Kontrollierter Konsum. Wie?

  • Hallo alle zusammen,

    ich bin 20 Jahre, kiffe seit ca. einem 3/4 Jahr regelmässig, der letzte Stand war: 1-2 Bongs am Abend unter der Woche, am Wochenende, wenn nichts anderes geplant war, den ganzen Tag durch. Aller paar Wochen versuch ich für 1-2 Tage Pause zu machen, klappt mal besser mal schlechter. Ich habe mir jetzt vorgenommen mal 7 Tage auf Gras zu verzichten. Wie ich die aufkommende Langeweile und die eventuellen Entzugserscheinungen überstehe wird sich zeigen. Ich versuche regelmässig meinen Konsum zu reflektieren um zu schauen ob er noch in Ordnung ist(Läuft Ausbildung/Freunde/Familie/sonstiger Alltag noch problemlos?Bisher Ja.) In diesem Zusammenhang strebe ich eigentlich an, mein Konsumverhalten zu reduzieren, nur aufs Wochenende zu beschränken etc. aus Angst an einem späteren Punkt nicht mehr aufhören zu können.

    Ich lese in vielen Beiträgen von langjährigen Konsumenten das da wohl der beste Ansatz ist direkt Komplett aufzuhören, dies will ich eigentlich vermeiden da ich noch keine so großen negativen Folgen vom Gras erlebt hab und es einfach Spass macht(grade mit freunden etc.) bzw. man mal komplett abschalten kann. Außerdem denk ich wenn man gleich am Anfang (nach den 7Tagen) vom Konsum ein ,,ordentliches,, ,,gesundes,, Konsumverhalten anstrebt das man dadurch auch nicht sozial/psychisch abstürzt und in diesen Teufelskreis der Sucht gerät. Das ich jetzt schon in gewisser weise abhängig bin, haben mir schon paar Selbsttests gezeigt, bzw ist mir auch schon aufgefallen, allein dadurch das die Tage ohne Gras langweilig und eintönig sind...


    Jtz meine Frage, ist ein kontrollierter Konsum möglich? Gibt es nur Sucht oder Abszinens und nichts dazwischen? Wie schafft man es sein Konsumverhalten regelmässig zu kontrollieren und einen verantwortungsvollen Umgang damit hinzukriegen.


    Danke erstmal, und sorry falls mein Text irgendwie nicht nachvollziehbar ist, ist mein erster Post, für Fragen bin ich offen :)

  • Gibt es nur Sucht oder Abszinens und nichts dazwischen?

    Nein, es gibt natürlich das Dazwischen, da sollte man schon ehrlich sein.

    Das Problem ist natürlich, zwischen Sucht und dem Dazwischen gibt es einen fließenden verlauf - selbst zu erkennen ob man süchtig ist, dürfte nicht so ganz einfach sein.


    So wie du es beschreibst, überprüfst du dich ja selbst und versuchst Pausen sowie feste Konsummuster zu platzieren.

    Das ist vermutlich ein Weg, aber sicher ist das Prozedere auf Dauer eher nicht.

    Hierbei sollte auch berücksichtigt werden, es gibt auch Quartal-Süchtige (meist mit Alkohol beschrieben, aber letztlich bei jedem Suchstoff möglich), es geht also nicht nur allein auf das Konsummuster/Pausen/Wochenendkonsum ...


    Ein Anzeichen von Abhängigkeit ist ja bereits von dir beschrieben - es macht Probleme, wenn du mal nicht konsumierst ;)

    Wir/ich unterscheide zwischen Abhängigkeit und Sucht - ersteres sehe ich eher als körperliche Erscheinung, letzteres eben als komplexe Erscheinung.

    Warum klappen deine Pausen mal besser oder schlechter?


    Ein guter Indikator ist manchmal, konsumiere ich wenn es mir gut geht oder versuche ich schlechte Erlebnisse vergessen zu machen!

    Du beschreibst es als Spaß, wenn dem so ist, dann sollte es vlt aktuell noch funktionieren.

    Aber auch Sucht macht manchmal Spaß, eben im Moment des Rausches - zumindest manchmal noch ;)

    Die Gefahr ist halt, wenn man einen Suchtstoff regelmäßig konsumiert, ist es auch naheliegend dies zu tun, wenn es einem nicht gut geht.

    Dann kann man oft einfach selbst nicht mehr erkennen, wo das Dazwischen ist und ob es noch auf einen selbst zutrifft.


    Ich würde sagen, wenn dir Pausen eher nichts ausmachen, du sogar bei Pausen andere Dinge toll findest und vlt grade deswegen auch auf Konsum verzichtest - dann ist es weitgehend ok.

    Trifft das nicht mehr zu, dann muss man ganz ehrlich alles hinterfragen und entsprechend reagieren - die Frage wird aber dann immer sein, schaffe ich das dann auch ...


    So oder so, ich finde es gut wenn man seinen Konsum hinterfragt und sich selbst überprüft!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Erstmal vielen Dank Franz, und des übrigen Frohe Weihnachtsfeiertage.


    Ob Pausen besser oder schlechter klappen liegt meist am Umfeld, zum einen ists ja immer verlockend wenn man noch was im Haus hat, oder eben wenn Feiern o.ä. mit den Freunden anstehen, dieses mal macht mein bester Freund bei dieser längeren Pause mit. Bisher hab ich auch noch keine all zu großen Entzugserscheinungen, Appetit bisschen wenig aber sonst :) Vielen dank nochmal.

  • Kontrollierter Konsum? Ehrliche Antwort zu deiner Beschreibung deines Konsumverhaltens? Nein. Klar kenne ich Leute die haben ihr ganzes Leben lang hin und wieder mal gekifft, die haben es aber auch immer so gemacht. Da waren nie Zeiten in denen sie täglich kifften. So wie Du es beschreibst und es bei mir auch so war ist ein kontrollierter Konsum eigentlich nicht mehr mehr möglich. Ich habe es versucht und es hat nie geklappt. Sorry, aber jede andere Antwort wäre gelogen.

    Edit sacht noch: Nichtsdestotrotz wünsche ich dir das Du es schaffst, nur bin ich da sehr skeptisch. Wenn Du hier schon schreibst scheinst Du ja zumindest eine Ahnung zu haben das da ein Problem vorliegen könnte. Um bei mir zu bleiben: ich habe ewig lange geglaubt alles im Griff zu haben...

  • Vielen Dank für die Antwort erstmal...

    Ich hoff und versuch jedenfalls so einen verantwortungsvollen Konsum anzusteuern :) Du meinst du dachtest lange Zeit das dus im Griff hast, wo war der Punkt bei dir wo du meintest es geht nicht mehr? Bzw wo du gesehen hast das es ein Problem ist?

  • Also für mich ist klar: Ich kann zwar ab und zu, wenn ich bei einem Freund bin (manche Wochenenden), mal von seiner Pfeife rauchen (da kommt nicht so viel Gras rein, wie früher in meine Joints), aber ich darf mir selbst keine Vorräte mehr holen. Es klappt einfach nicht (mehr als 10 Jahre Erfahrung haben das gezeigt)! Wenn was zuhause ist, brauche ich es auch auf. Und wie es weiter geht, wenn es weg ist, kann sich sicher jeder denken. Deshalb: Für mich darf einfach nichts verfügbar sein. Wenn ich weiß, ich kann eben nicht einfach bei Bedarf kiffen, werde ich auch nicht wieder abhängig. So ist es akzeptabel. Solange ich nur dann kiffen kann, wenn mir mal ein Freund was anbietet, bleibt es was besonderes – übrigens auch im Effekt (es spult einen ganz anders, wenn man es nicht jeden Tag macht).


    Ich dachte übrigens auch immer, ich hätte keine Probleme im Beruf, als ich noch regelmäßig kiffte. Wenn ich allerdings heute darüber nachdenke, stimmt das so nicht ganz. Es gab zwar keinen Ärger und ich habe meistens alles termingerecht geschafft, aber nach einem halben Jahr Abstinenz merke ich, dass die Motivation, mit der ich an die Arbeit gehe, eine ganz andere ist – in einer Weise, wie ich sie eben als Dauerkiffer nicht gesehen habe. Es gibt nichts dran schön zu reden! Cannabis ist ein Rauschmittel und der Rausch wirkt sich darauf aus, wie wir die Welt wahrnehmen. Jeder Kiffer, den ich kenne, streitet das ab, aber ich kann es doch auch bei ihnen beobachten. Ich nehme es ihnen nicht übel, weil ich selbst ja auch mal so war. Man will sich das einfach nicht eingestehen.


    Ich bringe immer gerne das Beispiel mit meiner Steuererklärung: Als Kiffer habe ich das immer so lange hinausgezögert, wie es ging. Aber dieses Jahr ist mir aufgefallen, dass das nichts als die pure Faulheit war. Bei der Steuererklärung gibt es für mich gar nicht viel auszufüllen. Es ist eigentlich eine Arbeit von max. 45 Minuten. Ich habe es dieses Jahr sofort erledigt, als alle Belege beisammen waren. Und dann fragte ich mich: Wieso habe ich das nicht schon immer so gemacht? Ganz klar: Ich war dauernd breit und machte eben lieber alles, was Spaß machte. Total kindisch, wenn ich heute darüber nachdenke. Das war jetzt nur ein Beispiel. Andere fallen mir gerade nicht ein, aber sind vom Prinzip her ähnlich.

  • Meine Geschichte kannst Du hier nachlesen: Raus aus dem Langzeitkonsum

    Wie Du lesen kannst gab es diesen Punkt nicht, erst als es mir zunehmend schlechter ging und auch meine Umwelt nicht mehr mitspielte habe ich angefangen etwas zu unternehmen. Es kam also von außen und mein Körper und meine Psyche spielten auch nicht mehr mit, nix mit rationeller Selbsterkenntnis. Ich kann dir da also keinen Rat geben.
    Könnte es sein das Du diesen Punkt gerade selbst hast? Du hast „erst“ ein 3/4 Jahr, da läßt sich das Ruder mit Sicherheit leichter wieder rumreißen. Stellt sich halt die Frage wie prägend ein „3/4 Jahr täglich und am WE den ganzen Tag kiffen“ ist. Ich persönlich habe nie den ganzen Tag gekifft und trotzdem ist es gründlich in die Hose gegangen.
    Aber probier es aus, schaden kann es nie. Solltest Du aber feststellen das es nicht klappt sei lieber ehrlich zu dir. Und noch etwas: ein Leben ohne kiffen ist nicht langweilig. Es kommt halt darauf an was Du daraus machst. Irgendwann kommt das Amotivationssyndrom, man hängt rum. Es fällt einem im Grasnebel aber nicht sofort auf.

    • Gäste Informationen
    Hallo Mitleser, du interessierst dich für unsere Themen und willst auch selbst schreiben, dann melde dich bitte an.
    Solltest du noch kein Forenmitglied sein, dann registriere dich bitte und du kannst das SuS-Forum uneingeschränkt sowie kostenfrei nutzen.

    Dieses Thema enthält 0 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.