Cannabisentzug erweist sich als Albtraum

  • Hey Leute, vielleicht klingt der Titel viel düsterer als es eigentlich ist, vielleicht trifft er den Nerv aber trotzdem ganz schön gut.

    Ich habe bereits mit 14 Jahren angefangen zu kiffen, dann aber mit 16 Jahren aufgehört und einen sehr intensiven Konsum mit 20 Jahren begonnen. Der Auszug aus meinem Elternhaus in eine WG zum Studium und der Verkauf meines Autos haben das Kiffen wieder attraktiv gemacht. So habe ich meinen Konsum von 0 auf 100% gebracht und ca. 3-4 Monate fast täglich im Übermaß konsumiert. Abends waren es mindestens immer 3 Joints und an Tagen, an denen ich frei hatte, waren es auch bestimmt 7-8 Joints über den Tag weg, von morgens bis abends also. Ich kam sehr gut damit klar, habe endlich mein Leben als verkiffter Student realisiert. Zum Ende hin habe ich immer mehr gemerkt, dass mir das Kiffen weniger Spaß macht und habe mich schlussendlich dazu entschieden nur noch am Wochenende zu konsumieren. Ich habe in der Zeit meines Konsums bereits mal für 1 Woche aufgehört, da hatte ich keine Entzugssymptome. Letzte Woche Sonntag habe ich meinen letzten Joint geraucht, am Montag begann der ganze Zirkus. Ich war unkonzentriert auf der Arbeit, habe mich in meinen eigenen Gedanken verloren und habe gemerkt wie ich immer mehr in Angst versinke. Ich habe viel gegoogelt, mich selber verrückt gemacht und eine Angst für eine psychische Störung entwickelt. Ich bin dann kurzerhand nach Hause zu meinen Eltern gefahren und habe denen dann berichtet, dass ich Angst habe mich selber zu verlieren und nicht mehr ganz weiß was los mit mir ist. Ich habe viel geweint und konnte nicht verstehen was gerade mit mir passiert, es war tatsächlich wie ein Albtraum. Glücklicherweise kam ich schnell zum Entschluss, dass es Entzugssymptome sein können, die mich quälen und mich komplett neben der Spur stehen lassen. Ich habe im Internet von Psychosen gelesen mit denen ich mich nicht identifizieren konnte und auch andere Krankheiten haben nicht zu meiner Geschichte und meinem Typ gepasst. Vielleicht ist es auch wichtig zu erwähnen, dass mein Leben nahezu perfekt ist und ich keinen Grund zur Klage habe, ich bin ein unglaublich aufgeweckter und fröhlicher Mensch, der durch seine Ausstrahlung und Art immer positiv aufgefallen ist. Ich komme aus einem guten Elternhaus, habe eine sehr gute Bindung zu meinen Eltern und ansonsten habe ich nur "First-World-Problems". Daher erschien es mir so surreal, was da gerade mit mir passiert. Bin ich jetzt gestört? Komme ich nie wieder klar? Diese Gedanken haben mich geradezu verfolgt. Zum Glück habe ich mit einem meiner besten Freunde darüber gesprochen und er konnte sich sehr gut mit meinen Symptomen identifizieren, da er gleiches durchgemacht hat und nun auch endlich clean ist. Das hat sehr gut getan und dadurch wurde mir auch die Angst genommen, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich hatte einfach unglaubliche Angst vor meiner Psyche und den Streichen, die sie mir in dieser Woche gespielt hat. Zudem kam auch, dass ich seit Tagen nichts gegessen habe und vom Schlafen war gar nicht erst zu "träumen" (haha- Wortwitz). Ihr merkt es vielleicht, es geht mir wieder besser, ich habe das (glaube ich) überstanden. Jetzt plagt mich das Gefühl der Lustlosigkeit, mich interessiert kaum etwas und Freude empfinde ich nur, wenn ich gerade komplett abgelenkt werde - wenn ich mit meinen Freunden zusammen Zeit verbringe zum Beispiel. Trotzdem verfalle ich immer wieder in alte Muster, merke ich wie ängstlich werde, obwohl ich weiß, dass es nur mein Kopf ist, der mir solche Sachen einredet. Auch hatte ich oft das Gefühl, dass das alles nicht so wirklich echt ist, im Internet habe ich von Desrealisation gelesen. Diese Phase habe ich aber glaube ich auch durch.
    Ich bin gerade, jetzt nach einer Woche ohne Cannabis, gefühlt leicht depressiv und sehe nicht wirklich die ganzen guten Perspektiven in meinem Leben, hänge irgendwie fest. Ich warte sehnlichst auf den Moment, an dem das einfach aufhört und alles wieder normal ist. Ich hatte kurze Phasen, da war alles wie vergessen, dann durchläuft mich wieder ein Gefühl, dass mich daran erinnert, dass doch noch nicht alles in Ordnung ist.
    Es ist komisch, teilweise haben sich meine Erlebnisse wirklich Psychose-artig angefühlt, Wahnvorstellungen oder sonstige Dinge habe ich aber zum Glück nicht erlebt. Ich frage mich gerade, wie lange diese Phase noch anhält. Ich bin nämlich ein absolut positiver Mensch und hasse schlechte Laune, dementsprechend ist das gerade echt ein Albtraum für mich.


    Hoffe hier auf Zuspruch zu treffen aber möchte auch anderen Leuten, die gerade ähnliches Erleben, die Angst nehmen, dass es ausweglos erscheint.


    LG :-)


    PS: Ansonsten hatte/habe ich auch alle anderen typischen Entzugssymptome: Schüttelfrost, dann Hitzewallungen, schneller Puls, schwitzige Hände, Appetitlosigkeit, innere Unruhe, etc.


    Ach und was ich noch vergessen habe: Seit 2 Tagen schlafe ich wieder, heute sogar knapp 10 Stunden, ohne zwischendurch aufzuwachen. Hunger bekomme ich auch wieder und meine Angst wurde mir ja wie gesagt auch genommen, bzw. hat auch sehr sehr nachgelassen!

    2 Mal editiert, zuletzt von crazybrazy () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von crazybrazy mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Moin,


    läuft gut bei dir.Klasse, dass du aufgehört hast und was du jetzt erlebst, sollte dich in einem Entschluß einfach nur weiter bestärken!

    Der Verlauf deines Entzuges ist völlig "normal"; wenn jetzt die Schlafqualität besser wird und die Ernährung sich normalisiert, wirst bestimmt bald auch mehr Energie und Lebenslust bekommen!

    Hast ja jetzt den Erfahrungswert gemacht, dass es schwieriger wurde mit dem erneuten Stop, von daher einfach die Finger weglassen & nicht anfangen, leichtsinnig zu werden.

    Das Thema "mal eben EINEN rauchen", sollte damit durch sein - es geht eben nicht gut!


    Weiter viel Kraft und Energie.Freue dich über jeden Fortschritt & wenn es mal nicht so läuft, mache dir bewußt, dass das MIT Kiff auch oft so war. LG.Klaus

  • Servus,

    vorab Glückwunsch zu deiner Entscheidung und letztlich dann auch der Umsetzung deines Konsumstopps.
    Wie Klaus schon schrieb, halte auch ich es für einen normalen Ablauf.
    Wenn man Entzugssymptome wie Schüttelfrost, Hitzewallungen, unnormalen Puls, Appetitlosigkeit usw. hat, kann man meist damit umgehen und vielleicht sogar irgendwie Abhilfe schaffen.
    Psychische Erscheinungen sind aber in der Regel nicht so leicht abzustellen, deswegen ja auch die Ängste.
    Es mag sich vielleicht blöd anhören, aber ich finde Entzugssymptome irgendwie auch hilfreich, so wird eigentlich jedem klar dass man gerade eine schwere Zeit durchmacht.
    Würde ein Entzug ohne jegliche Probleme ablaufen, würde man im Grunde gar nicht merken, was die Droge in einem wirklich bewirkt.

    Wenn ich es richtig verstehe, bist du nun bei etwa zehn Tagen ohne Cannabis, oder?
    Für diesen Zeitpunkt finde ich deinen Status ziemlich gut.
    Eines der schlimmsten Dinge ist das nicht schlafen können, das scheint bei dir ja schon ganz gut zu klappen.
    Hast du hierbei eine Veränderung wahrgenommen, damit meine ich, träumst du (jetzt wieder)?

    Vermutlich wird dich der Entzug auf die ein oder andere Weise noch eine Zeit begleiten, hier findest du einen ganz guten Überblick ==> Onlineausstiegsprogramm "Lass das Gras"

    Wichtig ist dabei, auch wenn manche Symptome vielleicht wieder mal auftauchen, dass sich der Allgemeinzustand irgendwie merklich bessert.
    Du hast jetzt keine näheren Angaben gemacht, was du alles so treibst um dir das ganze etwas leichter zu machen.
    Daher einfach mal hier die üblichen Tipps, viel frische Luft, viel Flüssigkeit (alkoholfrei versteht sich von selbst), körperliche Betätigung so weit es möglich ist usw.
    Viele reden, oder auch schreiben, hilft auch ungemein und du hast ja auch das Glück, dass du mit Eltern und Freunden Gesprächspartner hast.
    Vielleicht kannst ja auch wieder einem früheren vergessenen Hobby nachgehen oder so …

    Wenn irgendwelche Probleme über einen Zeitraum von 10-12 Wochen immer noch bestehen, sollte man vielleicht auch mal einen Gesundheitsscheck machen.
    Generell rate ich aber auch dazu, sich nicht nur über den Entzug Gedanken zu machen, sondern auch in Hinsicht dauerhafter Entwöhnung Überlegungen anzustellen.
    Das bedeutet, dass man vielleicht alles mal über denkt, warum es überhaupt so weit gekommen ist - dazu braucht es nicht immer gleich eine Therapie oder Selbsthilfegruppe (was beides natürlich immer irgendwie hilfreich wäre), eventuell kannst du dich ja hier über Beiträge beizeiten auch mit diesem Thema mal beschäftigen.

    Noch mal, großen Respekt für diesen Schritt, jetzt heißt es einfach dranbleiben!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo Leute, vielen Dank für den positiven Zuspruch!

    In der Tat waren bzw. sind die psychischen Erscheinungen weitaus schlimmer als die körperlichen. Ich merke aber wie die Welt um mich herum immer wieder mehr zu meiner eigenen wird, das fühlt sich sehr gut an. Zwischendurch kommen die Symptome immer wieder, durch das Gröbste bin ich aber jetzt denke ich mal durch.
    Meine Zeit verbringe ich gerade in der Heimat, ich trinke viel (natürlich alkoholfreies) und verbringe die meiste Zeit mit meinen Freunden. Gestern hatte ich leider nochmal einen kleinen Tiefpunkt, war total unglücklich und habe mich wieder versinken gesehen. Das sind dann wohl die immer wieder auftauchenden Symptome, wovon ihr gesprochen habt. Heute gehe ich zum Beispiel Fußball spielen, an anderen Tagen bin ich mit dem Rad gefahren, könnte aber tatsächlich noch viel mehr Sport machen, das werde ich in den nächsten Tagen auch machen.
    Die Phasen der schlechten Laune gehen immer mehr zurück, sie dominieren nicht mehr meinen Tag. Komplett von dem Gedanken, dass da was mit mir passiert ist, dass nicht normal war, der lässt mich noch nicht los und begleitet mich oft noch, ich denke das macht die Zeit.
    Nochmals großen Dank und Peace!

  • Hallo crazybazy,


    Respekt für deinen ausstieg.

    Bei mir ist es ähnlich, nur dass ich mittlerweile bei Tag 24 der Abstinenz bin.

    Ich kann schlafen und essen, jedoch geht es mir so gut wie keinen Tag so richtig gut. Ich finde an nichts Freude.. Freue mich auch auf nichts und bin sehr antriebslos. Ist das bei dir auch noch so?

    Ich kann mich auch nicht dazu aufraffen mal Sport zu machen oder spazieren zu gehen. Ich gehe arbeiten und versinke danach in google in Erfahrungsberichte und hoffe, dass mir jemand sagt, dass das alles nur der entzug ist und es von alleine besser wird.


    Vielleicht kann mich ja einer dahingehend beruhigen? Es sind ja mittlerweile schon 3 Wochen. Bin schon mitten in der vierten. Ich dachte nach 2-3 Wochen wäre das gröbste geschafft. Bin übrigens 27 und habe 4 Jahre sehr viel gekifft. Schon morgens angefangen..


    Vg Reka

  • Ich kann schlafen und essen, jedoch geht es mir so gut wie keinen Tag so richtig gut. Ich finde an nichts Freude.. Freue mich auch auf nichts und bin sehr antriebslos. Ist das bei dir auch noch so?

    Ich kann mich auch nicht dazu aufraffen mal Sport zu machen oder spazieren zu gehen. Ich gehe arbeiten und versinke danach in google in Erfahrungsberichte und hoffe, dass mir jemand sagt, dass das alles nur der entzug ist und es von alleine besser wird.

    Hi,


    das Problem ist eben die Tatsache, dass du "NUR" aufgehört hast zu kiffen!

    Bitte nicht falsch verstehen: Es ist großartig, dass du das erkannt hast & angehst.Und trotz des langen Zeitraumes der Abstinenz jetzt nicht wieder anfängst! Super!


    Aber für dein ganzes System sieht es eben so aus, dass keine Droge mehr kommt & das Belohnungszentrum keinerlei Reize bekommt.

    Es macht wirklich Sinn, sich aufzuraffen und ein paar Aktionen zu starten.

    Geh regelmäßig ne halbe Stunde im Wald spazieren, das erdet und gibt gute Impulse (wissenschaftlich erwiesen), außerdem tankst du so Licht und auch das hebt die Stimmung.

    Es geht darum, denn Stop nicht als einen Verlust zu empfinden, sondern die freigesetzte Energie einzusetzen und sich bewußt freier zu fühlen.

    Denk nur an die Vorteile: Nicht mehr illegal, sparst Geld, setzt den Führerschein nicht auf's Spiel etc


    Also: Von alleine wird es nicht besser werden, aber mit ein wenig Eigeninitiative sehr wohl.


    Bleib dran! LG.Klaus


  • Hallo Klaus.

    Ich habe mir deine Worte zu Herzen genommen und bin mit meiner Mutter 1h im Wald spazieren gegangen. Es hat tatsächlich sehr gut getan. Das muss ich glaub ich öfters machen :)

    Danke!

  • Hey, freut mich.

    Ja, Aktion in Eigeninitiative brungt dann eine gewisse Befriedigung und das wieder baut auf.

    Es müssen ja keine Brachialwanderungen sein, einfach in der Natur gehen fährt das Gedankenkarussel runter und erdet.

    Ich hab immer wieder mit Depris zu tun & seit ich täglich meine Stunde (Minimum) Natur und Bewegung habe, geht es mir wesentlich besser damit.


    Wenn du magst, schau dir doch mal das Programm hier an:
    Onlineausstiegsprogramm "Lass das Gras"

    Ich berate dort und könnte dich so 90 Tage begleiten & dir im Laufe der Zeit bestimmt noch den ein und anderen Tip geben!


    LG und nen guten Tag.Klaus

  • Hallo Reka, das klingt fast so, als hätte ich es selber geschrieben, also: JA, genau das Problem habe ich auch. Ich habe ganz oft noch negative Gedanken, eine Begeisterung für alles was es so gibt, existiert manchmal gar nicht, sehe viele Sachen als sinnlos an. Das sind aber Phasen, versprochen. Ich habe es oft Abends, dass ich zur Ruhe komme und merke, dass es nur meine Gedanken sind, die mich belasten. Am nächsten Tag beginnt es aber leider meistens wieder von vorne. Wichtig ist, dass du dran bleibst, so geht es mir schon viel besser. Auch wenn die Arbeit keine Lust macht, so ist es bei mir nämlich auch, zieh sie durch und betrachte es als etwas positives und produktives. Vor allem Sport und frische Luft helfen ganz gut. Mach dir keinen Kopf, es wird vorbei gehen. Ich habe mittlerweile auch wieder gute Phasen, in denen ich fast "vergessen" habe was mit mir los war, aber ganz so einfach ist das nun wohl doch nicht. Freu dich auf die Zukunft, sie wird besser, versprochen :-)
    Ich probiere übrigens ab heute mal CBD-Öl aus, was Unruhe und Stress mindern soll, hoffe dass ich dadurch auch wieder schlafen kann. Und wichtig ist: Sobald du wieder Freude verspürst, wirst du merken wie sich dein Leben wieder um 180 Grad in die richtige Richtung dreht, das merke ich jetzt schon teilweise.

    Außerdem hast du viel länger gekifft als ich, dementsprechend wirst du vielleicht auch einen längeren Entzug durchmachen. Erinnere dich daran, dass es echt nur Entzugssymptome sind und sonst nichts, das hat mir am aller meisten geholfen. Und lass das googeln vielleicht weg, dadurch habe ich mich anfangs wirklich in Panik gestürzt, das bringt niemanden weiter!

  • Hallo Reka, das klingt fast so, als hätte ich es selber geschrieben, also: JA, genau das Problem habe ich auch. Ich habe ganz oft noch negative Gedanken, eine Begeisterung für alles was es so gibt, existiert manchmal gar nicht, sehe viele Sachen als sinnlos an. Das sind aber Phasen, versprochen. Ich habe es oft Abends, dass ich zur Ruhe komme und merke, dass es nur meine Gedanken sind, die mich belasten. Am nächsten Tag beginnt es aber leider meistens wieder von vorne. Wichtig ist, dass du dran bleibst, so geht es mir schon viel besser. Auch wenn die Arbeit keine Lust macht, so ist es bei mir nämlich auch, zieh sie durch und betrachte es als etwas positives und produktives. Vor allem Sport und frische Luft helfen ganz gut. Mach dir keinen Kopf, es wird vorbei gehen. Ich habe mittlerweile auch wieder gute Phasen, in denen ich fast "vergessen" habe was mit mir los war, aber ganz so einfach ist das nun wohl doch nicht. Freu dich auf die Zukunft, sie wird besser, versprochen :-)
    Ich probiere übrigens ab heute mal CBD-Öl aus, was Unruhe und Stress mindern soll, hoffe dass ich dadurch auch wieder schlafen kann. Und wichtig ist: Sobald du wieder Freude verspürst, wirst du merken wie sich dein Leben wieder um 180 Grad in die richtige Richtung dreht, das merke ich jetzt schon teilweise.

    Außerdem hast du viel länger gekifft als ich, dementsprechend wirst du vielleicht auch einen längeren Entzug durchmachen. Erinnere dich daran, dass es echt nur Entzugssymptome sind und sonst nichts, das hat mir am aller meisten geholfen. Und lass das googeln vielleicht weg, dadurch habe ich mich anfangs wirklich in Panik gestürzt, das bringt niemanden we

    Wie lange bist du nun abzinent?

    Mir geht es tatsächlich abends auch immer besser.. Wie komisch, dass es bei dir genau so ist.

    Heute is es schon eeeetwas besser als gestern. Aber immer noch komisch..

    Ich war gestern Abend noch 1h spazieren, vielleicht hat das wirklich seinen Teil dazu beigetragen..

    Habe zu Hause einiges liegen lassen die letzten 3 Wochen weil ich mich nur mit mir und meinen Gedanken beschäftigt habe. Weiß gar nicht wo ich anfangen soll.. Aber vlt einfach mal machen.

    Mal schauen was der Tag noch so bringt.

    Es ist schön zu hören, dass es dir schon etwas besser geht. Das hoffe ich für mich auch!


    LG Reka

  • Seit ca. 15 Tagen jetzt, die erste Woche und die Tage danach waren wirklich wie ein schlechter Traum, kein Vergleich mehr zu jetzt. Ich stecke auch momentan im Prüfungsstress von der Uni, was ich vor 1 Woche noch als unmachbar empfand, sehe ich aber heute als umsetzbar. Nimm dir die Zeit die du brauchst um dafür wieder bereit zu sein.
    Bei mir war es auch so, dass ich manchmal dachte, dass ich komplett durch bin mit der Sache und im nächsten Moment hat es mich wieder gepackt und ich war wieder am Boden zerstört. Falls du also wieder schlechtere Tage erlebst, erinnere dich daran, dass es auch schon gute Phasen gab und die auch immer öfter wiederkehren.


    LG :)

  • Hallo Reka, das klingt fast so, als hätte ich es selber geschrieben, also: JA, genau das Problem habe ich auch. Ich habe ganz oft noch negative Gedanken, eine Begeisterung für alles was es so gibt, existiert manchmal gar nicht, sehe viele Sachen als sinnlos an. Das sind aber Phasen, versprochen. Ich habe es oft Abends, dass ich zur Ruhe komme und merke, dass es nur meine Gedanken sind, die mich belasten. Am nächsten Tag beginnt es aber leider meistens wieder von vorne. Wichtig ist, dass du dran bleibst, so geht es mir schon viel besser. Auch wenn die Arbeit keine Lust macht, so ist es bei mir nämlich auch, zieh sie durch und betrachte es als etwas positives und produktives. Vor allem Sport und frische Luft helfen ganz gut. Mach dir keinen Kopf, es wird vorbei gehen. Ich habe mittlerweile auch wieder gute Phasen, in denen ich fast "vergessen" habe was mit mir los war, aber ganz so einfach ist das nun wohl doch nicht. Freu dich auf die Zukunft, sie wird besser, versprochen :-)
    Ich probiere übrigens ab heute mal CBD-Öl aus, was Unruhe und Stress mindern soll, hoffe dass ich dadurch auch wieder schlafen kann. Und wichtig ist: Sobald du wieder Freude verspürst, wirst du merken wie sich dein Leben wieder um 180 Grad in die richtige Richtung dreht, das merke ich jetzt schon teilweise.

    Außerdem hast du viel länger gekifft als ich, dementsprechend wirst du vielleicht auch einen längeren Entzug durchmachen. Erinnere dich daran, dass es echt nur Entzugssymptome sind und sonst nichts, das hat mir am aller meisten geholfen. Und lass das googeln vielleicht weg, dadurch habe ich mich anfangs wirklich in Panik gestürzt, das bringt niemanden weiter!

    Hi,


    klasse, hast einen guten Weg für dich gefunden!

    CBD Öl bewirkt natürlich keine Wunder, aber es kann echt helfen, etwas mittiger zu werden!

    In Streßsituationen nehme ich das auch manchmal.

    Enorm hilfreich ist deine Einstellung, finde ich!

    Außerdem hast du viel länger gekifft als ich, dementsprechend wirst du vielleicht auch einen längeren Entzug durchmachen. Erinnere dich daran, dass es echt nur Entzugssymptome sind und sonst nichts, das hat mir am aller meisten geholfen. Und lass das googeln vielleicht weg, dadurch habe ich mich anfangs wirklich in Panik gestürzt, das bringt niemanden weiter!

    Ja, zuviel googeln geht bei Krankheiten sehr oft nach hinten los & Sucht ist ja ne Krankheit.

    Wenn man Fakten googelt, kann das echt helfen - zum Beispiel um bestimmte Muster zu erkennen und zu lernen, was ein Trigger ist etc.

    Wenn man aber anfängt, endlos zu goggeln, dann ist das wie mit dem "Kratzen im Hals" was dann mit jeder Suche schlimmere Ursachen hat und so zum Krebssymptom oder aktuell Corona

    wird...

    Seit ca. 15 Tagen jetzt, die erste Woche und die Tage danach waren wirklich wie ein schlechter Traum, kein Vergleich mehr zu jetzt. Ich stecke auch momentan im Prüfungsstress von der Uni, was ich vor 1 Woche noch als unmachbar empfand, sehe ich aber heute als umsetzbar. Nimm dir die Zeit die du brauchst um dafür wieder bereit zu sein.
    Bei mir war es auch so, dass ich manchmal dachte, dass ich komplett durch bin mit der Sache und im nächsten Moment hat es mich wieder gepackt und ich war wieder am Boden zerstört. Falls du also wieder schlechtere Tage erlebst, erinnere dich daran, dass es auch schon gute Phasen gab und die auch immer öfter wiederkehren.

    ...und auch hier wieder: YES!


    LG.KLaus

  • Was ich aber noch loswerden möchte: Ich habe keine Ahnung woher dieser Gedanke kommt und wieso er mich jetzt seit mehreren Tagen verfolgt, aber ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich denke: Ist das alles real? Existiert das wirklich?
    Diese Frage kann ich mittlerweile auf fast alle Dinge übertragen. Ich weiß, dass es nur ein Gedanke ist und ich bin auch nicht davon überzeugt, dass diese Welt nicht echt ist, aber einen Zweifel trage ich immer mit mir herum. Ich warte quasi darauf, dass diese Gedanken einfach aufhören, weil es unheimlich nervt. Anfangs habe ich ganz oft darüber nachgedacht, jetzt ist es nur noch ein nerviger Begleiter im Alltag. Und ganz so sicher ob das ein Teil von Entzugssymptomen ist, bin ich mir auch nicht. Obwohl ich mir gut Vorstellen kann, dass es eine gewisse Reizüberflutung gibt und dann in der Kombination mit schlechter Laune, die ich noch vom Entzug ertragen muss?

  • Hey Crazybrazy, zufälligerweise hab ich genau das meiner Mutter eben auch erzählt. Ich war kurz um raus zukommen einkaufen und sobald ich an einem Platz mit mehr Menschen war. Verspürte ich das sich um mich herum zuviel ereignet, besser gesagt das ich um mich herum zu viel wahrnehme also der Begriff Reizüberflutung trifft es ganz gut. Als ich mich dann versuchte auf mich selber zu konzentrieren ging es wieder. Trotzdem haben mich die ganzen Gedanken am Ende auf eine Weise erschöpft und dachte mir wie wäre es wenn ich jetzt keine Semesterferien und Auszeit von der Arbeit hätte. Anschließend fing ich auch wieder an zu grübeln, ob der Neurologe tatsächlich richtig lag das meine Angst momentan ein größeres Problem ist als mein Entzug dabei hab ich überhaupt keine Angst oder ähnliches empfunden. Damit stellte ich mir auch wieder die Frage kann das in der nächsten Zeit vergehen und liegt das wirklich am Entzug.... Bin heute bei Tag 30 Abstinenz, muss aber auch sagen das dieses Gefühl in der vergangenen Zeit intensiver war.

  • Hallo, ich wollte mich nach 1 Monat Abstinenz nochmal zu Wort melden.
    Ehrlich gesagt geht es mir leider nicht so gut. Zwar verbessert sich mein Zustand gefühlt täglich, so richtig glücklich bin ich aber immer noch nicht. Ich mache viel Sport, gehe fast täglich schwimmen und esse auch ganz normal. Mittlerweile hat sich aber eine kleine depressive Phase eingeschlichen, außerdem mache ich mir immer noch sehr viele Gedanken darüber ob etwas nicht mit mir stimmen könnte. Ich weiß zwar, dass eigentlich alles im Lot ist, achte aber besonders auf meine Umwelt und analysiere alles, schon fast zwanghaft, und gerate dadurch immer in komische Stimmungen. Außerdem habe ich bei fast allem was ich tue einen Gedanken, der das alles kommentiert und nieder macht. Das kann ein: "Das ist eh nicht real" oder ein "ist doch egal, es ist eh alles vergänglich und existiert nicht für ewig" sein. Ersterer Gedanke ist aber wirklich nur ein Gedanke, ich weiß, dass alles real ist, wieso aber muss ich dass immer noch zusätzlich denken?

    Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass sich das mit der Zeit legen wird und ich die Dinge bald wieder positiver sehen werde, da ich es ja auch schaffe immer mehr aus meinem Tag rauszuholen und klare Verbesserungen sehe. Trotzdem habe ich heute ein Gespräch mit einer psychologischen Beratung geführt um auszuschließen, dass ich doch Symptome für eine Psychose oder ähnliches habe oder diese entwickle. Das ist ehrlich gesagt nämlich meine größte Angst, die mich zu all dem Analysieren bringt. Die Beratung kannte sich leider aber nicht wirklich mit Cannabisentzug aus, so dass ich auch eine Drogenberatungsstelle kontaktiert habe. Dieses Gespräch ist gerade mal 10 Minuten her und hat mir viel Mut gegeben, dass es immer noch an der Umgewöhnung des Körpers und Gehirns liegt. Mir wurde gesagt, dass ich mir keine Sorgen um eine Psychose machen soll und mir auch weniger Gedanken darüber machen soll, da es wohl doch meine Angst ist, die mich hier plagt.
    Daran halte ich fest, denn ich glaube falls ich in etwas reinrutsche, dann nur weil ich mich hineinsteigern würde.

    Ich hoffe jemand kann sich damit identifizieren, hat ähnliche Erfahrungen gemacht (würde mich freuen zu hören aber gönnen tue ich es auch keinem haha) oder ich mache jemanden Mut, dass er nicht alleine ist.

    LG Crazybrazy

  • Hallo Crazybrazy,


    hab keine Angst, es ist tatsächlich so. Durch das Kiffen haben sich unsere Hirnstrukturen komplett verändert. Gib deinem Körper Zeit und hab Geduld mit dir selbst. Das kann noch ein weilchen dauern.

    Ich bin jetzt bei 6 Wochen und mir geht es ähnlich wie dir. Aber DU machst eines besser als ich: Du lenkst dich ab und machst Sport. Ich kann mich nicht mal dazu aufraffen. Nach meiner Arbeit bin ich jeden Tag SO kaputt, dass ich mich zu gar nichts motivieren kann.

    Ich hatte genau nach 1 Monat auch schwere depressive Stimmung.. aber so richtig richtig dolle.

    Johanniskraut und 2 Hypnosesitzungen haben mir enorm geholfen und helfen immer noch. Mich plagt nur noch diese schlimme Lustlosigkeit, die sich durch den ganzen Tag zieht. Will nicht einkaufen, nicht kochen gar nichts am liebsten.


    Eins kann ich dir aber versprechen - es WIRD besser und du hast ganz ganz sicher keine bleibende Psychose. Aber umso mehr du davor angst hast, umso realer kommen dir deine Symptome vor. War bei mir genauso mit den Depris. Weißt du was das Stichwort ist? Geduld.. und die ist schwer zu ertragen - ich weiß.


    Bitte bleib dabei regelmäßig Sport zu machen. Das wird dir helfen, den Entzug zu beschleunigen.


    Hoffe ich konnte dir ein wenig Mut geben, ich hab ihn auch gebraucht..


    VG Reka

  • Hallo Reka, danke für die Worte. Ich hoffe wirklich, dass es bald besser wird. Schade, dass du dich nicht aufraffen kannst, aber sehe es positiv: Du gehst arbeiten und hast immer noch eine gewisse Struktur in deinem Alltag, die dich ja auch erst einmal gut ablenken kann.

    Mit meiner Angst wirst du Recht haben. Verrückt finde ich immer, was abends für eine Ruhe und Zufriedenheit bei mir einkehrt. Da denke ich ganz oft, dass ich schon mit allem durch bin. Dann beginnt der Tag und ich beginne wieder die Realität in Frage zu stellen, das ist manchmal sehr sehr anstrengend und erklären kann ich es mir auch nicht. Vielleicht ist es die Dunkelheit und die Ruhe des Abends die denn Stress reduziert? Diese Stimmungsschwankungen nerven auch extrem.

    Ich bleibe aber auf jeden Fall dabei mich regelmäßig zu verausgaben, irgendwas in mir schreit danach, das zu tun. Oder es ist die Sorge, dass ich sonst durchdrehe, wenn ich nichts gegen meine innere Bremse unternehme.

    LG crazybrazy

  • Mir geht es genau so. Abends geht's mir blendend. Und morgens kommt die "Angst" vor dem Tag. Ich kanns mir aber auch nicht erklären warum. Freue mich dann den ganzen Tag auf den Abend.

    An sich hab ich einen geregelten Alltag. Ich geh halt arbeiten, aber das wars dann auch. Zu Hause hätte ich auch viel zu erledigen und kann mich wie gesagt nicht aufraffen. Alles erscheint so langweilig. Das schlimme ist ja, dass es davor mein Leben nicht anders war, aber das Gras, hat von der langweile abgelenkt. Dass muss man eben alles wieder neu erlernen. Das dauert einfach sehr lange. Aber wir halten es durch ;)


    LG Reka

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