Trennung vom süchtigen Partner trotz Liebe.. Wie geht das?

  • Hallo zusammen, ich bin ziemlich ratlos, da ich mein Kopf mir sagt, dass ich mich von meinem kokssüchtigen Freund muss. Leider ist mein Herz völlig anderer Meinung und ich weiß nicht wie ich das in Einklang bringen kann. Hat einer eine Idee wie das funktionieren kann? kennt jemand das Problem? Wie kann ich damit umgehen? Vielen Dank schon mal für eure Tipps

  • Vielleicht erzählst du einfach mal etwas genauer was so abgeht ...


    Herz und Kopf sind in solchen Lagen meist unterschiedlicher Meinung :wall:

    Was sagt der Kopf genau?


    Du musst natürlich keine Sucht in Einklang bringen, vielmehr ist dein Freund derjenige der was machen muss.

    Leider ist es mir dieser Droge noch etwas tückischer, aber dazu vllt mehr nach deinen Infos :baby:

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Erstmal vielen Dank für deine Antwort. Mein Freund und ich sind jetzt seit 7 Jahren zusammen. In dieser Zeit hat er nach einem Entzug eine langzeittherapie von 3 Monaten gemacht. Anschließend hat über Rehamaßnahme eine neue Ausbildung begonnen und angeschlossen. Seit 2 Jahren arbeitet er im neuen Beruf und wir sind inzwischen zusammen. Die erste Zeit lief es gut. Seit ca. Einem 1/2 Jahr hat Rückfälle, welche nun 2 wöchentlich sind. ich denke er ist wieder mitten in der sucht. Ich selbst mache seit seinem ersten Entzug auch eine Therapie, damit ich besser für mich sorgen kann. So abgedroschen sich das anhört... ich liebe ihn sehr und habe sehr gehofft eine Zukunft mit haben zu können. Mein Kopf sagt mir, dass dies nicht möglich ist. Das ich mich trennen sollte, um meine eigene Wünsche gefüllen zu können( Familie, Kinder, zuverlässigkein in einer Beziehung). Mein Herz hingegen hängt sehr an ihm und ich möchte mit ihm zusammen sein. Ich wünschte meine Gefühle wären nicht mehr da und suchte nach einer Möglichkeit diese abzuschalten... ich weiß natürlich, dass das eigentlich nicht möglich ist und bin deshalb ziemlich ratlos.vielleicht hast du ja eine Idee bzw. Erfahrungen die mir weiterhelfen.

  • Servus,


    was sagt dein dein Therapeut zu deiner Situation?


    Jemanden zu lieben ist sicher nicht abgedroschen, nur manchmal muss man ehrlich zu sich und der Beziehung sein und eben danach handeln.

    Es wäre zu einfach wenn man meinen würde, mit einem Süchtigen können man keine Beziehung führen ...

    Man muss sich aber bewusst sein, Rückfälle passieren und belasten eben das ganze System - Beziehung, Zukunft und dein ICH!


    Aber man kann die Liebe nicht einfach abstellen, das ist klar, trotzdem sollte die immer mal auf den Prüfstand.

    Wenn die negativen Auswirkungen für dich zu viel werden, wird dir nichts bleiben und du musst eine Trennung trotz damit verbunden Schmerz in Kauf nehmen.


    Leider scheint die Therapie bei deinem nicht zu 100% Erfolg gebracht zu haben, das passiert, aber normal sollte man nach Rückfall wirklich sofort wieder ansetzen und erneut was gegen die Sucht tun.

    Was meint denn er überhaupt zu seinen Rückfällen?

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Inzwischen hat sich die Situation verändert. Er hat erneut wiedekonsumiert, sich in dieser Zeit gedroht umzubringen, hatte eine reifenplatzer auf der Autobahn und ist nun in der Psychiatrie. ob dies eine Selbstmordversuch oder ein Hilferuf war weiß ich nicht, ist aber letztendlich auch unerheblich.

    Er wird jetzt einen erneuten Entzug und eine erneute Therapie machen.

    Mein Herz ist ehrlich gesagt völlig bescheuert, weil ich ihn trotz allem immer noch liebe.


    Ich bin aber sehr froh, dass er jetzt in der Psychiatrie ist und ehrlich gesagt auch das ich jetzt erstmal meine ruhe habe, auch wenn ich ihn sehr vermisse.


    Keine Ahnung wie das alles weiter gehen soll

  • Nun, ohne nähere Infos mal so viel, wenn sich wer umbringen will, dann macht der das oft ohne große Ankündigung ...

    Aber letztlich spielt das ja nun keine Rolle, er ist jetzt mal in einem gesicherten Umfeld und dann wird man sehen.


    Eine weit verbreitete Meinung, Menschen die ihren Suizid ankündigen, die wollen nur Aufmerksamkeit und tun sich eh nichts an - das halte ich für gefährlich und kann auch nicht so einfach angewandt werden.


    Trotzdem bin ich gespannt wie das jetzt weitergeht, leider wollen/können Kliniken Patienten nicht immer so lange behalten, bis dann direkt im Anschluss eine stationäre Therapie beginnt.

    Das Entzug und Therapie erfolgen soll, hat er gesagt?

    Ja, dir bringt es mal für den Moment Ruhe, Besuchte sollte ja möglich sein ;)


    Dein Herz halte ich nicht für bescheuert, es wäre zu einfach, wenn man das einfach so abstellen könnte.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Wie heißt es so schön - lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


    Es ist zwar schon über 40 Jahre her, aber ich werde es nie vergessen: Ich habe damals die Beziehung zu meiner ersten Lebensgefährtin beendet, weil sie Drogen so toll fand und sich entschied, dass diese für sie wichtiger sind als mein Wunsch eine Lebensgefährtin zu haben, die ich nicht mit Drogen teilen muss. Ausschlaggebend war, dass sie begann mich im Kontext der Drogen zu belügen. Eine Beziehung, in der Lügen eine akzeptable Umgangsform ist, war schon damals für mich nicht vorstellbar. Es war nicht einfach, aber ich bin sicher, dass es für mich richtig war. Ich habe danach den Kontakt zu ihr völlig abgebrochen, weil das nur so für mich zu ertragen war. Ich frage mich aber doch manchmal, was aus ihr geworden ist.

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit, deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann, denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her!


    Textzeilen aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Weiß nicht, Rabert . Klar wirkt es nach außen so, dass Dem- oder Derjenigen Drogen wichtiger sind als eine Beziehung, aber ich hab nicht den Eindruck, dass da immer bewusste Entscheidungen pro Droge und contra Lebensgefährte/in dahinter stecken. Irgendwann kommen halt die Zwänge der Sucht, und unter denen wird es natürlich schwierig, einem Partner gerecht zu werden. Aber insofern bleibt es sich natürlich letztlich gleich.


    Das Ende mit Schrecken angesichts von Lügen ist nachvollziehbar. Macht es nicht unbedingt besser, aber ich sehe das auch als Ausweichstrategie, um irgendwie mit der Situation besser klar zu kommen, sich das Ganze schön zu reden, auch den Konsum zu verstecken oder an den nächsten zu kommen. Aber ist schon elend, klar....


    annatati , wie geht es denn Deinem Freund inzwischen? Und konntest Du etwas zur Ruhe kommen?


    Viele Grüße,

    RunningFree

  • Ich weiß, dass mein Vorschlag hart klingt. Aber es ist meine Antwort auf die Frage im Titel dieses Threads, und zwar nicht theoretisch, sondern praktiziert. Nach über 40 Jahren meine ich sagen zu können, dass es die richtige Entscheidung war, zumindest für mich. Ob dies auch für meine ehemalige Lebensgefährtin gilt, kann ich nicht beantworten. Möglicherweise nicht.

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    Textzeilen aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

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