Sind das Depressionen?

  • Hallo,


    ich bin neu im Forum und hatte in meinem Begrüßungsthread schon etwas dazu geschrieben, jetzt aber noch mal im passenden Bereich:


    Ich weiß nicht, was ich von mir erzählen soll ... ich habe seit einiger Zeit den Gedanken an Depressionen zu leiden. Aber dann denke ich, dass es Menschen gibt, denen es wirklich schlecht geht, im Gegensatz zu mir.

    Ich habe 2 Kinder, bin seit 4 Jahren von ihrem Vater getrennt, mittlerweile geschieden. Seit ca. 1,5 Jahren habe ich einen neuen Partner. Ich liebe ihn und er mich, aber ich frage mich so oft, warum er mich liebt? Ich habe m.M.n. keine Eigenschaften, die man lieben könnte. Und auch mit den Kindern habe ich das Gefühl nichts richtig zu machen. Sie leben bei mir und wenn sie bei mir sind ist halt Alltag (klar, im Moment ist das aufgrund der Coronakrise alles etwas anders ...) und bei ihrem Vater ist immer Spannung, Spiel und wohl auch viel Schokolade und bei mir gibt es "du musst deine Lernpakete, die du von deiner Lehrerin während der Schulschließung bekommen hast erledigen" und "morgen habt ihr einen Zahnarzttermin" etc. pp.


    Ich grübele die ganze Zeit darüber und wenn die Kinder da sind bin ich abgelenkt, aber wenn sie nicht da sind hab ich das Gefühl in ein Loch zu fallen, will nur im Bett liegen und heulen und meistens will ich meinen Freund dann auch nicht sehen (wir wohnen nicht zusammen). Mir ist mittlerweile aufgefallen, dass es mir kurz bevor ich meine Periode bekomme auch schlechter geht ... klar PMS, aber das ganze ist nicht nur körperlich, vor allem psychisch.

    Ich will einfach nur im Bett liegen, meine Ruhe haben, nicht einkaufen gehen, nicht kochen müssen, nichts auf- oder wegräumen, nicht arbeiten müssen ... einfach mal gar keine Verantwortung haben müssen ...

  • Servus,

    wenn man deine Beschreibung liest, hörte sich schon nach Depressionen an, genau deswegen solltest du unbedingt einen Fachmann/-frau hinzuziehen.
    Sicher gibt es Menschen, denen es vielleicht schlechter ergeht als dir, aber es ist immer zu bedenken, Depressionen können eine lebensbedrohliche Krankheit sein!
    Oft meint man „stell dich einfach nicht so an“ oder eben anderen geht es viel schlechter …
    Damit ist hier aber nicht geholfen, dir geht es schlecht und das vermutlich ja schon eine längere Zeit und deswegen solltest du unbedingt handeln.

    Wichtig eine Unterscheidung zwischen PMS und PMDS, letzteres ist ja auch eine Unterart von Depressionen!

    Gut beschrieben unter anderem hier ==> Prämenstruelles Syndrom (PMS) - Nervige Tage vor den Tagen | Die Techniker


    Hast du das schon mal beim Frauenarzt angesprochen?

    Da es aktuell mit Arztterminen, speziell Therapeuten und Psychologen, nicht so ganz einfach ist, könntest du vielleicht vorbereitend schon mal ein Tagebuch führen.
    Hilfreich sind da oft Vorlagen wie zum Beispiel ==> PMS-Tagebuch.pdf

    Was du über Trennung und Umgang mit dem ehemaligen Partner beschreibst, ist irgendwie normal.
    Natürlich versucht derjenige, der die Kinder nicht im Alltag hat, an den Besuchswochenenden (Besuchszeiten) irgendwie was besonderes anzubieten.
    Aus eigenen früheren Erfahrungen glaube ich aber, die Kinder können das dann früher oder später sehr gut unterscheiden ;)
    Wenn das aber tatsächlich zu größeren Problemen führt, sollte das natürlich mit dem Ex Partner offen und klar besprochen werden.
    Genaueres hast du ja nicht geschrieben, ich hoffe dass dies, wenn wirklich nötig, überhaupt möglich ist!?

    Sprichst du mit deinem jetzigen Partner über deine Probleme?

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Vielleicht hilft es dir, wenn ich kurz berichte, was ich gerade lerne: Wenn mir eine innere Stimme sagt, dass ich mich nur ein kleines bisschen zusammenreißen muss, nur ein wenig mehr geben und nur ein klitzekleines bisschen weniger Dramaqueen sein soll und ich "eigentlich" gesund bin und mich einfach nur anstelle.....

    dann könnte es sein, dass das auch ein Symptom meiner Depression ist.

  • Danke für eure Antworten.


    Von PMDS habe ich schon gehört bzw. gelesen. Ich führe seit längerer Zeit, seit ca. 4-5 Jahren, eine Zyklus App, in der ich alle Symptome und "Launen" festhalte. Dadurch ist mir das eigentlich auch aufgefallen, dass es so ab der Mitte vom Zyklus los geht. Nein, mit meiner Frauenärztin habe ich darüber noch nicht gesprochen. Da stünde sowieso noch mal ein Termin an.


    Ich habe meinem neuen Partner schon ein paar Mal gesagt, dass ich glaube Depressionen zu haben, aber ich weiß nicht, ob er damit so umgehen kann bzw. denkt. Er bekommt diese "im Bett rumliegen und heulen" Phasen auch eher nicht mit. Ich erzähle es ihm zwar manchmal und er fragt, wie er mir helfen kann, aber ich weiß es selbst nicht.


    Ich merke auch irgendwie, dass ich die letzten Wochen -seit Corona- noch lethargischer bin. Ich arbeite seit März von zu Hause aus. Ich bin schon froh darüber, dass ich weiter arbeiten kann und dass ich keine Einkommenseinbuße habe. Meine Kinder sind im Grundschul- und Kindergartenalter, deshalb bin ich zu Hause. Und deshalb bin ich ja froh, dass mein Arbeitgeber mir direkt die Möglichkeit gegeben hat.

    Also im Prinzip keine Grund zur Beschwerde, aber so langsam drückt das Ganze doch ziemlich auf die Stimmung und die Nerven. Auch die Tipps a la "Bewegung", "frische Luft" bringen nichts, ich habe einfach keine Muse dazu.

  • wie er mir helfen kann, aber ich weiß es selbst nicht

    Gut wenn er dir überhaupt zuhört, viele tun sowas einfach ab ...


    Da stünde sowieso noch mal ein Termin an.

    Da solltest es ansprechen!


    Hast du schon mal Therapie gemacht, also früher?

    Man sollte nicht zu lange warten, solche Symptome klingen meist nicht einfach wieder ab, aber man kann wirklich viel dagegen unternehmen.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Nein, ich alleine habe keine Therapie gemacht. Ich hatte die Genehmigung für eine Mutter Kind Kur, in der es vor allem um mich gehen sollte, Grund auch die Psyche. Ich hatte gehofft, dass dort jemand wäre, mit dem ich darüber sprechen könnte ... naja und dann kam Corona dazwischen. Ich habe bis heute keinen Termin.


    Was im Moment auch ein großes Problem für mich ist, ist mein Freund. Schon seit längerem bin ich mir nicht sicher, ob ich noch mit ihm zusammen sein will. Im Prinzip geht mir alles was er macht und sagt auf die Nerven. Ich bin mittlerweile froh, wenn wir uns nicht sehen. Darüber habe ich noch nicht mit ihm gesprochen, aber ich denke er kann meine ablehnende Art langsam spüren.

    Er engt mich einfach ein. Dass er in meinem Bett 70% einnimmt und ich immer gequetscht daliege ... dass er mir ins Gesicht schnarcht ... dass er immer alles besser weiß, mir nie etwas glaubt und dann immer auf seinem Handy googeln muss, um den Gegenbeweis zu finden ... dass er raucht (was zu Beginn für mich überhaupt kein Thema war) ... dass er unordentlich ist ... dass er mir ständig sagt, dass er mich liebt, mag, süß findet (und das hört doch eigentlich jeder gerne, aber ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll) ...

    Das schöne Gefühl von am Anfang ist einfach verflogen ... komplett 😔

  • Ich bin heute Mittag zu meinem Freund gefahren und habe mit ihm gesprochen und ihm alles gesagt.

    Was mich stört und auch, dass es mir psychisch oft nicht so gut geht. Und ich bin froh, dass ich mit ihm gesprochen habe und es geht mir jetzt besser.

  • So nun 2 Tage nach dem Gespräch kommt wieder ein unzufriedenes Gefühl auf.

    Wir haben uns jetzt seit dem Abend nicht gesehen.

    Er schreibt mir ständig "Schatzi" etc und fragt mich, ob wir uns heute sehen, ob wir heute telefonieren, ob ich morgen vorbei komme ... ich will nicht. Ich will nichts davon. Es macht mich verrückt, aber ich habe auch ein sehr schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass ich einfach entscheide meine Ruhe haben zu wollen und er fühlt so gar nicht 😕 ich weiß halt wie das ist, weil es bei meinem Ex-Mann auch so war, nur wollte er mich da irgendwann nicht mehr sehen.

    Außerdem ist es unfair ihn am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen (oder am ausgestrecktem Finger, ich weiß grade gar nicht wie man sagt ...) und zu verlangen dass er wartet wie ich entscheide und dann zu verlangen dass er das akzeptieren muss...

    Ja, das erinnert mich sehr an das Ende meiner Ehe ...

  • Vielleicht hilft es ja, wenn du dir überlegst, wann du ihn sehen möchtest und ihm das anbietest? Du könntest erklären, dass es dir gerade nicht so gut geht und im Moment mehr Zeit für dich brauchst. Und dass du aber dann und dann gern wieder zusammen mit ihm bist.

    Das Gefühl, ihn nicht mehr sehen zu können, könnte weniger mit ihm und dir sondern vielleicht mehr mit dir allein zu tun haben. Vielleicht ist es ein Signal, dass du dich um dich selbst kümmern sollst und erst dann wieder nach außen gehen kannst.

    Und vielleicht ist es ja möglich, das mit ihm zu besprechen?

    Und sich gut um sich zu kümmern?

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