Cannabisentzug, Depressive Stimmung und schlechtes Gewissen

  • Hi Benji,


    Du solltest dir einen anderen Therapeuten suchen. Meiner erkennt die Kifferei absolut an und sieht darin einen Grund für meine Stimmungslage. In meinem speziellen Fall kommt dazu dass ich gegen Ende meiner Kiffer-Phase offensichtlich Probleme betäubt habe (Trennung von der Ex, Lebenssituation etc). Er sagt mir auch immer wieder dass Ich mich mit dem Kiffen selbst therapiert habe und jetzt wo meine Therapie nicht mehr da ist, muss meine Psyche wieder lernen mit Problemen umzugehen. So viel dazu, wegen der Stimmungsschwankungen würde ich mir keine weiteren Sorgen machen an deiner Stelle, die sind auch bei mir vorhanden. Man muss sich selbst Zeit geben, denn logischerweise wird es dir nicht von heute auf morgen wieder gut gehen, sondern du machst einen Prozess durch der eben langwierig sein kann.

  • Puh ich nochmal 😔😔


    Also diese nacht war der Horror ich habe 2 Stunden geschlafen und danach nur gegrübelt, kann ich noch lieben? Trenn ich mich von meiner freundin?

    Du bist jetzt recht eindeutig nicht in der Verfassung solche weitreichenden Entscheidungen zu treffen. Nicht mal ansatzweise.


    Du bist voll im Stress, und in deinem Kopf muss was zur Ruhe kommen.


    Es geht auch nicht nur um dich, schon gar nicht "nur" um deine (aktuell drastisch schwankenden) Stimmungen, sondern du bist auch eine Beziehung eingegangen und trägst auch schon Verantwortung für den Verbleib deiner Freundin. Wenigstens eine fundierte Abwägung (mit wieder klarem Kopf) und eine reife und nachvollziehbare Entscheidung solltest du ihr schon schulden.


    Beim Absetzen von Drogen trifft man immer wieder auf den Punkt Frustrationstoleranz. Du hast es meiner Einschätzung nach nötig, etliche Runden in der Waschmaschine deiner durcheinandergewürfelten und schief erweckten Gefühle zu drehen. Nach einigen Runden lernst du dich besser kennen, und ich erwarte, dass die Spitzen von ihrer Bedrohlichkeit verlieren. Versuch still zu halten, und dich mit allen gebotenen und nützlichen Mitteln zu schützen, so gut es geht.


    Also Sachen machen, die dir erwiesenermaßen gegen Grübeln helfen. Setz dich auf's Fahrrad, lass deine Wut raus, setz dich ans Meer, geh im Sturm raus (nicht unter Bäumen), Lies, wenn du kannst. Schau Filme. Iss gut. Geh schwimmen. Besuch vertraute Personen, bei denen du dich sicher fühlst, vielleicht Großeltern.


    Ich finde die Ausschläge bei dir auch schon relativ heftig. Gerade für die überschaubare konsumierte Menge. Ich denke du bist sensibel. Wobei täglich schon krass ist.


    Meiner Meinung nach wirst du es überleben. Steh zu der Unruhe, die du jetzt verspürst. Versuch, dich auch mal auszuhalten. Versuch, deine Impulse zu hinterfragen und auch nicht immer als ultimative Wahrheit anzusehen. Viele (verbogene oder unreife) Impulse und Gefühle können uns auch mal täuschen und in die Irre treiben.


    Besonders im Entzug. Es wird besser. Aber versuch dafür auch alles zu tun, was Sinn macht. Du kannst dich meiner Meinung nach auch bei einem Psychiater vorstellen, möglicherweise kann es ein klein wenig helfen, was dämpfendes probeweise verschreiben zu lassen, oder ein Antidepressivum mit schlafanstoßender Wirkung. Muss nicht sein, geht oft auch ohne, könnte evtl. als kleine Krücke ein bissel helfen.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hey Leute erstmal danke!


    Es ist halt alles ein wenig unwirklich, habe gestern mit meiner Freundin gesprochen über Fehler die ich gemacht habe, das hat ihr natürlich Mega weh getan und mir auch, gebracht hat es aber nicht viel! Nun kommen mir die nächsten Gedanken ob ich ihr oder noch jmd unrecht getan habe und das klären muss, dabei kommen mir die komischten Gedanken.

    Also es ist auszuhalten Vorallem abends, mit den drehen der Gedanken hast du denke ich recht. Denn so öfter ich drüber Sprecher desto klarer wird mir manches das verschwindet dann aber gefühlt über Nacht!


    Bin schon am überlegen ob meine Freundin jetzt besser dran wäre ohne mich und ob ich erst dann wieder „neu“ anfangen kann.


    Mir ging es halt vor dem kiffen so gut und ich war immer gut drauf wirklich immer, dieses Gefühl war in den letzten 4 Wochen echt selten. Naja das nach 4 Wochen noch nicht alles raus sein kann verstehe ich natürlich auch, Aber die Geduld ist echt schwer

  • Wenn es in deinem aktuellen Zustand nicht viel gebraucht hat außer Aufwühlung, irgendwelche alten Fehler zu beichten, dann unterlass es besser, jetzt noch irgendwo mit mehr Geständnissen aufzuschlagen.


    Finde doch erst Mal wieder eine stabile Form deiner Selbst wieder. Du hast jetzt jahrelang eine psychoaktive Substanz konsumiert, die Botenstoffe des Gehirns imitiert. Die natürlich vorkommenden Botenstoffe im Gehirn in ihrer korrekten Anwesenheit steuern in feinen Gleichgewichten dein Denken, Emfinden, deine Emotionen.


    Du bist super in Unordnung. Dein Gehirn hat sich erstmal zu heilen von der Störung. Durchlebe dieses schwer auszuhaltende Chaos. Was sollst du sonst machen? Du kannst gar nichts anderes machen.


    Wenn dein Gehirn abgeheilt ist, dann solltest du dich erstmal selber finden, also rausfinden, wer du bist. Und auch sein willst. Und was du machen solltest. Danach erst ist es Zeit Bilanz zu ziehen über Beziehungen. Und Korrekturen vorzunehmen.


    Aber leider brauchst du Zeit, Kraft, Taktik, um jetzt durchzukommen. Du brauchst etwas, das in der Lage ist dich zu stützen, falls du dich nicht selber stützen kannst.


    Dich zu regenerieren ist Arbeit. Da braucht man sich nichts vorzumachen. Das ist etwas anderes, als sich einen Joint anzuzünden und sich einnebeln zu lassen. Da ist Aktivität gefordert. Versuch und Irrtum. Denken. Handeln. Vielleicht auch Kämpfen.


    Natrülich hast du trotzdem nur begrenzte Kapazitäten, und musst haushalten, dich auf geeignete Weise erholen. Das hast du sicher dringend nötig.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Auch von mir Danke Strider für deine Beiträge. Hilft auf jeden Fall.

    Was mich aber ein wenig beunruhigt, ist dass du gesagt hast dass in Benjis Fall die Schwankungen inzwischen ungewöhnlich sind. Wie ich bereits erwähnt hab, fühle ich mich sehr ähnlich wie er und bei mir ist die 11. Woche angebrochen. Die letzte Woche habe ich gefühlt einen ziemlichen Rückschlag erlitten aber mir immer wieder gesagt dass solche Schwankungen normal sind, nach dem Motto “bevor es besser wird, wird es nochmal schlechter“. Was hältst du davon?

  • So will ich das nicht gemeint haben, dass Schwankungen schlimm oder unnormal sind. Ich hab recht drastische Stimmungsschwankungen auch so. Mein letzter Konsum liegt 8 oder 9 Jahre zurück.


    Aber er schrieb, dass er im Monat 4 Gramm konsumiert hat. Für die konsumierte Menge finde ich den Entzug schon heftig. Das ist aber keine fundierte Meinung, nur ein Eindruck. Letztendlich, gerade wenn man täglich raucht, auch wenn es nur eine kleine Menge ist, dann ist es schon eine große Beeinflussung für das Gehirn.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Oha neun Jahre nach deinem letzten Konsum immer noch Stimmungsschwankungen? Wie lange hast du denn konsumiert?

    Bei mir waren es monatlich etwa 8-10 Gramm und tatsächlich auch täglicher Gebrauch über ein Jahr.

  • Echte lange Kiffphasen mit täglich Kiffen hatte ich eher zuletzt vor vielleicht 12 Jahren. Halt weit davor noch jahrelange Abschnitte. Opiate hab ich bis vor 8, 9 Jahren jahrelang täglich konsumiert.


    Stimmungsschwankungen sind einfach normal. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Ich denke bei mir eher mehr.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Danke nochmals für den Austausch!


    Also ich habe heute tatsächlich nochmal mit meiner Freundin gesprochen und es ist vieles hochgekommen, bin jetzt erstmal bei meinen Eltern muss zu mir selber finden und da sie immoment jedes tief meiner stimmungsschwankungen abbekommt ist das falsch denke ich. Ob unsere Beziehung das übersteht weiß ich allerdings nicht.

    Zuerst viel mir eine kleine Last ab, aber jetzt bin ich natürlich verwirrt und auch traurig was da überhaupt passiert ist.


    Habe mich auch schon die ganze Zeit gefragt ob das wirklich der Entzug ist oder diese Last den Entzug vllt verlangsamt oder verschlimmert?!


    Es ist zumindest krass zu sehen was da im Kopf passiert, ich versuche weiter mich zu gedulden. Hoffe es kommt mir jetzt nicht gleich der nächste „zwangsgedanken“ irgendetwas tun zu müssen.


    TheSymbol Hut ab für deine Leistung und thestrider dir natürlich auch! Es ist auch der Wahnsinn gefühlt vergingen diese 4 Wochen wie in zeitlupe

  • Und, wie ist der Stand der Dinge?


    Ich frage mich auch, was dich wegen deiner Freundin so belastet ...

    Was hast du deiner Meinung schlimmes getan?

    Was sagt sie dazu?


    War gestern bei der Therapie

    Das ist nun eine Woche her, wie soll es da weiter gehen?

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)