Sohn (18) dealt und konsumiert Drogen

  • Hi und vielen Dank für die Glückwünsche.

    Ja dramatisch ist es nicht, dass er es vergessen hat. Das ist das kleinste Problem in der ganzen Misere. Heute war er bei seiner Ärztin und hat noch Medikamente gegen das schlechte Schlafen bekommen. Er hat trotzdem Ziele und will mit dem Fachabitur im August anfangen. Ich habe bei der Ärztin gefragt ob er das überhaupt bewältigen kann. Sie meint schon, wenn er sich weiter stabilisiert. Sie denkt auch das der Konsum doch sehr zurück gegangen ist. Es ist für die Gefühle ein hin und her. Bei den Links die du mir gegeben hast sind schon ein paar Sachen dabei die helfen.

    Vielen Dank nochmal.

    Seine Psychotherapeutin will da auch wöchentlich mit ihm arbeiten. Das beginnt jetzt regelmässig für Ihn. Er ist da auch nicht abgeneigt.

    Ich hoffe das die Zeit für ihn eine dauerhafte Abstinenz bringt. Ich werde weiter berichten.


    Bis dahin

    Liebe Grüße

    Cijay

  • Neues Update,


    Gerichtsverhandlung und Bewährung bekommen. Nun könnte er neu starten. Er muß für die nächsten 2 Jahre nachweisen, dass er clean ist sonst steht die Option Gefängnis. Er hat Probleme mit seiner Freundin, weil sie ähnlich geartet ist wie er. Nun sagt er, weil sie was genommen hat musste er auch. Also, wieder Ecstasy um seine Schmerz zu lindern. Er ist hochgradig psychisch erkrankt und ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Alle Pläne sind erstmal auf Eis gelegt. Er muß dringend in den Lanzeitentzug. Das Zeug ist die Hölle. Zum Glück war immer noch kein Crystal dabei. Er bemitleidet sich ohne Ende und meint, ihn will sowieso keiner mehr. Er hat alles verkackt, wie er meint. Er hat es schon zig mal probiert, aufzuhören und es wird nichts. Wir versuchen ihn immer wieder zu motivieren. Es wird bloß von mal zu mal schwerer. Momentan ist die Belastung für die Familie enorm. Die Richterin hätte ihm 6 Monate Entzug auferlegen müssen. Gefängnis würde nichts bringen. Diese Erfahrung wird ihn brechen.


    Danke fürs Lesen

    LG Cijay

  • Ich weiß nicht ob sich da mancher nicht täuscht, Knast ist nicht schön, aber man gewöhnt sich an so ziemlich alles ;)

    Was meinst du warum viele Therapie statt Knast abbrechen und dann doch lieber ne Zeit sitzen?

    Und bitte glaub nicht das es da keine Drogen gäbe, mancher würde sich wundern, was für ein Angebot dort herrscht.


    Natürlich verstehe ich was dein Sohn verspürt, aber das ist ja die kranke Seele und solange ihm das selbst nicht klar wird, kannst du letztlich kaum was machen.

    Man kann sich freuen das er kein Crystal genommen hat, wobei ich meine, das spielt keine Rolle - Ecstasy sind ja auch keine Zuckerbonbons :P


    Geht er noch zur Psychologin?


    Was macht ihr nun?

    Ich meine als Familie und Ehepaar?

    Ich hoffe ihr findet einen Weg, dass ihr den Rest der Familie aus der Sache mal raus nehmen könnt.

    Klar ist das ein gewaltiger Schritt, nur hab ich schon ganze Familien untergehen sehen, da muss man auch mal einen klaren Schritt versuchen - ich schreibe extra versuchen!!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hi,

    zur Psychologin geht er auch zur Psychotherapie geht er auch. Aber die Abstände sind zu groß. Er müsste engmaschig betreut werden. Nächste Woche bekommt er seine Bewährungshelferin. Er bräuchte jemanden der ihn verordnet mit in die Berge zum Auspowern mitnimmt. Ich würde das auch gerne tun, aber ich bin der Vater und das nervt. Viele junge Leute haben Gespräche angeboten. Jetzt hat er einen Ersatz gefunden (BIER).

    Das wird nun die nächste Stufe. Das geht jetzt so seit 1 Tagen. Vorher war das kein Thema. Er sagte es schmeckt mir überhaupt nicht. Naja, wie es halt so ist. Nach einer Weile Gewöhnung schmeckt halt auch das. Wenn ich ihn nur mal 6 Wochen irgendwie entführen könnte sodass sein Körper die Möglichkeit zum klaren Denken bekommt. Die Gerichte bringen da leider nicht viel. Da bekommt ein wirklich erkrankter Mensch Arbeitsstunden und Abstinenznachweis aufgebrummt obwohl man weiß das man Sucht so nicht bekämpfen kann. Da müßten ein 6 Monatsentzug verordnet werden.

    Naja, es ist halt schwer und für ihn sicher auch eine verzweifelte Situation.

    Meine Frau, also seine Stiefmutter ist eine top Stütze. Sie holt mich oft aus manch falschen Denkweisen heraus. Auch seine Mutter ist sehr engagiert, aber mittlerweile auch sehr angeschlagen deswegen. Das Umfeld und Freunde sind sehr hilfsbereit und noch keiner hat irgendwelche Vorwürfe gemacht. Das hilft sehr.

    Ich habe auch den Dominik Forster angeschrieben, welche die Bücher sein ehemaliges Drogenleben geschrieben hat. Da kamen auch sehr hilfreiche Infos.


    Viele Grüße

    Cijay

  • Scheinbar redet ihr ja, sonst würdest ja nix vom Bier wissen :)

    Verstehe ich das richtig, er hat einen Tag Bier getrunken?

    Wenn ja, dann ist das doch noch kein Drama ...


    Bewährungshilfe wird auch nicht engmaschig sein, vermutlich einmal die Woche, langfristig eher weniger.

    Aber die kann zumindest mal das Urteil klar machen, Abstinenz wird ja vermutlich nicht klappen, also wird das Gericht bald wieder eingeschaltet werden.

    Normal dürfte dann aber immer noch Therapie statt Strafe in die engere Auswahl kommen, oder meinst nicht?


    Und so ganz als Vater solltest dich nicht ins Abseits stellen, klar ist man in dem Alter nicht unbedingt der erste Ansprechpartner, dennoch kann man sich anbieten und hoffen.

    Ansonsten ist das Hilfspaket im Umfeld ja großartig, nur wenn es nicht angenommen wird, scheint es nicht helfen zu können - aber dem ist nicht so.

    Allein schon wenn er weiß, im Notfall ist da wer, ist was tolles :)

    Viele haben das nicht!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hi und vielen Dank für Deine Gedanken dazu.

    Völlig richtig wie du das schreibst. Aber zu viel sorgen kann auch erdrücken. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass er Abstand braucht und das radikal. Wir haben mit seiner Zustimmung hier eine geniale 38m2 Wohnung mit Küche für ihn.Warm 310€ .Er soll seit einer Woche bei der Nochmieterin anrufen. Das bekommt er nicht hin. Ich mach´s jetzt wie im Tierreich auf die harte Tour. Ich ruf da jetzt selbst an und zerre ihn mit zum ansehe. Und wenn das halbwegs gut ist, geht er da rein ob er will oder nicht. Vor 14 Tagen war das noch genau das was er wollte. Er ist in dem Aufgang allein, weil dort sonst nur die Wohnungsgenossenschaft ist. Also am WE völlig Ruhe. Im Notfall wären wir ca 1 km entfernt.

    Bier scheint er durchgehend, seit 3 Wochen zu trinken. Das ist jetzt auch noch nicht so das Ding, aber aus Erfahrung ist er bei Dingen die ihn lallig machen, nicht zu Bremsen.

    Die Justiz ist da meines Erachtens völlig daneben. Einem Süchtigen per Befehl zu sagen du hörst auf ist Dilettantismus sonders Gleichen. Dann kann er sich noch aussuchen wo er seine 120 Sozialstunden abarbeitet. Das läuft dann bei uns hier im Jugendhaus wo die ganzen Pappnasen rumhängen. Ich bin wirklich entzückt. Ich hätte, um ihm wirklich zu helfen und dem Staat halbwegs zukünftige Kosten zu ersparen, die 6 Monate Entzug verordnet, Punkt. Apps habe gerade gemerkt, dass ich das so schonmal geschrieben habe. Das beschäftigt mich halt sehr.

    Alle aus der Familie, würden ihn wenn er will, mit offenen Armen aufnehmen und unterstützen. Ich denke er badet aber gerade darin der Badman zu sein. Unglaublich was ein verschobener Geist so alles anstellt um ja nicht "normal" zu werden.

    Und ich lasse mich da noch mit reinziehen. Ich war immer wahnsinnig ausgeglichen und glaube kein so schlechter Vater aber es hat wohl doch nicht gereicht. Das fragen sich sicher viel Eltern.


    LG

    Cijay

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