztes schon richtig, vlt sogar geringfügig wieder erhöhen - halte ich persönlich besser als zusätzliche Medikamente ;)


    Du solltest nochmal mit deinem Arzt sprechen, er muss dich unterstützen oder an einen Profi überweisen. Das kann z.B. ein Schmerztherapeut sein.

    Um ein besser zu dosierendes Absetzen zu ermöglichen, könnten Tropfen eingesetzt werden - so kann man kleinere Schritte gehen.

    Leider gibt es Ärzte die sich davor scheuen, weil für die Tropfen ein BTMG-Rezept nötig ist.

    Wenn es aber mit den retardierten Tabletten keine Probleme gab, also Medikamentenmissbrauch, dann sollte dein Arzt keine Probleme mit Tropfen haben.


    Ansonsten wie immer beim Abdosieren - viel Sport (angepasst an deine körperliche Verfassung - kein Leistungssport), frische Luft und gesundes Essen sowie viel trinken!!

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo Franz.... herzlichen Dank für deine Antwort. Ich versuche alles zu beantworten. Als erstes die Frage nach dem Arzt. Da muss ich erst die Sache mit dem medikamentenmißbrauch beantworten. Ich habe oft Tilidin genommen wie es mir passte. Eine Zeitlang habe ich auch Tropfen genommen und das tat ich wie ich lustig war. Ich habe es oft übertrieben und war ganz schön durch den Wind. Offizielle Dosierung war 3x 100/8 am Tag. Also ganz klar.....daran habe ich mich nicht gehalten. Das ich jetzt da stehe wo ich stehe ist ganz klar meine schuld. Ich muss da jetzt durch. Die Frage warum Ich Das so genommen habe würde ich dir sicher erzählen,führt aber jetzt zu weit und gehört nicht hierher. Als ich jetzt den Arzt aufsuchte war er der Meinung das ich nicht abhängig bin und er sieht keinen Handlungsbedarf. Er meinte er will mich nicht in eine schlaftablettenabhängigkeit treiben. Also muss ich sehen wie ich klar komme. Der Witz dabei ist das er der Meinung war ich soll doch gleich auch einen nikotinentzug machen.....wenn ich doch einmal dabei bin.......ausserdem hat er mir die Tabletten vorgezählt und gemeint das ich doch gar nicht so viele Tabletten von ihm bekommen habe. Da ich ehrlich bin habe ich ihm...auch nicht ganz ohne Wut....gesagt das man als Abhängiger schon weiß wie man an die Tabletten kommt.Ich kann von ihm also keine Hilfe erwarten.

    Momentan leide ich noch unter einem ziemlich schmerzhaften fersensporn der mit einer Strahlentherapie behandelt wird....ich kann also kaum laufen. Sport fällt im Moment aus. Allerdings habe ich aber auch eine gute Nachricht. Seit letzter Woche habe ich in der letzten Nacht endlich mal wieder ein paar Stunden schlafen können. Ich bin total Happy. Die Dosierung habe ich auch nicht weiter reduziert. Ich hoffe es geht erst einmal so weiter. Aber trotzdem würde ich mich freuen von euch zu hören....denn viel Unterstützung habe ich nicht.

    LG von Ramona

  • Ich bin total Happy. Die Dosierung habe ich auch nicht weiter reduziert.

    Vollkommen richtig. Du hast vorher eine Stufe der Abdosierung sicher zu schnell genommen. So bleiben, und dann langsam reduzieren. Einmal die Woche reduzieren ist gut. Aber demnächst, wenn es dennweiter runter gehen soll, nicht etwa von 100 auf 75 mg am Tag reduzieren, sondern von 100 auf 90 mg.


    Wenn gerade eine Krankheit mit Schmerzen vorliegt, dann ist es vielleicht nicht clever, überhaupt zu reduzieren. Kann man machen, kann man evtl. auch nach der Heilung machen.


    Dass das Vertrauen vom Arzt jetzt gestört ist, aus dem Schuh der Verantwortlichkeit kommst du natürlich nicht raus. Jedenfalls nicht ganz. Aber das hast du scheinbar auch schon selbst eingesehen. Zumal ein Hausarzt mit sowas auch nicht so erfahren ist, sondern vielleicht sogar Voreingenommenheiten haben kann.


    Warum du mehr genommen hast, ich denke auch gar nicht, dass du dich dafür hier verantworten musst (was du ja auch sagst, nicht tun zu wollen). Schon gar nicht rechtfertigen. Das erwartet hier auch bestimmt keiner. Aber die Konsequenzen trägst halt sowieso du.


    Jedenfalls hast du schon viel geschafft, jetzt auf eine kleinere Dosis abzudosieren. Das ist eine bessere Basis.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Die Frage warum Ich Das so genommen habe

    Dabei gehts mir nur um zu verstehen, ob ein medizinischer Grund vorlag - z.B. größere Schmerzen.

    So kann man natürlich eher verstehen ...


    Wenn du bestrahlt wirst, was sagen diese Ärzte zu den Medikamenten?

    Ganz ehrlich, was so manche Ärzte von sich geben, da stellt es einem die Haare auf - aber wundern tu ich mich schon lange nicht mehr.

    Ich würde dir einen Arztwechsel nahelegen, zumindest eine Überweisung zum Schmerztherapeuten.


    Abhängig ist man doch ganz klar, wenn man Medikamente einnimmt und darauf angewiesen ist - also z.B. Entzug verspürt.

    Süchtig ist dann eine ganz andere Definition!

    Genauso ist ein ambulanter Mehrfachentzug nicht zu empfehlen, klinisch ja, aber nicht allein und zu Hause ...

    Wenn ein Kiffer das Rauchen gleichzeitig aufhört, dann lässt sich das eher erklären.

    Ich glaub aber kaum, dass dich das Rauchen triggert und dein Entzug maßgeblich gestört wird.


    Wie geschrieben, ich rate dringend zu einem Schmerztherapeuten, offensichtlich geht es (im Moment) doch gar nicht ohne Schmerzmittel.


    Also bitte, keine zusätzlichen Medis und einen Spezialisten hinzuziehen :)

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo,


    ich finde es auch wichtig, zu unterscheiden zwischen Abhängigkeit und Sucht. Abhängig ist man von allem, was man nicht einfach weglassen kann - streng genommen auch von Blutdruckmitteln und Insulin bei Diabetes.


    Süchtig ist man dann, wenn man immer wieder mehr oder weiter etwas nimmt oder tut, ohne die Kontrolle über die Menge oder Zeit oder Handlung zu behalten; das ist dann der sogenannte Kontrollverlust, der Sucht regelrecht kennzeichnet.


    Bei Medikamenten ist oft die Hoffnung hinderlich, es könne sich durch das Aufstocken der Menge oder das Umsteigen auf ein anderes etwas zum Positiven hin ändern. Stattdessen gerät der Organismus und der Hirnstoffwechsel mit jeder Dosiserhöhung oder jedem neuen Medikament nur immer mehr aus dem Lot, und der Weg der Entwöhnung kann immer schwieriger werden.


    Ich bin wirklich froh, rechtzeitig "wachgeworden" zu sein, was meine Medikamentenabhängigkeit angeht.


    Alles Gute.

    Pearl

  • Hallo Ramona!


    Wie ist es Dir in der Zwischenzeit ergangen?

    Seit Mai...


    Ich bin ebenfalls 50 Jahre alt und nehme inzwischen 3 x täglich 100/8mg Tilidin.

    Angefangen hat es vor 3 Jahren mit Rückenschmerzen... Bandscheibenvorfall und Muskelschmerzen in den Beinen.

    Mit 2 x 50/4mg kam ich klar... im 1. halben Jahr! Die Schmerzen waren aber so stark, dass ich ohne Schmerzmittel nicht stehen und nachts nicht schlafen konnte.

    Heute komme ich mit der Dosis 3 x 100/8mg relativ gut zurecht.

    Mein Hausarzt will mir das Medikament aber nicht weiter verordnen und ich habe auch seit einiger Zeit Angst vor einer eventuellen Abhängigkeit.

    Denn ohne komme ich nicht schmerzfrei durch den Tag. Ich weiß nicht was ich in Zukunft machen soll!?


    Liebe Ramona, warst Du inzwischen erfolgreich?

    Viele Grüße

    Mariella

  • Servus Mariella ,


    erstelle doch bitte ein eigenes Thema, dann kann man einfacher antworten und es vermischen sich nicht zig Themen ...


    LG Franz

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)