• Wir waren nun dort und ich bin dankbar für die offenen Worte des Beraters aber auch erschrocken. Er sagte z.B. da unsere Tochter schon mit 15/16 angefangen hat, könnte es sein, das sie nun für immer verhaltensmäßig in der Pubertät hängen bleibt, da Cannabis in dem Alter in den Gehirnaufbau eingreift.

    Er sagte auch, solange wir es ihr "kuschlig" machen, wird sie sich nicht ändern. Fazit: wir sollen ihr unsere Bedingungen zum Zusammenleben nennen und wenn sie sich daran nicht hält- Koffer packen.

    Kann natürlich auch schief gehen und sie kommt um......also an dem Punkt verzweifelt ich!

    Jedenfalls gehen wir zu einer Selbsthilfegruppe, ich denke das ist gut! Auch noch mal die Erkenntnis, wir müssen auch nach uns schauen.

    Ich denke wir kontaktieren das Jugendamt noch mal um zu erfahren, wo sie hin könnte wenn sie auszieht, Unterhalt etc.

    Da sie ja bald 18 ist, liegt das was sie tut eh bei ihr.

    Ich hoffe, sie hat noch eine Chance auf ein gutes Leben.

    Interessant war die Frage, wozu sie wohl kifft- also was es ihr bringt. Ich denke das ist der Kern. Welche Themen muss sie für sich bearbeiten und welche schönen Alternativen hätte sie zum Entspannen, Frust Abbau etc.

    Uns geht viel im kopf herum.......

    :eyes:

  • Kann natürlich auch schief gehen und sie kommt um......also an dem Punkt verzweifelt ich!

    Entspringt das deiner Fantasie oder ist das eine Aussage der Drogenberatung?


    könnte es sein, das sie nun für immer verhaltensmäßig in der Pubertät hängen bleibt, da Cannabis in dem Alter in den Gehirnaufbau eingreift.

    Ich hab keine Ahnung was so eine Aussage zum derzeitigen Punkt soll. Was sein kann oder nicht....wer weiss das schon. Wem soll das jetzt helfen?


    Dafür, dass man sich beim Erstgespräch erstmal kennenlernt und maximal grob abreisst worum es geht, weil die Zeit für Feinheiten auch viel zu kurz ist, ganz schön heftig.


    Habt ihr einen zweiten Termin bekommen?

  • Lasst das Gespräch erstmal sacken und dann mal gucken, was für euch überhaupt in Frage kommt an Konsequenzen. Eure Tochter ist noch keine 18 Jahre, hat noch keine Ausbildung oder steht mittendrin. Würdet ihr das wollen und schaffen sie vor die Tür zu setzen? Wenn sie selbst ausziehen will, dann ist das ein ganz anderer "Film" und dann ist es richtig zu gucken, wie sie unterstützt werden kann.

    Ich habe neben der Drogenberatung noch eine Erziehungsberatungsstelle aufgesucht. Da wird die Situation noch einmal von einer anderen Seite beleuchtet. Welche Entwicklungsaufgaben stehen an, wie kann man sie da unterstützen. Mir hat das geholfen, nicht nur den Fokus auf die Droge zu haben.

    Ist alles nicht so einfach heute, seinen Weg zu finden.

  • Ja, leider ist es heute schon eskaliert. Habe sie beim Packen der Tütchen fürs dealen erwischt. Habe ihr gesagt, in unserem Haus nicht. Sie hat mich angeschrien, geschickt und wäre sicher auf mich losgegangen, hätte ich mich nicht zurück gehalten. Sie droht dann immer, "dann geh ich halt- dann siehst du mich nie wieder" etc . Ich habe ihr gesagt, das es ihre Entscheidung ist und ich sie nicht halten kann. Wir wollen aber definitiv nicht, das bei uns weiter gekifft und Mengen gelagert werden. Sie hat gesagt, besser geschrien, sie geht dann. Ich bin erst mal auch gegangen um es nicht eskalieren zu lassen, denke aber sie wird zu "Freunden" gehen und nicht heimkommen. Ich war total fertig, musste erstmal heulen u d mich beruhigen. Die Angst um sie ist riesig, auf der anderen Seite können wir uns so dich nicht erpressen lassen. Sie schmiss in der Küche alles herum und hat mir noch 20 Euro aus dem Geldbeutel genommen als ich heute unter der Dusche stand.

    Jugendamt werden wir am Montag so oder so kontaktieren. Hatten da auch schon Familientherapie, wobei mein Mann und ich da meistens alleine saßen, sie wollte das nicht.

  • Jetzt weht halt ein anderer Wind. Klar, dass sie sich erstmal dagegen stellt. Kenne ich alles. Bleib dran. Machst du genau richtig. Bei euch wird nicht gekifft und gedealt. Fertig! Ich weiss, die Auseinandersetzungen sind total anstrengend und zermürbend. Aber sie muss euren Ernst dahinter erstmal richtig begreifen.


    Ich mag es kaum schreiben (wer weiss wie lange es anhält), aber bei uns läuft es seit einigen Tagen gut. Er geht sogar wieder zum Sport. Hat auch wieder angefangen zu kochen. Ich spüre, dass es in ihm arbeitet. Er sagt mir gegenüber aber nichts dazu.

    Meine Haltung ist nach wie vor glasklar.

    Mal gucken wie es weiter geht, aber das was ich zur Zeit gerade sehe und spüre, ist richtig gut.

  • Summa, wo kann ich denn deine Geschichte lesen? Unsere Tochter hat ein paar Sachen gepackt und ist gegangen. Zu einem Kumpel vermuten wir. Da sie noch nicht 18 ist und ihre epi medis nicht mit hatte, haben wir die Polizei informiert. Die waren sehr nett und hilfsbereit. Haben ohne Druck mit unserer Tochter telefoniert. Wir haben dann einem Kumpel von ihr die Tabletten gebracht und den Rest hat sie jetzt in der Hand. Mein Mann sagte sehr treffend:"es fühlt sich nicht gut an aber es fühlt sich richtig an"! Ja, die Reise geht weiter, nun jedoch mit geöffneten Augen. Und ungewissem Ausgang. Ich hoffe , ich lerne, die Angst zu integrieren, denn die ist immer präsent. Aber wir sind auch Frau und Mann und Ehepaar und wir haben noch einen Sohn. Es muss weiter gehen und ich hoffe auf das Wunder !

  • Ja, da schließe ich mich Paunzy an.

    Klar, hast du Angst, aber ich finde zur Zeit alles im grünen Bereich. Sie hängt nicht auf der Straße, sondern ist bei ihren Leuten. Ob es Wunder gibt, weiss ich nicht, aber es ist Bewegung drin. Das ist gut, in meinen Augen.

  • Aber wir sind auch Frau und Mann und Ehepaar und wir haben noch einen Sohn. Es muss weiter gehen und ich hoffe auf das Wunder !

    Der erste Satz ist grundsätzlich mal das wesentliche, nur eine intakte Familie kann später bei Bedarf doch helfen.

    Der zweite Satz wird vermutlich aber nicht eintreten - Wunder passieren bei Sucht eher nicht!


    Wenn ich 30 oder 40 Jahre zurückdenke, dann waren solche Aussagen bei Beratungen normal - für die heutige Zeit halte ich das für weitgehend überholt.

    Sicher schadet es nicht wenn man Eltern mal klar macht - hier ist ein großes Problem, es könnte dies oder das passieren.

    Bei letzterem ist aber keinem geholfen, dies und das kann oder auch nicht - so baut man keine Beratung auf, sorry.

    Wie gesagt, Klarheit ja, Angst verbreiten ganz sicher nicht!


    Jeder der sich bisserl über Cannabis einliest, wird schnell entdecken - Cannabis ist für Jugendliche besonders schädlich.

    Nur ich verstehe nicht was das euch als Eltern bringen soll, so eine Annahme ist weder gesichert für eure Tochter, noch bringt es einem im Moment weiter.

    Wenn irgendwann solch eine Entwicklungsstörung diagnostiziert werden würde, dann kann man da näher drauf eingehen ... :13:

    Auch solch merkwürdige Aktionen, vom umkommen oder Ableben zu sprechen, auch ein Unding!

    Natürlich sterben Menschen an Drogen, aber so wie hier die Geschichte beschrieben wird, da muss man das doch nicht hervorheben - danach sieht es zumindest für mich grade nicht aus.


    Bedingungen klar, da führt kein Weg dran vorbei, aber das mit dem Koffer packen ist dann wieder nicht ganz so einfach - zumindest nicht unter 18 ;)

    Hier vermisse ich z.B. auch die Infos, wie ihr das dann umsetzen sollt, einfach vor die Türe setzen ist rechtlich nicht so einfach.

    Zudem sollte man mit We3itblick auch dran denken, sie hat keine Ausbildung und kann somit unter Umständen bis zu 27 (glaub ich) Unterhalt einfordern - wenn se denn doch ne Ausbildung beginnt usw. ...


    Hoffentlich bekommt ihr in der SHG bessere und klarerer Aussagen :)


    Grundsätzlich muss man unterscheiden, Eltern sollten eine spezielle Beratung bekommen, Beratung für eure Tochter sieht komplett anders aus.

    Daher halte ich auch nicht viel von gemeinsamen Beratungen, aber das wird eh kaum eine Stelle langfristig umsetzen.

    Ich wünsche euch dass ihr in der restlichen Familie nun zusammenhaltet und trotz aller Aktionen immer ein offenes Ohr für eure Tochter haben werdet.


    Wie alt ist eigentlich euer Sohn?

    Warum kam es zur Familientherapie?

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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