Niedrigdosisabhängigkeit bei Bromazepam

  • Hallo


    Ich nehme seit circa einem Jahr eine sehr niedrige Dosis Bromazepam. 1,5 mg täglich. Ich möchte das jetzt absetzen, weil ich nichts mehr bekomme.

    Muss ich bei dieser niedrigen Dosis mit körperlichen Entzugserscheinungen rechnen? Die Viertel Tablette, die ich nehme, ist so klein, dass man sie nicht mehr teilen kann. Kann ich die jetzt einfach weglassen oder lieber erst die Abstände der Einnahme vergrößern, also anstatt jeden Tag nur noch alle zwei Tage, dann drei usw.

    Ich habe mal 36 Stunden ohne geschafft. Hatte keine körperlichen Beschwerden, aber psychisch fällt mir der Verzicht sehr schwer.


    Ich nehme wegen meiner Ängste und Depressionen auch noch Psychopharmaka und gegen meine Fibromyalgie bekomme ich 10mg Morphin Retard. Kann es sein, dass dadurch die Entzugserscheinungen gar nicht erst auftreten, da sie vondiesen Medis überdeckt werden.?

  • Servus Skyla,


    ob es nun richtige Entzugserscheinungen geben wird oder nicht, kann man schwer sagen.

    Durch deine anderen Medikamente wird bestimmt einiges abgefedert, aber wie du schon schreibst, können auch psychische Symptome auftreten - in Form von Entzug.


    Eine Einnahme alle 36 oder 48 Stunden wird eher nichts bringen ...

    Stell dir vor, du wirst leicht entzügig und gibst dann wieder nach 36/48 Stunden den Stoff zu - das bringt mehr durcheinander, als es letztlich bringt.

    Die Halbwertszeit ist also eher nichtssagend, was Entzug angeht.


    Wenn es dir wirklich Probleme macht, wäre eine andere Methode noch die Wasserlösung:

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    Was heißt du bekommst nichts mehr?

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Also dann sollte Ich gleich ganz weglassen, meinst du?

    Ich habe das Bromazepam bisher wie die anderen Mittel auch vom Arzt verschrieben bekommen. Jetzt meint er aber, ich soll das absetzen, weil ich schon soviel andere Medis bekomme und Bromazepam nicht auf Dauer genommen werden sollte. Ich habe das damals gegen Schlafstörung und Panikattacken verschrieben bekommen.

  • Hallo Skyla,


    in erster Linie stimme ich da mit Franz überein, es bringt wirklich nichts eine Einnahme alle 36 oder 48 Stunden zu wiederholen.


    Was ich dir aus meiner eigener Erfahrungen zu diesen Medikamente sagen kann, das Entzugserscheinungen wie Depressive Verstimmungen, Schweißausbrüche, Erkältungssymptome, nicht schlafen können, usw. ohne weiteres auftreten können, aber nicht müssen.


    Diese genau zuordnen zu können, ist aber in deinen Fall nicht ganz einfach. Ich selber habe schon viele Entzüge mit ähnlichen Kombinationen wie bei dir hinter mir. Das Bromazepam 1,5 mg würde ich auf jeden fall teilen, dann wärst du bei 0,75 mg, es gibt auch in der Apotheke Medikamenten -Teiler, wo man die Tabletten mit teilen kann.


    Und dann ganz wichtig deinen Arzt darauf ansprechen wie du das am besten machen kannst. Du kannst ja mal meine letzten Beiträge lesen, ich mache zur Zeit einen Tilidin-Entzug, vielleicht ist was brauchbares für dich dabei.


    Ansonsten mich einfach fragen...….


    LG Lana

  • ich habe mir gerade die Wasser Methode angeschaut, das ist wirklich das Beste um runter zukommen.


    Das war mir nicht bekannt...…..und bin jetzt eines besseren belehrt.


    Danke Franz, ich finde das wirklich super lieb von dir, das du solche Hilfestellung im Netzt stellst.


    LG Lana

  • Nun ja, ich hab das ja nicht erfunden, aber ich denke es kann wirklich unterstützen.

    Natürlich könnte man es auch mit einer Feinwaage machen, aber Tabletten zerhacken und entsprechend aufteilen, könnte für einige an bekanntes Konsumverhalten erinnern und das wäre kontraproduktiv.


    Wäre schön wenn du weiter berichtest, wie es dir ergeht und wie die Methode sich bewährt :)

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Danke für die Tipps. Leider habe ich nur noch sehr wenig Tabletten, so dass es für die Wassermethode nicht reicht. Einmal lassen sie sich vielleicht noch teilen. Lana, die Symptome, die du beschrieben hast, habe ich sowieso schon, da sie zu meinen Depressionen gehören.

    Vielleicht schaffe ich es ja auch, die Tabletten ab sofort ganz wegzulassen.

    Bei mir sind Das Problem weniger die körperlichen Symptome, sondern die psychischen, weil ich ständig daran denke, daß ich was nehmen möchte oder Angst vor Entzugserscheinungen oder Panikattacken habe und dann Fälle ich in ein ganz tiefes Loch. Es ist sehr schwer auszuhalten. Ablenken kann ich mich auch nicht gut, da ich den ganzen Tag alleine zuhause bin.

  • Jetzt meint er aber, ich soll das absetzen,

    Dann aber doch nicht einfach weglassen, also da kann ich einen Arzt dann ehrlich nicht verstehen!

    Natürlich sollte man die Medikation immer kritisch überprüfen, aber deswegen gibt es doch keine Eile und man könnte es langsam abdosieren - wenigstens 2-4 Wochen ...


    Ich nehme mal an, du hast 3mg Pillen, oder?

    Und du hast derzeit ne halbe Tablette genommen?


    Solche 3mg kann man doch easy in 4-5 Einheiten aufteilen, sicher hat es dann nicht mehr die Wirkung, aber psychisch könnte es eben gut unterstützen - man hat ja was genommen ;)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Skyla,


    ich kann dich wirklich sehr gut verstehen und nachvollziehen wie du dich jetzt fühlst. Alles andere, nur nicht Gut. Und das ist im Moment normal, auch wenn sich das komisch anhört. Es entspricht deiner momentanen psychischen Verfassung, was du ja auch schon selber bemerkt hast.


    Deine Symptomatik genau zuzuordnen, ist sehr schwierig, da gleiche Symptome verschiedene Ursachen haben können und es diesbezüglich Parallelen gibt. Du hast die Symptome und jetzt ist es wichtig, dir baldmöglich Hilfe zu holen bei einen Arzt.


    Ich habe gerade nochmal in deinen vorherigen Beitrag gelesen, das du auch noch andere Psychopharmaka einnimmst wegen Ängste und Depressionen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll nächste Woche mit deinen Arzt darüber zu sprechen um Abhilfe zu schaffen. Oder dir eine Überweisung zu einem Facharzt geben zu lassen.


    Da du ja noch einige Tabletten hast und bis Montag damit auskommst, würde ich diese nicht einfach absetzen, sowie Franz dir schon geschrieben hat, das sind keine wirklichen Lösungen für deine jetzige Situation.


    Ein guter Ansatz ist:" die Situation jetzt anzunehmen wie sie ist, das nimmt dir den Druck, dagegen ankämpfen ist keine gute Idee".


    Was dir helfen kann, ein Spaziergang an die frische Luft, einfach so, ohne Ziel. Wie lange oder kurz spielt keine Rolle, das könnte dir helfen, das Gedankenkreisen zu unterbrechen. Wenn deine Sinne bewusst was anderes wahrnehmen, ist das schon Ablenkung oder zumindest eine kurze Unterbrechung in diesen Kopfkino, was du zur Zeit hast.


    Die Bewegung und frische Luft würde auch seinen Teil dazu beitragen, dir etwas Linderung zu verschaffen.


    Weist du, was bei mir geholfen hat muss nicht unbedingt bei dir helfen. Ich kann nur versuchen dich unterstützend zu begleiten.


    Dann hast du die Möglichkeit hier im Forum zu schreiben, dann fühlst du dich nicht ganz so alleine.



    LG Lana

  • Ich habe die 6mg Tabletten und davon eine Viertel genommen. Mein Arzt hat gesagt, er verschreibt mir nichts mehr. Und er meinte, bei so einer niedrigen Dosis könnte ich einfach absetzen.

    Ich gehe jeden Tag eine kleine Runde um den Block, wenn nicht gerade regnet. Heute war ich auch schon. Ich denke, ich werde es doch lieber so machen, dass ich sie erstmal weglasse und wenn wirklich nicht mehr geht, nehme ich etwas. Dann habe ich wenigstens für Notfälle und das beruhigt auch schon. Vielleicht gehe ich auch noch zu einem anderen Arzt und frage, ob der mir nochmal Bromazepam aufschreiben kann.

    Ich glaube, mein Arzt kann sich einfach nicht vorstellen, wie stark ich psychisch auf die Situation reagiere.

    Ich wohne in einer kleinen Stadt und bei den Fachärzten bekommt man keine Termine. Hab ich alles schon versucht. Woanders hin kann ich nicht, da ich kein Auto hab und alles zuweist weg.

  • Skyla,


    Bromazepam, 6mg ist nicht ohne. Dazu ganz kurz, ich habe vor mehreren Jahren Diazepam auch von einen Tag zum anderen abgesetzt. Nie mehr wieder, ich bin in der Notfall - Praxis gelandet.


    Und habe das Diazepam unter ärztlicher Aufsicht in mini Schritten abgesetzt. ( ich habe hier im Forum darüber berichtet

  • Ich nehme ja nur 1,5mg davon. Ich habe heute auch wieder eine genommen, weil ich es seelisch nicht länger ausgehalten habe. Ich habe jetzt noch 5 einhalb Tabletten, also noch für 22 Tage. Ich werde versuchen, das Mittel von einem anderen Arzt zu bekommen, weil ich es einfach brauche. Und inzwischen versuche ich die Abstände der Einnahme zu vergrößern und mich so vielleicht zu entwöhnen. Ich merke aber, das ich im Grunde gar nicht absetzen will. Die Psyche spielt verrückt und ich habe einfach nur noch Angst. Ich hoffe, dass ich einen Arzt finde, der mir das verschreibt.

  • letztendlich liegt die Entscheidung bei Dir. Was du versuchst sind keine wirklichen Lösungen. So wie ich das sehe, verstrickst du dich da in etwas hinein, wo du die Ausmaße nicht abschätzen kannst.


    Es gibt in jeder Stadt ein Gesundheitsamt, da gibt es Fachärzte, Sozialarbeiter usw. die der Schweigepflicht unterliegen. Dafür brauchst du keine Versichertenkarte und kannst da auch Hilfe bekommen. Habe ich auch schon in Anspruch genommen.


    Das alles bringt aber nichts wenn du nicht dahinter stehst.


    LG Lana

  • ich kann mir nicht vorstellen das ein Arzt dir auf Dauer weiterhin Bromazepam verschreibt. Diese Medikamente sind nur zur kurzfristige Einnahmen gedacht. Gegen Angst usw. gibt es auch andere Medikamente die nicht abhängig machen.


    Das kann nur ein Arzt entscheiden. Und was Opeprazol betrifft, davon habe ich keine Ahnung und würde mich hüten dir überhaupt ein Medikament zu empfehlen. Da habe ich keine Berechtigung zu. Ist dir klar welche gefährlichen Nebenwirkungen Medikamente allgemein haben können?


    Und einen neuen Arzt suchen für Bromazepam suchen um es weiterhin nehmen zu können? Das ganze wird irgendwann auffliegen.


    Begründet wäre das Bromazepam nur, um weiterhin langsam runter zu dosieren. Ob das auf dich zutrifft kann nur ein Arzt entscheiden.


    Auch wenn es dir schwer fällt das zu akzeptieren, die richtige Lösung heißt, unter ärztlicher Aufsicht ab dosieren. Bitte glaube mir, es gibt so viele Möglichkeiten dir zu helfen, das liegt an dir.


    Ich selber möchte niemals mehr so leben, verstehst du ? Ich hatte kein Leben mehr mit Diazepam ( gleiche Medikamenten Gruppe wie Bromazepam ) und Sucht und mit allen was dazu gehört. Der Preis den ich dafür bezahlt habe war entschieden zu hoch.


    Glaube mir, auch mit deiner Angst, das wird nur schlimmer. Es ist dein Leben und deine Entscheidung.


    LG Lana

  • Es gibt schon Ärzte, die Benzos längerfristig verschreiben und es ist ja auch nicht verboten, zu einem anderen Arzt zu gehen. Ich habe schon Medikamente gegen Angst und habe auch schon mal eine Therapie gemacht, aber das hilft einfach nicht. Ich merke nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht bereit bin, abzusetzen. Sicher wäre es das Beste, aber ich halte es ohne die Dinger einfach nicht aus. Klar haben

    Medikamente auch Nebenwirkungen. Ich nehme ja auch nur, was ich vom Arzt verschrieben bekomme. Anders geht's ja auch nicht. Ich habe gestern noch beim Bereitschaftsdienst angerufen und der Arzt hat gesagt, Opeprazol hilft gegen Entzugserscheinungen, aber wahrscheinlich verträgt sich das nicht mit meinen anderen Psychopharmaka, also kommt das eh nicht in Frage.

  • das mit den Opeprazol und andere Medikamente ( Wechselwirkungen ) habe ich dir ja geschrieben. Natürlich kannst du zu einen anderen Arzt gehen.


    Ich habe da meine Bedenken das du so ohne weiteres Bromazepam bekommst. Jeder verantwortungsbewusste Arzt wird fragen, warum du jetzt zu ihm kommst. Und von welchen Arzt und wofür du es bekommen hast. Weil mit solchen Medikamenten sehr oft Missbrauch gemacht wird, wegen den Suchtpotenzial.


    Dann habe ich vor kurzem noch gelesen ( ich habe mich informiert wegen einen süchtigen Verwandten ( Medikamentenmissbrauch )

    das süchtige Menschen dadurch auffallen, die Ärzte zu wechseln und immer höhere Dosierungen brauchen )


    Genau das habe ich in der Vergangenheit auch gemacht, was nur noch zu mehr Leidensdruck ( schlechtes Gewissen ) geführt hat. Das kann ein paarmal gut gehen wird aber kurz oder lang auffliegen. ( Die Krankenkassen achten da auch drauf )


    Jetzt kurz noch mal zu Dir, was möchtest du den neuen Arzt erzählen? Das du die Medikamente brauchst, ist ja auch in Ordnung. Nur der neue Arzt ist verpflichtet das zu überprüfen. Die Frage wird kommen, warum dein vorheriger Arzt der Dir das Bromazepam verschrieben hat und es nicht weiter macht. Er hat die Möglichkeit sich mit deinen vorherigen Arzt in Verbindung zu setzen, von daher ist es immer besser die Wahrheit zu sagen.


    Da ich nicht weiß wofür ( Diagnose ) Du genau das Bromazepam bekommen hast, kann ich dazu nichts sagen. Letztendlich kann das nur ein Arzt entscheiden und das erfordert eine genaue Diagnose. ( Angst ist ein allgenmeiner Begriff ) Sollte das Bromazepam gerechtfertigt sein, laut Deiner Diagnose, steht dem nichts entgegen.


    Bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte dir nicht das Bromazepam zuwider machen, ich kann es Dir aber auch nicht schön reden. Was ich Dir geschrieben habe spiegeln zum größten Teil meine eigenen Erfahrungen wieder. Ich bin der Auffassung das Du das wissen solltest.


    Ich verstehe wirklich in welcher mißglückliche Lage Du Dich im Moment befindest und möchte es nicht gut Meinen, sondern gut Machen.


    Dazu gehört auch ehrlich zu sein...….ich wünsche Dir viel Kraft.


    LG Lana

  • was mir eben noch eingefallen ist was Dir helfen könnte. Das wären Pflanzliche Mittel, die Abhilfe schaffen können. Mir hat zum Beispiel "Schwarzkümmel - Öl" bei Entzugserscheinungen geholfen oder Lavendel, Baldrian usw. da gibt es weitaus mehr ( einfach mal googeln )


    Dann gibt es auch homöopathische Mittel wie die Original Notfall - Tropfen von Dr. Bach ( Bachblüten ) , die habe ich immer im Haus und haben mir wirklich geholfen oder Schüssler Salze, auch hier gilt das gleiche wie oben, es gibt da auch mehrere Mittel ( ebenfalls googeln )


    Ich benutze diese Mittel auch für meine Hunde und schwöre darauf. Ich hätte früher nie an diese Mittel geglaubt, heute sind genau diese Mittel bei mir erste Wahl. Die haben zwar keine" Hammer - Wirkung" aber dafür helfen sie auf einen sanften Wege wirklich an der Ursache.


    In der Apotheke bist du gut Beraten und mit den Arzt darüber sprechen wegen eventuelle Wechselwirkungen, da Du ja noch andere Medikamente einnimmst, zur Sicherheit. Bei Johanneskraut sollte man vorsichtig sein, da gibt es insbesondere mit Antidepressiva Wechselwirkungen.


    Ich kann Dir nur empfehlen sich in diesen Bereich mal zu erkundigen.


    LG Lana

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