Cannabis ist seine "Medizin", für mich ist es jedoch eine große Last... :´-(

  • Hallo ihr Lieben,

    aus lauter Verzweiflung und Sorge, habe ich mich auf den Weg gemacht nach Hilfe und Tipps zu suchen, und bin bei euch gelandet, ein wunderbares Forum wie ich finde.

    Ich habe im November 2019 einen Mann über Internet kennengelernt und ab den ersten Tag haben wir täglich telefoniert, seit März '20 eine Beziehung. Diese Beziehung hat sich ab Juni zu einer on/off Beziehung entwickelt. Da ich sehr viele Km von ihm weg wohne, hatten wir März beschlossen dass wir ein oder zwei Wochen zusammen verbringen damit wir uns besser kennenlernen. Er erzählte dass er seit Jahren Colitis-Ulcerosa hat, und deswegen Cannabis-Patient ist, und abends Cannabis mit einem Verdampfer konsumiert. Das hörte sich nicht schlimm an, und da ich eigentlich zur Naturmedizin einen viel besseren Draht als zur konventionellen Med. habe dachte ich mir nichts dabei. Er verschwieg mir dass er Zigaretten raucht, und anstatt Verdampfer, Joints baute.

    Es war mir zu dem Zeitpunkt an dem wir uns trafen auch nicht bewusst, dass er sehr stark untergewichtig, um nicht zu sagen Haut und Knochen war, bei 186cm nur 62kg. Also fuhr ich viele Km zu ihm und dann war ich erstmal mega schockiert, denn der Mensch den ich vor mir hatte, war nicht der Mensch den ich von den Fotos von unseren Chats kannte.

    Ich wollte erstmal keine Beziehung, weil ich wie gesagt enttäuscht und schockiert war. Ich bin Nichtraucherin, und das war für mich auch ein NOGO mit den Zigaretten.

    Ich bot ihm meine Freundschaft und Hilfe an, ich mochte ihn sehr, und durch die täglichen Telefonate über 3 Monate, hatte sich schon eine emotionale Bindung aufgebaut. Ich wollte ihm helfen, sein Darm wieder zu heilen, Ernährungsumstellung, und ihn wieder auf sein Normalgewicht von 78Kg bringen. Und ich hatte die Hoffnung er würde dann wieder so gesund werden und aussehen wie auf den Bildern.

    Und dann würde für mich eine Beziehung in Frage kommen, mit einem gesunden Menschen.


    Aus einer geplanten Woche Besuch, wurden 4,5 Monate, in denen ich all mein Wissen, Recherche, Kraft, Liebe, Geduld, in ihn investierte, er nahm 7 Kg zu, denn ich habe täglich für ihn gekocht und den ganzen Haushalt geschmissen.

    Das Problem Colittis war kein Thema mehr.

    Mir fiel in der Zeit immer wieder auf, dass er immer wiederkehrende Gedankengänge hatte, seltsame Ängste, und ein psychotisches Verhalten, auch ab und an Wutausbrüche und komische Launen.

    Ich bat ihn das Kiffen zu reduzieren, denn seine Magenschmerzen und Appetitlosigkeit, sowie diese komischen Gedanken, Schlafstörungen und Ängste waren psychischer Natur. Ich konnte das am Anfang nicht richtig deuten, aber es hat sich nach 24/7 zusammen leben nach 5 Monaten so herauskristallisiert dass er mit Sicherheit eine Sucht hat.


    Als er reduzierte, wurden die Ängste und andere Symptome weniger, dafür aber seine Launen, Wutausbrüche schlimmer, vor allem wenn es um das Thema "Medizin" ging. Ich habe in 11 Monaten beobachtet und gesehen dass er davon absolut abhängig ist, dass es sein Wesen komplett verändert, und wenn es darum geht über das Thema zu sprechen wird er aggressiv und ist sogar schon auf psychischer Ebene gewalttätig geworden... Grund weshalb ich ihn 2x verlassen habe.

    Beim ersten Mal habe ich ihn vor die Wahl gestellt dass er mit dem Rauchen und Kiffen aufhören muss.

    Er hat es dann geschafft nach 23 Jahren mit dem Tabak innerhalb von 10 Tagen aufzuhören, was ich als einen sehr großen Liebesbeweis empfand, und er ist dann auf Verdampfer umgestiegen Abends. Ich muss auch erwähnen, dass er mir erzählte, dass er bevor er mich traf, also einige Tage vor unserem ersten Treffen, nur gekifft und gezockt hat, bis zu 13 oder mehr Joints über den Tag verteilt.

    Deswegen war es meiner Ansicht nach auch ein großer Schritt, dass er das kiffen auf abends verschoben und auch sehr reduziert hat.

    Trotzdem hat es mir persönlich nicht gereicht um mit ihm eine Beziehung zu führen, denn er hat krasse Schlafprobleme, liegt Nächte lang wach, hat kein Appetit, isst kaum, hat wieder das ganze Gewicht verloren, ist sehr launisch, impulsiv, Wutausbrüche, und ich leide sehr darunter. Das belastet mich sehr.

    Mein Problem ist dass ich ihn jetzt nach den ganzem Monaten sehr liebe, er ist auch ein guter Mensch mit dem Herz am rechten Fleck, und sehr einfühlsam und liebevoll... bis halt dann das Monster in ihm ausbricht. (Ich muss auch dazu erzählen, dass ich ein Problem von Anfang mit in die Beziehung mitgebracht habe, MISSTRAUEN, VERLUSTANGST, und HELFERSYNDROM, mittlerweile weiß ich dass ich auch Co-Abhängig bin. Ich hatte durch ein altes Trauma, mehrmals Eifersucht und misstrauen unbegründet in die Beziehung gebracht, was meinerseits nicht ok war. Er reagierte aber absolut unangemessen darauf, hat mich sehr ungerecht, gemein behandelt und sogar tagelang in einem Wutrausch angeschrien, so sehr dass es mich psychisch kaputt gemacht hat. Wenn er einmal beginnt zu schreien, geht das wie in einem Rausch den ganzen Tag so, und dann kifft er mehrere Joints zwischendurch, also zwischen Wutanfall und Schreianfall..... Er schob sein Verhalten, dass er dann mehr kiffen muss um sich zu beruhigen und Wutausbrüche auf mein Misstrauen, und entschuldigte seine aggressive Art damit, ohne Selbstverantwortung zu übernehmen. Ich habe mittlerweile mein Trauma und Verlustangst in Therapie bearbeitet. Für mich persönlich, und weil er immer die Schuld auf mich geschoben hat.)


    Meine Frage ist.

    In wie weit verändert Cannabis die Psyche und Persönlichkeit eines Menschen?

    Kann er ein THC Pegel oder Cannabis Dosierung finden wo er "normal" ist...und ich damit leben kann?

    Werden diese Launen, impulsive Ausbrüche irgendwann weniger oder liegt es an seiner Perönlichkeit?

    Ich habe im Forum gelesen dass viele diese Schlafprobleme und Appetitlosigkeit bekommen...kommt das vom Entzug oder vom Konsum?

    Gibt es einen Kompromiss den ich machen könnte damit es gut zwischen uns läuft?

    Mich belastet es sehr dass mein Partner jeden Abend betäubt ist, es ist als wäre er nicht da, als wäre ich nicht wichtig, als wäre die Pflanze wichtiger als ich seine Partnerin...

    Er sieht nicht ein dass er eine Sucht hat. Und will es auf keinen Fall lassen.

    Bin ratlos, denn ich würde gerne wieder zurück zu ihm, er ruft mich täglich an, sagt dass er mich über alles liebt, was ich auch fühle,er möchte dass wir ein Leben zusammen führen, aber die Medizin....die wird immer bleiben. Und damit kann ich nicht umgehen, vor allem weil ich merke dass es seiner Psyche und Körper gar nicht gut tut.


    Sorry dass es so lang geworden ist. Ich merke wie durcheinander ich bin und wie sehr mich die Sache mitnimmt. Hoffe man versteht einigermaßen meine Geschichte.


    LG

    Sunnymoon

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Leider schaffe ich es heute nicht ausführlich zu antworten, für morgen früh garantiere ich dir ne Antwort - sorry.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Guten Abend neuerweg!

    Mein Herz, dass ich ihn liebe und ihn nicht im Stich lassen möchte, ich möchte ihn nicht aufgeben....es gab gefühlt 50% zu 50% super schöne Momente von Nähe, Liebe und Zärtlichkeit, etwas dass mir so in dieser Form niemand geschenkt hat. Ich bin im absoluten Zwiespalt!

    Den Schmerz der Trennung habe ich noch gar nicht richtig zugelassen, weil ich noch ganz tief in mir hoffe, und mir wünsche dass er das Zeug lässt, und sich für ein gemeinsames gesundes Leben mit mir entscheidet.;(;(;(

    Er will sogar dass ich seine Frau werde, sagt er immer wieder, und er liebt mich wirklich, aber er liebt auch seine Pflanze und wird nicht darauf verzichten.

    Mir tut das so weh, dass ich es ihm nicht wert bin.

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Hallo guten Morgen,


    vom Verstand und vom Bauchgefühl weiß ich dass er mir nicht gut tut, und dass ich ein Leben mit einem Cannabis konsumierenden Partner nicht ertrage. Ich müßte es schaffen mir ein richtig dickes Fell zuzulegen damit es mich nicht tangiert, ich müßte Abends meinen Partner als jemand betrachten der einfach abwesend ist und mich damit abfinden. Ich müßte meine Wut darüber verlieren dass er sich seine Welt künstlich schöner macht, während ich in der Realität bleibe. Ich müßte versuchen mich nicht mehr davor zu eckeln, wenn ich ihn beki*ft und wie ein Häufchen Elend in der Ecke rumliegen sehe. Ich müßte mein Mitleid und Mitgefühl ausschalten.... Ich müßte sooo vieles.... und das ist es mir nicht wert. Ich kann nicht mehr mein eigenes Wohl und Bedürfnisse weiterhin aufgeben oder zurücksetzen.

    Mein Herz zerbricht weil ich ihn sehr liebe, es tut schrecklich weh.... so weh....

    Ich dachte nie dass mich eine Trennung so sehr viel Kraft kosten würde, dass ich so stark an einem Menschen festhalte,...

    Aber ich merke dass ich Co-Abhängig geworden bin, dass ich eine Therapie machen möchte um mich besser zu schützen und abzugrenzen, nicht immer die "anderen" versorgen, beglücken, etc... vor mir SELBST. Ich denke dass ich aus der Kindheit ein Päckchen mitgebracht habe (Verlustangst/Trauma) welches mich zu diesen Partner geführt hat. Ein Partner der liebevoll, treu, eigentlich ein wunderbarer Mensch ist, aber eine Sucht hat, diese Sucht ist das Verbindungsglied, das was mir unterbewusst wohl die Sicherheit gab dass er nicht geht und mich verlässt. Ich sehe ein, dass es kein guter "Vertrag" ist, absolut ungesund und toxisch.

    Ich hatte mir sogar eingeredet, dass ich nicht wahrhaftig lieben kann, (nicht bedingungslos lieben kann, wie er mir oft vorgeworfen hat, weil ich seine Sucht nicht akzeptiere), und habe versucht Monate lang damit klar zu kommen, drüber zu stehen, Harmonie zu schaffen... ich habe wirklich alles gegeben, alles gemacht, bin 2x 2000Km gefahren für ihn (das ist nur der oberflächliche Part, von dem emotionalen nicht zu sprechen was ich alles gemacht habe aus Liebe).


    Ich hoffe ich schaffe den Absprung.... momentan fühle ich nur diesen schrecklichen Schmerz, Trauer, bin seit Tagen nur am Weinen, und finde keinen Trost... Ob ich in der Beziehung bleibe oder gehe, beides tut so sehr weh...halt nur anders.


    Ich bin so traurig...und enttäuscht.... und in meinem Herzen diese Hoffnung....diese unermüdliche Hoffnung dass doch noch alles gut wird....

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Hallo Sunnymoon,


    Das tut mir unendlich leid für dich, aber wenn der Schmerz und das Leiden so groß ist, musst du eine Entscheidung treffen. Und da er nicht bereit zu sein scheint sich auf dich zuzubewegen, sieht es für mich nach nem vernünftigen Weg aus. Trennungen tun weh, aber sie bringen einen auf neue Wege und näher zu einem selbst. Du musst dir das nicht ansehen, wenn es dich so schmerzt, du darfst dein Leben schön machen. Ohne nen Abhängigen in deinem Raum, der nicht sieht, was er dir antut.

    Bestenfalls spürt er dann, dass er sich bewegen muss, aber das sollte nicht deine Motivation sein.

    Fühl dich gedrückt. Du bist stark, du schaffst das.

    Liebe Grüße

    N

  • Vielen Dank für deine lieben Worte Ninjana

    Ich hoffe stark genug zu sein, momentan kämpfe ich mit meiner Hoffnung dass alles vielleicht doch noch gut wird... und mit dem Schmerz, alleine, einsam zu sein, meine Liebe verloren zu haben.

    Ich dachte er leidet mehr als ich... (klar kann ich das nicht beurteilen) ... aber es kommt mir so vor, dass während ich leide und mir die Augen ausheule, während ich nach Lösungen suche, Himmel und Erde bewege...er sich einfach nur wegmacht, seine Gefühle betäubt, es ihm alles egal ist. Ich schaue Videos, gehe in Therapie, und er kifft einfach weiter..... Klar gebe ich zu, dass ich dachte, dass wenn ich etwas an mir ändere, es ihn dazu bewegt auch in Richtung Heilung zu gehen... Das war natürlich ein falscher Gedanke.

    Aber so ist es mit dem inneren Kind...es hofft, und hofft und hofft....;(

    Auch dieses Gefühl dass ich mich so sehr im Stich gelassen fühle ist so schmerzhaft.

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Ja, kann mir gut vorstellen, dass es schmerzt, aber wir haben es hier mit Sucht zu tun und die scheint in vielen Fällen echt stärker als die Liebe zu sein. So hart das klingt. (Er)warte nicht darauf, dass er sich bewegt, sondern tu, was dein Bauch dir sagt und der scheint zu sagen: es wird nicht besser, wenn du bleibst. Du wirst weiter zurückstecken und das möchtest du nicht. Aus deinem Schmerz wird neue Kraft erwachen. Das braucht seine Zeit, aber da bin ich mir sicher! Kopf hoch, alles wird gut!

  • In wie weit verändert Cannabis die Psyche und Persönlichkeit eines Menschen?

    Ich meine, das hängt von vielen Faktoren ab, also Konsumdauer, Konsumstoff und auch Vorerkrankungen.

    Aber sowohl Psyche und auch Persönlichkeit kann sich immens verändern - wie bei jeder Suchtkrankheit.

    Das würde ich aber nicht allein dem Suchtstoff zuordnen, vielmehr der Suchterkrankung selbst.


    Kann er ein THC Pegel oder Cannabis Dosierung finden wo er "normal" ist...und ich damit leben kann?

    Das stellt sich ja meist zwangsläufig so ein, soll heißen, meist braucht man dann mehr Cannabis oder potentere Sorten.

    Natürlich gäbe es auch eine Dosierung, welche nicht mehr high macht, dies ist ja eigentlich die medizinische Vorgabe für Medizinalhanf ;)

    Dazu würde mich mal interessieren, bekommt er das verschrieben und er kommt damit aus, wenn dem so ist?


    Werden diese Launen, impulsive Ausbrüche irgendwann weniger oder liegt es an seiner Perönlichkeit?

    Sowohl als auch, das kann man so nicht sagen.

    Es kann Persönlichkeit sein, es kann einer Vorerkrankung bedingt auftreten oder einfach Entzug sein ...


    Ich habe im Forum gelesen dass viele diese Schlafprobleme und Appetitlosigkeit bekommen...kommt das vom Entzug oder vom Konsum?

    Wenn das hier beschrieben wird, dann kommt es meist als Absetzerscheinung.

    Der normale Kiffer hat eher Fressflash beim/nach dem Kiffen ... ;)

    Wenn wer aber nichts mehr macht als zu konsumieren, dann kann das genauso auftreten!


    Gibt es einen Kompromiss den ich machen könnte damit es gut zwischen uns läuft?

    Ich denke, wenn er sich zu erstmal in ärztliche Behandlung gibt und alles ausschöpft, dann könnte man vlt weiter sehen.

    Es gibt neue Ansätze, neue Medikamente und und und ...

    Zudem, Cannabis medizinisch richtig verwendet, heißt ganz sicher nicht den ganzen Tag total bekifft zu sein.

    Wenn Cannabis als einzige Lösung am Ende feststeht, dann gehört zuerst eine Entwöhnung her, dann kann man vlt auf medizinischer Basis mit dem Mittel weiter machen.


    LG Franz

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Lieben Dank für die Anregungen und Antworten.

    Ich werde an erster Stelle Verantwortung für mich und mein Seelenwohl übernehmen, eine Therapie zum Thema Co-Abhängigkeit machen, mich nicht mehr von seinen Stimmungen, Launen, Wohlbefinden abhängig machen. An meinem Selbstwert und Urvertrauen weiter arbeiten.


    Ich werde ihm noch mal Klipp und Klar sagen womit ich leben kann damit die Beziehung funktioniert, es geht hier nicht darum ihm meinen Willen aufzuzwingen, sondern dass beide einen oder mehrere Schritte aufeinander zugehen. Wenn er es so macht wie vereinbart, wie es therapeutisch gedacht ist, und es nicht als Suchtmittel benutzt, dann sehe ich eine Zukunft.

    Dafür müßte er sich beständig an eine bestimmte Dosierung täglich halten, und nicht ständig mal mehr, mal weniger, und auch nicht dieses typische: "Ich will mir diesen oder jenen Moment noch schöner machen, weil gerade die Sonne scheint, oder ich zocken und chillen möchte"....

    Ich weiß, das wird ein Tanz auf der Messerschneide, aber ich will nicht alles wegwerfen, und ihm die Chance geben mir zu beweißen (So wie er es selbst gesagt hat!) dass er anders kann. Im Grunde muss er mir nichts beweißen, ich möchte nur glücklich in Harmonie leben, ein geregelten Alltag mit ihm haben, und dass er lernt seine Gefühle zu verarbeiten und auszudrücken, anstatt sich zu betäuben. Ich werde ihm keine Liebe verwehren, aber auch nicht seine Sucht unterstützen.

    Ich hoffe er ist einsichtig und stark genug!

    Ansonsten muss ich mich definitiv trennen.


    Vielen Dank nochmal für alle Antworten.

    Ich werde mich irgendwann nach ein paar Monaten melden um zu berichten was daraus geworden ist.


    Sunnymoon

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Ich musste heute Schluss machen, für mein eigenes Seelenwohl... Bin am Ende... er wird es niemals lassen.... sein verfluchtes Dreckszeugs!!!;(;(;(;(;(

    Morgen habe ich ein Thera Termin, um mit der Trennung und den ganzen Schmerz klar zu kommen....

    es tut so weh....;(;(;(;(;(

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Hi lieber Franz,

    Danke der Nachfrage. Ich habe heute meine 1e Stunde gehabt. Ich werde dabei bleiben, und meine Themen mit emotionaler (Co)Abhängigkeit, Verlusttrauma und Selbstvertrauen weiter bearbeiten. Ich denke ich werde die nächsten Monate damit gut beschäftigt sein mein inneres Kind zu trösten und stärken.

    Die Psychotherapeutin meinte ich muss mich darauf einstellen dass die Sache nicht in ein paar Sitzungen durch ist.


    Es geht mir emotional sehr schlecht, obwohl ich den Schluss-strich gezogen habe, fühle ich mich sehr im Stich gelassen. Es ist so dass ich ihm innerlich nachtrage, dass während ich richtig leide, mir die Augen täglich ausgeheult habe, er ganz gut damit zurecht kommt, denn er kann sich seine Sorgen und Trauer einfach wegkiffen.

    Ich weiß dass das kindisch ist...aber so fühle ich derzeit...


    Etwas muss in mir reifen, ich bin kein kleines Kind mehr...


    Ich habe meinem Ex eine lange Mail geschrieben, ihm mitgeteilt dass ich ihn liebe, aber ich mit diesem dekadenten Leben was er führt, nicht leben kann. Ich denke dass ich ihm auch gut und deutlich klar gemacht habe, dass es jetzt an ihm liegt die Entscheidung für sein Leben zu treffen. Und mit seinem eigenem Gewissen zu vereinbaren.


    Entweder er entscheidet sich für uns, ein Leben mit mir und ohne Cannabis, oder er lebt es so weiter wie bisher.

    Ich muss jetzt nach mir schauen, gut an dieser Beziehung mit ihm, ist dass mir meine eigenen Baustellen so klar wie noch nie zu vor geworden sind, und ich jetzt daran arbeite, für mich, damit ich glücklich leben kann, und vielleicht in der nächsten Beziehung, frei von Abhängigkeit und voller Vertrauen lebe.


    Zu hoffen und warten dass er etwas ändert, wäre kontraproduktiv für meine eigene Entwiklung und tut mir nicht gut, meine Lebenszeit, meine Freude...alles schwindet mit jedem Tag der in dieser Ungewissheit verstreicht, ob er etwas unternimmt oder doch nicht.

    Ich muss ihn jetzt loslassen!

    Ich habe mir eine Gruppe netter Menschen gesucht mit der ich ab jetzt, ab und an, etwas unternehme. Ich möchte meine sozialen Kontakte aufbauen und mir Gutes tun...mich auf mich selbst und mein Leben Fokusieren.

    Innerlich habe ich Schmerz, panische Angst, Unruhe, Leere.... mein Herz fühl sich gebrochen an.


    Ich hoffe dass ich mein Leben bald wieder auf die Reihe bekomme, der ganze Beziehungsstress hat sich auch sehr körperlich ausgewirkt, Schlafstörungen, Ängste, keine Konzentration, 2Monate lang Haarausfall ohne Ende, kann nicht essen.... die Tage verstreichen und ich bin wie gelähmt...



    Hoffe es wird alles besser. (Und ja, ich hoffe immer noch tief in meinem Herzen, dass er sich für uns und gegen das Cannabis entscheidet....aber das ist wohl nur ein Traum...)

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Liebe Sunnymoon,


    das klingt sehr traurig. Es tut mir leid dass dir das passiert ist.

    Aber ich finde es sehr stark dass du dir direkt Hilfe geholt hast und dich mit solcher Stärke um dich selber kümmerst. Das ist bewundernswert! Ich hoffe es findet für dich alles ein gutes am Ende.


    Ich habe die Erfahrung gemacht dass man nach Krisen am Ende stärker ist als vorher. Und was du schreibst klingt danach als wäre das bei dir der Fall. Viel Glück dabei!


    Und sei froh dass es das letzte mal ist dass du etwas alleine durchleiden musst. In einer Beziehung mit ihm wäre dir das sicher noch öfter passiert. Als ich eine Fehlgeburt hatte habe ich Depressionen bekommen, ich habe damals so sehr getrauert und musste kämpfen den Alltag zu meistern. Ich war damit komplett alleine. Er hat nie mit mir geweint. Er hat einfach die Dosis erhöht und damit war es für ihn ganz einfach. Eine der größten Schattenseiten wenn der Partner kifft finde ich.


    Alles Liebe dir!

  • Es geht mir emotional sehr schlecht, obwohl ich den Schluss-strich gezogen habe, fühle ich mich sehr im Stich gelassen. Es ist so dass ich ihm innerlich nachtrage, dass während ich richtig leide, mir die Augen täglich ausgeheult habe, er ganz gut damit zurecht kommt, denn er kann sich seine Sorgen und Trauer einfach wegkiffen.

    Ich weiß dass das kindisch ist...aber so fühle ich derzeit...

    Ich finde das ganz normal im Moment. Der Ablöseprozess geht ja jetzt erst los. Ich würde mir die Sache nicht erschweren, indem Du noch irgendwelche Mails schickst oder sonstigen Kontakt aufrecht erhältst. Konzentriere Dich nur auf Dich. Weine, klage, sei wütend, bemitleide Dich.... aber mach Dein Ding jetzt alleine. Schreibe meinetwegen auch Briefe an ihn, aber schicke sie nicht ab. Es wird sich bald Erleichterung einstellen, dass Du den Stress los bist und wahrscheinlich wirst Du irgendwann gar nicht mehr verstehen können, wie Du Dich darauf einlassen konntest. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende und das wird es, wenn er weiter konsumiert und Du bei ihm bleibst. Alles Gute!

  • Loulou

    Herzlichen Dank für deine lieben Worte.

    Ich wünsche dir auch von Herzen ganz viel Kraft und Erfolg für deinen eigenen Weg. Es ist nicht einfach, aber es ist zu schaffen wenn der Wille und die Selbstachtung stark genug sind. Ganz viel Liebe und Glück für dich und deine kleine Familie.

    Da muss ich gerade an dieses eine Gebet denken:

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


    @neuerweg

    ich merke wie der Schmerz und die Wut momentan immer stärker geworden sind. Habe eine richtige Depression entwickelt. Ich merke erst jetzt wo ich meine Entscheidung getroffen habe, und nicht mehr in dieser Schwebe bin, wie am "Ende " und ausgelaugt ich eigentlich bin. Wie sehr ich mich im Stich gelassen fühle, vielleicht sogar von mir selbst, weil ich so viel Zeit und Liebe in einen Menschen investiert habe.... wobei, die Liebe niemals umsonst war... sie war echt und von ganzem Herzen.


    Ich habe Tatsächlich mein Studium was ich vor kurzem begann (vorrübergehend) an den Nagel gehängt, damit ich mich jetzt voll und ganz um mich kümmern kann, und die Therapie durchziehe.


    Mein inneres Kind erwartet (leider) noch ein Wunder....

    Da ist die Idee mit den Briefen die ich nicht los schicke sehr gut, da kann ich mir den Frust und Schmerz von der Seele schreiben, ohne falsche Erwartungen oder mir Hoffnungen zu machen dass er etwas ändert. Wenn ich weiter im Kontakt mit ihm bleibe, werde ich nicht loslassen können, und mich um das kümmern das gerade ansteht.


    Auch dir ein liebes Dankeschön und ein guten Rutsch ins neue 2021.



    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


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