Ich find kein Weg

  • Hallo, würde euch gerne ein bisschen was aus meinen letzten Vier Jahren erzählen. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und wohne bei meinen Vater. Vor vier Jahren fing es an, dass ich mit einigen Kumpels mit Täglichem kiffen begann und dies sich bis jetzt bis auf kürzere Pausen auch nicht geändert hat. Ich habe in dieser Zeit viele Freunde verloren bzw den Kontakt abgebrochen und mich extrem zurückgezogen. Auch mit anderen Drogen kam ich in den letzten zwei Jahren in Kontakt, Ich will unbedingt aufhören mit allem aber ich habe Angst, alleine zu sein wenn ich den Kontakt zu der Gruppe beende, ich kenne sie alle schon seid Kind auf und bringe es nicht übers Herz auch weil ich sonst niemand habe. Aber mit ihnen zu bleiben geht nicht wenn ich es lassen will, habe so schon oft versucht und bin gescheitert. Mir geht es immer schlechter mit dieser Situation, ich führe quasi ein Doppelleben keiner in meiner Familie weiß etwas davon weder meine Mutter noch Geschwister usw. Meine Ausbildung läuft super aber ist auch sehr anstrengend für mich ich habe sehr oft schlechte Laune und fühle mich depressiv habe in dem letzten1 Jahr 8 Kilo abgenommen auf 65 Kilo bei 1,88. Ich traue mich einfach nicht mich wem anzuvertrauen auch nicht meiner mum, auch wenn sie schon abundzu merkt das etwas nicht stimmt.Ich weiß einfach nicht wie ich es ändern kann auch wenn ich es will. Und das möchte ich wirklich, wenn ich an Die Zeit denke wo wir (meine 7-8 jungs und ich) noch ganz normal waren mit all unseren andern Freunden kommen mir fast die Tränen alle haben sich zum negativen verändert auch wenn nebenher alles läuft.

  • Servus yannik,


    ich habe dein erstelltes Thema mal in den Bereich Cannabis verschoben, je nachdem wie du weiter antwortest, könnte es aber auch in den Bereich "stoffgebundene Süchte" passen.


    Das du jeden Tag kiffst hast du geschrieben, wie verhält es sich mit den angedeuteten anderen Drogen?

    Wann konsumierst du?

    Verwendest du beim Kiffen auch Hilfsmittel wie Bong oder so?


    Scheinbar hattest du vor der Kifferei ja viele andere Freund, oder?

    Wenn man guten Freunden erklärt warum das so gelaufen ist, würden die das vlt verstehen und sich mit dir wieder mehr treffen ...


    Sind deine Geschwister älter oder jünger wie du und wie ist dein Verhältnis zu deinen Eltern generell?


    Was stört dich denn an der Kifferei so und warum willst du unbedingt aufhören?


    Mehr dann, wenn du mal ein paar Fragen beantwortet hast ;)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Wie lange dauert deine Ausbildung noch? Wäre es eine Option, dass du deine Flügel ausbreitest und das Nest verlässt? Irgendwohin, wo dein alter Freundeskreis nicht ist?


    Mein Bruder ist mit 17 von zu Haus weg, ich mit 19, meine Schwester als sie 20 war - und wir hatten alle weder Stress zu Hause noch im Freundeskreis. Ist doch irgendwie normal, dass man als junger Mensch in die Welt hinaus will, oder? Das es auch andere Menschen gibt, weiß ich von meiner Frau. Sie lebt heute immer noch 20 km entfernt von ihrem Elternhaus, und war ihr ganzes Leben (außer im Urlaub) nie weiter weg. Ihr Bruder lebt mit Mitte 50 noch bei seinen Eltern, und er ist nicht pflegebedürftig oder so was.


    Also, bereit woanders neu anzufangen? Und aus den Fehlern zu lernen?

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit,

    deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann,

    denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her!


    aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Danke schonmal für die Antwort 👍 Naja mein Verhältnis zu meiner gesamten Familie ist eig sehr gut. Meine Geschwister sind beide ein paar Jahre älter, und wohnen beide nicht bei mir. Meine Mutter weiß von meinem Konsum fast nichts, mein Vater glaubt ich rauch nur ab und zu mal einen. Habe Bong rauchen schon länger ganz gelassen. Andere drogen waren am Anfang recht spannend und auch immer öfter dabei aber mittlerweile nicht mehr. Ich will einfach aufhören weil ich das Gefühl habe es macht mich extrem antriebslos, das erste nach der Arbeit ist rauchen, und es macht einfach kein Spaß mehr es ist eig nur wie ein Gefühl der Befreiung danach. Ich glaube meine alten Freunde würden sich sogar alle freuen, wenn ich wieder mit ihnen wäre und aufhöre. Ich weiß das ich den Kontakt abbrechen muss und mich mehr mit meinem alten Freundeskreis treffen sollte, auch wenn ich mich schäme. Nichtmal wegen meinem Konsum eher dafür das ich sie oft enttäuscht habe. Wegziehen ist absolut keine Option will meine Ausbildung hier machen und auch bei mir im Umfeld wohnen bleiben bis ich ausgelernt bin.

  • Wegziehen ist absolut keine Option will meine Ausbildung hier machen und auch bei mir im Umfeld wohnen bleiben bis ich ausgelernt bin.

    Logisch. Ich meinte natürlich nach Abschluss deiner Ausbildung. Ich hatte deinen ersten Beitrag auch so verstanden, dass dein Freundeskreis mit Grund ist, warum du so schlecht Abstand zum Kiffen gewinnen kannst. Hast du einen zweiten, älteren, Freundeskreis? Der dich vom Kiffen abhalten könnte/würde?

    Naja mein Verhältnis zu meiner gesamten Familie ist eig sehr gut.

    Ist bei uns allen auch so. Das war aber für uns kein Grund Chancen nicht wahrzunehmen, nur weil sie woanders waren. Nun wohnt meine Mutter (Vater ist schon lange tot) mit Mitte 80 alleine am südlichen Niederrhein, mein Bruder nach Jahrzehnten als beruflich bedingter Nomade im nordwestlichen Ruhrgebiet, meine Schwester in Norwegen und ich ich habe zwischen München, Berlin und Hamburg fast überall schon gewohnt und lebe jetzt aber seit mehr als 30 Jahren bei Hannover. Mein Bruder besucht zweimal die Woche unsere Mutter und hilft ihr im Haushalt, meine Schwester ruft sie jeden Sonntag an und ich telefoniere jeden Abend mit ihr und mache den Behördenkram für sie.


    Was ich damit sagen will - man kann ein gutes Verhältnis zur Familie haben, auch wenn man weit auseinander lebt, gerade heute mit Telefon, Internet und Skype und so. Ich bin jetzt 60 und fühl mich sehr wohl da wo ich bin, aber ich möchte auf die Erfahrungen meines Wanderjahrzehnts, in dem ich insgesamt sechs Mal umgezogen bin (vom Niederrhein in die Eifel, dann nach Hamburg, dann nach München, dann nach Ulm, dann nach Köln, dann wieder an den Niederrhein), auf keinen Fall verzichten.


    Auch in den 30 Jahren, die ich jetzt in der Region Hannover lebe, war ich bis zu meiner Erkrankung ständig unterwegs, bei ca. 60 Unternehmen und Behörden in ganz Deutschland und hin und wieder auch im Ausland (Niederlande, Belgien, UK, USA, Dubai, Italien, Tschechien, Frankreich, Spanien, usw., als Unternehmensberater keine Kunst) und dabei mehrfach mit Zweitwohnung am Projektort.


    Aber, wie gesagt, es gibt Menschen, denen fehlt das Wander-Gen. Ist auch in Ordnung. Tatsächlich genieße ich ich es heute sehr, dass ich nicht mehr so viel reise (teilweise auch gezwungernmaßen, weil ich wegen meiner Erkrankung nicht mehr so viel reisen kann). Sehr zum Leidwesen meiner Frau, die gerne öfter mal wegfahren würde.

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit,

    deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann,

    denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her!


    aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Servus yannik,


    wenn du mal so im Forum liest, wirst du feststellen, nicht viele können das Verhältnis zur Familie wie du beschreiben :)

    Vielleicht geht man nicht unbedingt gleich zu den Eltern, aber was hindert dich mit deinen Geschwistern zu reden?

    Wobei in deinem Alter bestimmt auch das Gespräch mit deinem Pa möglich wäre, oder?


    Wegen Bong habe ich gefragt, weil es in meinem Augen einen Unterschied macht, ob man sich alle möglichen Hilfsmittel heranzieht und voll dicht zu werden - Rauchgeräte wie Bong sehe ich so ...

    Letztlich geht es aber um Cannabis und eine vermutliche Sucht!


    Aber besteht schon mal einen entscheidenden Unterschied zu vielen Konsumenten - du hast erkannt, Das Kiffen ist für dich nicht gut!

    Zudem hast du den Willen aufzuhören und auch sehr wichtig, ein Ziel, nämlich deine Ausbildung fortzusetzen und zu beenden :)

    Das halte ich für sehr gute Voraussetzungen!!


    Wenn dein jetziger Freundeskreis einigermaßen normal ist, dann werden die verstehen, wenn du die ne Zeit meiden musst.

    Sollten die dir Grund zum schämen geben, dann sind es keine richtigen Freunde!

    Ich denke, die werden über kurz oder bisserl länger stolz auf dich sein :top:


    Was deinen alten Freundeskreis angeht, da solltest dich wirklich heran tasten.

    Eine Erklärung hast du und wenn zu mir ein früherer Freund mit so ner Geschichte kommen würde, ich würd mich freuen.


    Ich meine du hast nun 2 Möglichkeiten ...

    1. Du schaust dir mal unsere Partnerseite Lass das Gras (<<==klick mich) an ...
      Das wäre eine ambulante Möglichkeit mit wenig Aufwand, aber sehr großen Nutzen.
      Ich denke du solltest das versuchen ....
      Da solltest aber ganz ehrlich zu dir sein, wenn dir das nicht vorstellen kannst, dann braucht es Möglichkeit 2
    2. Condrobs ConAction
      Die arbeiten ebenfalls mit uns zusammen und können dir mal für den Anfang helfen - egal woher du bist ...
      Schon bei der Suche nach ner passenden Suchtberatung haben die schnell was zur HZand und können dir sicher auch noch viele andere Fragen beantworten

    Und schreib weiter bei uns hier, egal um was es geht, dafür gibt es ja das SuS ;)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Gude Franz, vielen lieben Dank für deine Worte. Muss ehrlich sagen, dass ist das erste mal das ich so darüber mit jemandem rede hab auch keine Erfahrung mit Foren. Mein Bruder ist absolut konservativ gegen Drogen und mit ihm kann ich nicht darüber sprechen, meine Schwester allerdings wohnt in einer Großstadt weg von mir. Sie raucht auch ab und an mal einen, hat das aber absolut unter Kontrolle und ihr Studium läuft super wie bei meinem Bruder auch. Wenn ich das nächste mal bei ihr bin werde ich auch mit ihr sprechen sie wird das definitv verstehen und mir auch beistehen. In meinem jetzigen Freundeskreis hab ich schon oft angesprochen, dass ich aufhören will und weniger Kontakt die Folge sein wird. Und auch sie verstehen es und weder hindern sie mich noch wären sie sauer oder sowas. Habe auch vergessen zu erwähnen, dass ein Kollege schon aufgehört hat und es so durchzieht wie ich es vorhabe, er unterstützt mich bestimmt wenn ich mit ihm rede. Ich weiß ich hab gute Voraussetzungen ich würde mich freuen. Hatte schonmal ein Jahr strikte Pause macht dass schaffe ich auch hoffentlich auf Dauer. Es würde mich freuen. Mein Geist und Körper sind einfach müde von der Situation.

  • Nun, du machst es doch super hier, deine Erfahrung reicht vollkommen aus :)


    Hast dir mal LdG angeschaut?

    Wäre sicher ne gute Möglichkeit für dich - zusätzlich zum schreiben hier :top:


    Deine Voraussetzungen sind gut, keine Frage, jetzt kommt es drauf an wie du das umsetzen willst.

    Wann soll es los gehen, welche Vorbereitungen willst du treffen, willst zuvor nicht mal nen Gesundheitscheck beim HA machen lassen und den mit ins Boot holen usw.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo Yannik,


    Ich finde du reflektiertst dich und deine Situation sehr gut. Du hast viele Ressourcen, wie deine Familie und deinen "alten" Freundeskreis, die dir helfen können.
    Ich kann dir von unserer Seite aus anbieten, dass du dich an uns wendest und wir dir helfen eine geeignete Beratungsstelle in deine Nähe zufinden, wie Franz ja schon gesagt hat. Dafür kannst du uns gerne jerderzeit schreiben. Alle nötigen Infos dafür findest du in meiner Signatur.

    Alles Gute
    Carmen

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