Freundin eines Kokainsüchtigen - Beziehung mit happy End ?

  • Hallo,


    Mein Freund und Ich sind mittlerweile seit 4 Jahren zusammen.

    Beide 22 Jahre.

    Kurz zu mir: ich bin vorher nie mit Drogen in Verbindung gekommen und bin auch absolut dagegen.

    Mein Freund konsumiert seit er 13 ist regelmäßig Alkohol ( kommt aus reichem Elternhaus, Eltern waren nie daheim und hat nie Sicherheit o.ä. erfahren dürfen)

    seit er ca. 14 ist konsumiert er Drogen. Erst sehr stark Cannabis , dann irgendwann Kokain. Im Alter von 16-17 Jahre hat er für eine Zeit lang gedealt.


    Immer wieder stand das Kokain zwischen uns und hat uns viele Streitereien gekostet. Immer wieder habe ich ihn dazu aufgefordert aufzuhören.

    Anfangs war es für ihn eine typische Partydrogen - man muss wissen, sein Freundeskreis besteht aus Kinder reicher Eltern, die alle ihren Eltern total egal sind. Das typische Bild wie auch bei meinem Freund. Den Eltern ist alles egal, Sie bekommen Geld ohne Ende.

    Er hat seine Schule abgeschlossen und eine Ausbildung angefangen. Mehrmals hat er versucht eine Pause einzulegen - oftmals wegen mir - aber anscheinende wollte er es nie wirklich.


    Seit einem Jahr hat er keinen Führerschein mehr und Muss eine MPU machen. ein paar Monate ging es gut und alles schien perfekt. Kein Alkohol, keine Drogen.

    Jetzt wo ich dachte alles wendet sich zum guten - kam der große Rückfall.

    er hat mich über Monate belogen und heimlich seine MPU geschmissen. hat wieder heimlich mit seinen Freunden getrunken und gekokst. Das Bankkonto wurde maßlos überzogen, welches die Eltern natürlich anstandslos ausgleichen.


    Nach ein paar Wochen hat er es mir gestanden und hat den Schritt gewagt in eine Klink zu gehen.


    Allerdings plagen mich die Gedanken. Kann jemand von Kokain wegkommen ?

    Ich selbst bin mir unsicher, da er ja nur 2-3x wöchentlich konsumiert hat - hauptsächlich am Wochenende. Nicht täglich. Allerdings hat er mit vielen aus seinem alten Freundeskreis noch kontakt - meiner Meinung wäre ein Kontaktabbruch das richtige ... diese Leute haben alle selbst ein Drogenproblem und keine Realität vor Augen.

    Wie wichtig ist es sich von dem Freundeskreis zu trennen ?

    Gibt es hier jemanden der einen Kokain Entzug hinter sich hat und kann mir ein wenig was dazu schreiben ?

    Gibt es so eine Geschichte - Kokainabhähngig - Entzug - Happy End ??


    um Antworten wäre ich sehr dankbar!


    Viele Grüße

  • Hey!


    Naja, letztendlich kommt es auf ihn an. Man kann, wenn man will davon wegkommen. Wie sieht dein Freund das denn? Will er überhaupt dauerhaft clean werden? War es seine eigene Entscheidung in eine Klinik zu gehen? Vielleicht wäre es auch sinnvoll danach eine Langzeittherapie zu machen, wenn er schon seiten Jahren konsumiert.

    Und Kontaktabbruch raten ihm hoffentlich die Therapeuten.

  • Servus Sunny22

    gerade habe ich ein anderes Thema beantwortet, wo es auch um Kokain geht, vielleicht schaust du da mal rein ==> RE: Immer wieder Rückzug


    Einiges hat ja Lady schon geschrieben, ein paar Fragen möchte ich noch ergänzen.
    Was bedeutet, in eine Klinik zu gehen? Ist denn nun dort? Was für eine Klinik ist das?

    Gerade bei solchen Drogen wie Kokain, spielt es nicht unbedingt eine große Rolle, ob man täglich oder mehrmals die Woche konsumiert.
    Nur weil man nicht jeden Tag seine Droge nimmt, ist man weniger süchtig!
    Vielleicht hast du schon mal was von Quartalskonsumenten gehört, oft in Verbindung mit Alkohol aber auch genauso mit anderen Drogen.
    Einfach erklärt könnte man auch so sagen, Kokain macht nicht in gleicher Weise körperlich abhängig wie zum Beispiel Heroin.
    Trotzdem geht es um eine Suchterkrankung, im wesentlichen geht es aber bei solchen Drogen wie Kokain meist um eine extrem psychische Abhängigkeit.
    Dennoch treten auch hier Entzugserscheinungen auf, meist aber psychosomatisch bedingt, aber ganz bestimmt nicht weniger stark.

    Eine Trennung von der Szene, in deinem Fall eben von seinen Freunden die ja fleißig weiter konsumieren, ist unabdingbar!

    Es ist löblich für dich als Freundin, wenn du nach wie vor zu ihm hältst, aber man muss auch klar sagen, du musst dich wirklich auch selbst schützen.
    Du hast es ja schon erlebt, er hat dich über Monate belogen und betrogen!
    Für dich ist abzuwägen, ob du wirklich diesen Weg mitgehen willst, wobei das ja wesentlich von den Fragen von Lady abhängt - will er glaubwürdig überhaupt auf alle Drogen und Alkohol verzichten?

    Meiner Meinung ist eine dauerhafte Entwöhnung gerade bei solchen Suchtstoffen besonders schwer, die lange keine körperlichen Erscheinungen oder Symptome mit sich bringen.

    Und ja, ich schreibe aus eigenen Erfahrungen, wobei ich nach einigen Jahren auf Heroin umgestiegen bin.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo Sunny22,


    wie die beiden vor mir schon geschrieben haben, es ist auf jeden Fall möglich von Kokain wegzukommen, es ist nur wichtig, dass der Konsument es auch wirklich selber möchte. Du hast ja schon erlebt, dass er es einige Monate (z.B. für dich) eingestellt hat, letzendlich jedoch immer wieder rückfällig wurde.


    Mich würden die Fragen von Franz bezüglich der Klinik auch interessieren. Welche Klinik? ist er gerade dort? seit wann ist er schon dort?

    Ich stimme auch zu, dass es sehr wichtig ist, dass du auf dich schaust. Du kannst dir auch Unterstützung suchen, indem du dich an eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe wendest. Dort werden auch Angehörigkeitsberatungen durchgeführt.
    Wenn du noch andere Fragen hast, können wir auch gerne einen Chattermin ausmachen, wir sind momentam jeden Tag von 11:00 - 14:00 Uhr in unserem extern gesicherten Chat online. https://www.condrobs.de/chat du kannst gerne einfach vorbei schauen, ist natürlich anony, kostenlos und wir unterliegen der Schweigepflicht.

    Alles Gute
    Carmen

  • Hallo ConActionCarmen, Franz und SoccerLady


    vielen Dank für eure Antworten.


    Er hat sich selbst dazu entschieden in eine Klink zu gehen und hat sich seinen Eltern und mir gegenüber zu seinem Problem bekannt und hat um unsere Hilfe gebeten - die vorherigen male habe ich das Thema immer angesprochen und er hat es mit einem ''ja ja ich hör schon auf'' abgetan ( er wollte es einfach nie ). Doch jetzt habe ich schon das Gefühl, dass er wirklich etwas ändern möchte und das er den Ernst der Lage verstanden hat.


    Er ist in einer Privatklinik die sich auf Alkohol und Kokain Entzug spezialisiert hat.

    Er ist nun erstmal 4 Wochen komplett dort und kommt dann Nachhause, wird seine Ausbildung fortsetzen und weiterhin 3x die Woche Betreut.

    Ja ,sein Ziel ist es dauerhaft clean zu bleiben, weil er erkannt hat, dass er so sein Leben nicht weiterführen kann und will.

    Ich hoffe das so jemand irgendwann ein normales Leben führen kann, auf der einen Seite denke ich mir, dass es ja klappen müsste ( natürlich wenn er möchte und den willen dazu hat) da er ja noch jung ist und das Ruder noch rumreißen kann...anderseits denke ich mir ob er die Sucht aus seinen Kopf bekommt, so dass es möglich wird ein normales geregeltes Leben zu führen.

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