Tavor Entzug und Nachwirkungen über Monate

  • Hey zusammen,


    Ich wollte mal hören ( lesen) pb es hier Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gibt. Im Jahr 1999 habe ich Tavor als Medikament der Wahl nach einer traumatischen Erfahrung bekommen und seitdem bis zum August 2017 nicht mehr losgeworden.


    Letztes Jahr habe ich dann beschlossen, dass ich es entziehen will und habe es schrittweise entzogen ( letzte Dosis nur noch Krümelchen im März diesen Jahres) . Es war streckenweise ziemlich schlimm aber ich habs durch gehalten.


    Mein eigentlches Problem ist die Isolation. Die Kinder sind jetzt aus dem Haus und während des Tavorkonsums habe ich keinen Kontakt zu jemandem gesucht. Jetzt erdrückt mich die Einsamkeit fast und es gibt Tage da schaffe ich es überhaupt nicht aus den Haus. Jetzt frage ich mich ob die Langzeiteinnahme auch irgendwie eine Schädigung meiner Sozialfähigkeiten bewirkt hat oder ob ich es einfach nur nicht mehr jann——auf Menschen zufehen meine ichX(gibt es hier jemanden mit ähnlichen Erfahrungen.


    Geena:wink:

  • Servus Geena,


    Respekt für das Absetzen, sicher eine sehr harte Angelegenheit, aber du hast es soweit ja mal gepackt :)


    Wie nach jedem Entzug, folgt danach die dauerhafte Entwöhnung und da komme ich gleich zur ersten Frage.

    Du schreibst ja von einem Trauma, hast du dieses auch therapeutisch abgearbeitet?


    Natürlich können solche Stoffe, seien es nun Drogen oder Medikamente, in eine Isolation führen.

    Ob nun schon generell unterschwellig diese Probleme bestanden haben, so oder so, Benzos lösen das ja nicht - die übertünchen die Probleme, daher ja auch die Frage wegen erfolgter Therapie.

    Zum Anderen verlernt und "schädigt" man seine Sozialfähigkeiten, man braucht ja oft keine anderen Menschen, wenn man sich im Nebel solcher Stoffe befindet.


    Therapeutisch könnte man in Richtung soziales Kompetenztraining ansetzen, aber auch eine Selbsthilfegruppe wäre da ein probates Mittel.

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Danke Franz, für deine Antwort. Du hast wahrscheinlich Recht mit der Vermutung, dass der Hang zur Isolation wahrscheinlich schon früher bestand und von TAvor nur in rosa Wölkchen verpackt wurde.


    Ich habe bei uns leider keine Selbsthilfegruppe zu dem Thema gefunden.


    Vielleicht hast du da eine Idee?

  • Ich war selbst mal Benzo-süchtig. Etwas Schlimmeres als diesen Entzug gibt es mMn nicht. Es ist die Hölle auf Erden.


    Gegen Soziale Phobie helfen Dir zunächst Antidepressiva, nämlich explizit Paroxetin, Escitalopram oder Sertralin. Die machen i.G. zu Benzos nicht abhängig und helfen schon nach einigen Wochen spürbar. Wenn es Dir besser geht, solltest Du Dir unbedingt einen Psychotherapeuten "besorgen". Du wirst sehen, es wird besser, die Krankheit haben viele. Feste Strukturen sind gut und wichtig. Du hast doch bestimmt noch Freunde von früher. Sprich/ruf sie an, und erzähle ihnen, wie es Dir geht und ob Ihr mal häufiger telefonieren wollt für den Anfang, und später könnt Ihr Euch treffen. Soziale Kontakte sind so wichtig!


    Die Medikamente solltest Du nicht einfach absetzen, wenn es Dir besser geht. Die Nebenwirkungen sind unterschiedlich, manche haben gar nichts, andere spüren etwas. sie verändern NICHT die Persönlichkeit, sondern sorgen dafür, dass Deine Hirnchemie wieder normal arbeitet. Ich persönlich würde Dir Escitalopram empfehlen. Da steht schon im Beipackzettel, wofür bzw. wogegen es ist:


    "Escitalopram und wird angewendet zur Behandlung von depressiven Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) und Angststörungen (wie Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, sozialer Angststörung, generalisierter Angststörung und Zwang

    störung)"

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    Gute Besserung! Robert