Mein Neuanfang OHNE Mary Jane

  • Guten Morgen Zusammen


    Bin das erste Mal überhaupt in einem Forum einen Beitrag am schreiben. Angemeldet habe ich mich schon etwas länger und habe viel gelesen hier drin, was meinen Entschluss nur noch bestärkt hat. Ich möchte das hier in einer Art Tagebuch für mich selbst halten, denn ich habe grosse Angst was kommt.


    Zuerst mal zu mir: ich bin w und 32 Jahre alt und konsumiere sicher seit ungefähr meinem 19. Lebensjahr Cannabis. Es war mal mehr mal weniger. In den letzten Jahren hat sich das sehr stark zu meiner Routine entwickelt und seit dieser Corona-Scheisse mit Lockdown hat sich mein Konsum ins unermessliche gesteigert - so ca. 4-5g am Tag. Das hat morgens dann bereits mit dem ersten Joint begonnen, noch vor der Arbeit. Abends war mir übel und ich fiel nur noch total stoned ins Bett. Im Bett begannen sich meine Gedanken dann stehts darum zu kreisen, was ich denn heute so gemacht habe. NICHTS, NADA, NOTHING. Wow, wahnsinnig viel.


    Jetzt habe ich mir aber immer wieder selbst eingeredet: Mädel du hast dein Leben im Griff. NICHT! Ich habe massive Geldprobleme (Schulden, Kredit, etc) und langsam fangen gesundheitliche Probleme an wie ein Husten, den ich einfach nicht mehr weg bringen. -.- Ich komm eigentlich gar nicht klar mit dem Leben, darum kiffe ich ja, damit ich es verdrängen kann.


    Ich habe einen Job, ich gehöre sogar zu den wahnsinnig Glücklichen, die noch eine Beförderung zu Corona-Zeiten gekriegt haben. Mit dieser Beförderung kam halt auch eine Weiterbildung. Ja auch da kiff ich zuerst mal einen gepflegt und dann sitze ich in den Online-Unterricht. Ob da was bleibt vom Unterrichtsstoff? Nope.. NATÜRLICH NICHT.


    Ebenfalls führe ich seit unglaublichen 4 Jahren eine Beziehung mit einen NICHTKIFFER. Dieser Mann ist unglaublich toll und ich will ihn nicht verlieren. Jedoch ist er sehr, sehr aktiv und ich naja eher nicht so.


    Nun bin ich an dem Punkt, dass ich nicht mehr kann. Mary Jane ist keine Freundin, sie ist meine Feindin. Ich will aufhören, Hobbies haben, mich wieder richtig gut fühlen am morgen.


    Gestern abend habe ich den letzten genüsslich (nein, nicht genüsslich eigentlich hat es mich selbst angekotzt) geraucht und bin jetzt leer, habe nichts mehr.


    Und jetzt kommts: Angst macht mir nicht der Entzug mit seinen Erscheinungen SONDERN dass ich einfach nicht weiss was mit mir anfangen. Dass ich nicht weiss, wie ich mich beschäftigen soll. Und vor meinem Gefühlschaos, da ich sehr viele Etappen in meinem Leben einfach weggekifft habe anstatt mich damit auseinander zu setzen. War ich gefühlsdusselig, kiffte ich. Fühlte ich mich schlecht, kiffte ich. Fühlte ich mich froh, ja dann kiffte ich.


    Für mich ist der Moment gekommen, wo ich einfach ehrlich zu mir selbst sein muss: ICH BIN SÜCHTIG UND ICH HABE DEFINITIV EIN PROBLEM.

    Ich muss mir auch eingestehen, dass ich nicht einfach wenig rauchen kann, es steigert sich sehr sehr schnell wieder ins unermessliche.


    Aufgestanden bin ich heute nicht sehr gut, es war tatsächlich mein erster Gedanken nach dem aufwachen: verdammt kann keinen mehr rauchen. Meine Stimmung ist sehr schlecht. Wenigstens habe ich heute meinen Online-Unterricht und ich kann mich total darauf konzentrieren. Aber was ist danach? Was ist heute Abend?


    Mein Freund ist eingeweiht und er will mich unterstützen. Hoffe mal, vergraule ihn nicht noch ganz mit meiner Art im Entzug.

    Wir fangen heute an mit Sport, er meinte, das würde mir gut tun: Kopf lüften, Energie rauslassen, sich beschäftigen.


    Das ist es, sich beschäftigen. Eine neue Routine erstellen.


    Entschuldigt meinen langen Beitrag, es sind nur meine Gedanken.

  • Also wegen der Länge eines Beitrags musst dich wirklich nicht entschuldigen und am Speicherplatz wird es ganz sicher auch nicht scheitern ;)


    Der erste Schritt ist gemacht und es hört sich wirklich gut an!

    Ich denke jetzt sind die passenden Infos wichtig, also was kann auf mich zukommen, wie könnte ich damit umgehen usw. ...


    Hier mal ne Übersicht ==> Onlineausstiegsprogramm "Lass das Gras"

    Und da wären wir auch schon bei einem weiteren Schritt - schau dir unser Partnerprogramm vlt mal genauer an, es wäre begleitend noch eine gute Unterstützung.


    Einen Menschen an seiner Seite zu haben, der Bescheid weiß und auch unterstützen will, ist schon mal sehr viel wert :)

    Der Sport, solange der entsprechend angepasst ist, ist eine gute Sache.

    Manchmal reicht es schon, wenn man bisserl Spaziert, frische Luft tankt, es muss nicht gleich immer extrem sein.


    Eines der größeren Probleme ist meist der Schlaf, besser das nicht schlafen können ...

    Das geht zwar meist nach 2 bis 3 Wochen zurück, aber es belastet extrem und da können bestimmte Rituale helfen.

    Eben ein Spaziergang vorm Bettgang, beruhigende Tees oder auch pflanzliche Mittel die den Schlaf begünstigen.


    Mancher gräbt alte Hobbys aus, Tagebuch ist sicher auch sehr hilfreich und vielen hilft gesundes sowie vitaminreiches Essen.

    Letzteres wird sich stark verändern, man schmeckt wieder besser/mehr, kochen/backen macht auch Spaß :f:


    Abschließend noch, Entzug ist der erste Schritt, aber man sollte sich nichts vormachen - es müssen weitere folgen.

    Die Sucht hat ja einen Grund, daher ist eine ehrliche Aufarbeitung von Nöten, also eine Art dauerhafte Entwöhnung.

    Hier würde natürlich therapeutische Unterstützung sehr helfen, wobei das im Moment wegen Corona nicht so einfach ist.

    Deswegen ja auch der Tipp, schau dir Lass das Gras an und versuch es - ein Versuch kostet ja nix ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo,


    kann mich da gut reinversetzen.Es ist klasse, dass du dir nun selbst eingestehst, wie tief du in die Misere reingerutscht bist und nun einen Schlußstrich ziehst! :top:

    Hast ja auch beste Gründe dafür & ich wünsche dir viel Kraft dabei!


    Ist auch prima, dass dein Freund Bescheid weiß und dir zur Seite steht.

    Was wirklich hilft, gerade anfangs: Lass alles, was aufputscht, weg - also kein Kaffee, Schwarztee, keine Energydrinks etc

    Wenn du morgens ne Tasse Kaffee trinkst, macht das weniger, aber je später am Tag, desto schwerer wird es mit dem Schlaf.

    Trinke viel Wasser, das hilft auch, das Zeugs aus dem System zu spülen.

    Gehe viel raus, du brauchst Aktion, um dich abzulenken, frische Luft, die dann auch müde macht und entspannt und Licht (ist gut für die Stimmung).


    Soweit erstmal.Viel Kraft.LG.Klaus

  • Guten Morgen


    Vielen lieben Dank für eure Antworten.


    Franz da bin ich froh um den Speicherplatz ;) Das Programm schaue ich mir echt sehr gerne genauer an, denke jede Unterstützung ist in dieser Situation sehr hilfreich.

    Das mit dem Spazieren gehen sind wahre Worte! Ich danke dir für deine Vorschläge und Ratschläge. Das mit dem Tagebuch habe ich bereits umgesetzt. :)

    Ich musste auch einsehen, dass für mich nur noch die Abstinenz in Frage kommt. Dauerhaft. Bei allem andere mache ich mir nur was vor wie du kannst auch mal nur einen am Abend rauchen oder es aufs Weekend beschränken. Nope das funktioniert so leider überhaupt nicht. Daher werde ich mir das sehr gerne anschauen.


    ganesha auch dir herzlichen Dank für die lieben Worte. Eure Vorschläge sind echt fantastisch und ich versuche das einte oder andere umzusetzen. Vor allem das mit dem Koffein ist ein sehr guter Input.


    Es tut gut, diesen Zuspruch zu erhalten. Ich fühle mich in diesem Forum nicht alleine mit meinem Entzug und das ist irgendwie ein tolles Gefühl. Nicht, dass andere in der gleichen Misere stecken wie ich sondern dass man sich hier wirklich toll austauschen kann.


    So nun habe ich den ersten Tag und die erste Nacht hinter mich gebracht. Ja nennen wir es ein hinter mich bringen.. Denn so wirklich fröhlich und gut gelaunt war ich nicht.


    Der Tag: Die Schule hat mich zwar anfangs gut abgelenkt aber dann war sie eben vorbei und ich sass erst einmal geschlagene 30 min einfach so auf dem Sofa, guckte ins Leere und fragte mich, was ich tun kann. Ich ging sogar soweit, dass ich andere (Nichtkiffer) fragte, was die denn so den ganzen Tag tun. xD Wahnsinn oder, ich will gar nicht wissen was die gedacht haben. Naja ich habe mir jetzt Notizen gemacht wie ich mir meine Tage so gut wie es eben geht füllen kann. Habe ein paar Hobby-Anwärter aufgeschrieben und werde mich nun daran versuchen. Es ist schlimm, ich bin 32 und muss mich wieder ganz neu erfinden. OK ob es jetzt schlimm ist sich neu zu erfinden sei dahin gestellt aber bei mir spielt ein wenig die Scham mit muss ich ehrlich zugeben. Ich komme mir vor, als wäre ich irgendwo hängen geblieben.. -.-

    Nun gut, das ist jetzt so, mit dem muss ich klar kommen und werde mich also neu erfinden. :) Am Abend hatten wir einen kleinen Autounfall (einer ist in uns reingedonnert) und das war für mich ein echter Triggerpunkt.... Das war so stressig, ich wollte eigentlich einfach nach Hause und nur noch kiffen. Das war gestern das einzige Mal, wo ich Lust verspürt hatte. Ich habe es aber gelassen und habe versucht, mich anders zu beschäftigen. Ich habe ein Buch angefangen zu lesen, das hat mich dann etwas beruhigt. Auch hat mich dann der Gedanke beruhigt, dass ich ja vielleicht doch keinen Joint brauche um mich runterzuholen. Ich wollte mich gar nicht da reinsteigern, dass ich jetzt kiffen will und das ich nichts habe, sondern habe mir vor Augen geführt, was mein Freund wohl von mir denkt wenn ich gross den Entzug ankündige und nach nicht mal einem Tag bereits einknicke. Nene so nicht Freundchen -> mein Mantra :)


    Die Nacht: phuu Franz da hattest du mehr als recht: ich habe gefühlt 5 min geschlafen.. Wow war das ein Kampf. Von einer Seite auf die andere gedreht, Gedanken kreisten, ich wurde zwischendrin wütend, dann wollte ich nur noch heulen. Ich habe mich etwas schlau gemacht und bin darauf gestossen, dass mein Hirn eigentlich auf seinen Input wartet mit dem Joint. So àla jetzt kann ich schlafen gehen. Da mir der jetzt halt fehlt, fehlt meinem Hirn der Schlafinput. Also werde ich jetzt immer vor dem schlafen gehen mein Buch lesen: "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg". Ich werde versuchen mein Hirn aufs Lesen umzupolen und hoffe, dass mein Hirn dies dann auch irgendwann als Input erkennt.

    Des weiteren haben sich Schüttelfrost und Hitzewallungen einen Spass daraus gemacht und sich abgewechselt in der Nacht.


    Jetzt bin ich einfach nur müde und ausgelaugt von dieser Nacht. Nach wie vor fehlt die Fröhlichkeit und ich kann mich schlecht begeistern für Sachen. Meine Stimmung ist im Keller denn ich weiss, es fängt heute wieder von vorne an.

  • Es tut gut, diesen Zuspruch zu erhalten. Ich fühle mich in diesem Forum nicht alleine mit meinem Entzug und das ist irgendwie ein tolles Gefühl. Nicht, dass andere in der gleichen Misere stecken wie ich sondern dass man sich hier wirklich toll austauschen kann.

    Moin,


    ja, der Austausch ist hilfreich, man bekommt einige Sachen mal von einem anderen Blickwinkel beleuchtet, man erhält Informationen und sieht auch, dass jeder seinen eigenen Weg für sich finden sollte.

    So nun habe ich den ersten Tag und die erste Nacht hinter mich gebracht. Ja nennen wir es ein hinter mich bringen.. Denn so wirklich fröhlich und gut gelaunt war ich nicht.

    Das ist erstmal egal: Tag 1 abgehakt, auf zu Tag 2.

    So hangelt man sich eben anfangs von Tag zu Tag!

    . Ich ging sogar soweit, dass ich andere (Nichtkiffer) fragte, was die denn so den ganzen Tag tun. xD Wahnsinn oder, ich will gar nicht wissen was die gedacht haben. Naja ich habe mir jetzt Notizen gemacht wie ich mir meine Tage so gut wie es eben geht füllen kann. Habe ein paar Hobby-Anwärter aufgeschrieben und werde mich nun daran versuchen. Es ist schlimm, ich bin 32 und muss mich wieder ganz neu erfinden. OK ob es jetzt schlimm ist sich neu zu erfinden sei dahin gestellt aber bei mir spielt ein wenig die Scham mit muss ich ehrlich zugeben. Ich komme mir vor, als wäre ich irgendwo hängen geblieben.. -.-

    Nun gut, das ist jetzt so, mit dem muss ich klar kommen und werde mich also neu erfinden.

    Jo, es ist doch eigentlich ganz toll, sich neu erfinden zu können!Weg mit den alten Zöpfen und so...

    Es bleibt selten nur beim Konsumstop, man erkennt nüchtern auch viele andere Sachen, die einen nicht zufrieden machen & hat dann die Chance, einiges zu ändern.

    Kleiner Tip dazu: Am Anfang würde ich mir einfach nur aufschreiben, was mich alles stört, was da alles so hochkommt.

    Wenn dann mal wieder mittig bist, also nach dem Entzug, dann kannst rangehen und das alles nochmal in Ruhe betrachten etc

    Beispiel: Man wirft nicht gleich den Partne weg, nur weil einen einiges an ihm stört, was man vorher weggekifft hat.ER hat ja auch einiges ertragen müssen...

    Aber man kann Beziehungen (auch zu Freunden) neu definieren, neu abstecken...

    Am Abend hatten wir einen kleinen Autounfall (einer ist in uns reingedonnert) und das war für mich ein echter Triggerpunkt.... Das war so stressig, ich wollte eigentlich einfach nach Hause und nur noch kiffen. Das war gestern das einzige Mal, wo ich Lust verspürt hatte. Ich habe es aber gelassen und habe versucht, mich anders zu beschäftigen. Ich habe ein Buch angefangen zu lesen, das hat mich dann etwas beruhigt. Auch hat mich dann der Gedanke beruhigt, dass ich ja vielleicht doch keinen Joint brauche um mich runterzuholen. Ich wollte mich gar nicht da reinsteigern, dass ich jetzt kiffen will und das ich nichts habe, sondern habe mir vor Augen geführt, was mein Freund wohl von mir denkt wenn ich gross den Entzug ankündige und nach nicht mal einem Tag bereits einknicke. Nene so nicht Freundchen -> mein Mantra :)

    :top: Super!Mein Mantra wurde "NEIN"; zu allen verführerischen Gedanken, Einflüsterungen, Verlockungen etc

    Situation toll gemeistert, sozusagen einen ersten, ernsten Test bestanden!

    Die Nacht: phuu Franz da hattest du mehr als recht: ich habe gefühlt 5 min geschlafen.. Wow war das ein Kampf. Von einer Seite auf die andere gedreht, Gedanken kreisten, ich wurde zwischendrin wütend, dann wollte ich nur noch heulen. Ich habe mich etwas schlau gemacht und bin darauf gestossen, dass mein Hirn eigentlich auf seinen Input wartet mit dem Joint. So àla jetzt kann ich schlafen gehen. Da mir der jetzt halt fehlt, fehlt meinem Hirn der Schlafinput. Also werde ich jetzt immer vor dem schlafen gehen mein Buch lesen: "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg". Ich werde versuchen mein Hirn aufs Lesen umzupolen und hoffe, dass mein Hirn dies dann auch irgendwann als Input erkennt.

    Des weiteren haben sich Schüttelfrost und Hitzewallungen einen Spass daraus gemacht und sich abgewechselt in der Nacht.

    Na, dein Galgenhumor funktioniert, das ist sehr hilfreich.Das legt sich nach und nach...

    Jetzt bin ich einfach nur müde und ausgelaugt von dieser Nacht. Nach wie vor fehlt die Fröhlichkeit und ich kann mich schlecht begeistern für Sachen. Meine Stimmung ist im Keller denn ich weiss, es fängt heute wieder von vorne an.

    Jepp, mit einem Unterschied: Heute ist bereits Tag 2.Krieg ihn gut rum.LG.Klaus

  • Guten Morgen


    So, ich habe die Kraft gefunden weiter über mein Leiden zu schreiben.


    Ich bin jetzt bei Tag 4 und unglaublich stolz auf mich. Kann es gar noch nicht fassen, dass ich es 3 ganze Tage und Nächte ohne dieses Zeugs geschafft habe.


    Igraine danke dir für deine Worte und du hattest recht: die Tage gehen irgendwie rum.


    ganesha auch dir vielen lieben Dank für deine Worte. Hier ist man halt auch ehrlich zueinander mehr oder weniger (also bei mir ist so, hier fällt es mir einiges leichter) als im Umfeld. Mein Umfeld weiss zwar das ich kiffe (gekifft habe..) aber das Ausmass konnte ich immer ganz gut verstecken.


    Das mit deinem Tipp, alles mal aufzuschreiben was mich stört habe ich angefangen und ich danke dir. Es hilft mir extrem, mich dann auf das Geschriebene zu fokussieren.

    ER musste zu viel ertragen, einfach nur zu viel. Da muss ich auch etwas aufarbeiten.


    Humor war/ist mir sehr wichtig und ich merke dass ich dann doch ab und zu selbst mal schmunzeln muss ;)




    Gestern war echt übel. So richtig. Wortwörtlich. Vom Mittwoch auf Donnerstag in der Nacht wurde mir richtig kotzübel. Schüttelfrost hat Hitzewallung bekämpft und Hitzewallung hat aufgegeben. Jetzt friere ich mir nur noch den Arsch ab und bin so unglaublich müde und ausgelaugt. Ich habe Kopfweh und das habe ich sonst tatsächlich nie, fühle mich immer noch nicht fröhlich und bin auch mega unmotiviert. Konnte gestern kaum aus dem Bett raus, musste aber natürlich denn ich habe ja Arbeit. Und wenn sie unter dem bekifften Ich schon nicht gelitten hat dann sollte sie jetzt umso weniger darunter leiden.


    Was mir aber aufgefallen ist und DAS hat eingeschlagen wie eine Bombe: Routine. Kiffen ist einfach nur Routine. Ich bin in so vielen Situationen gewesen, da dachte ich mir: geil und zuerst oder dazu oder danach einen rauchen. Dann bemerkst du: ah nein, mach ich jetzt ja nicht mehr. Es kommt ein Gefühl auf, als wäre das, was ich vorgehabt habe ohne den Joint nur halb so lustig. Es fühlt sich dann nicht richtig an. Und da muss ich wohl wieder lernen, dass alles OHNE Joint eigentlich lustiger und genau richtig ist.


    Meine nächste Erkenntnis ist die Zeit. Junge Junge wieviel Zeit ich auf einmal habe obwohl ich vorher ja nur rumgesessen bin und gekifft habe. Jetzt hat der Tag gefühlt 48h und meistens weiss ich noch nicht so recht was genau mit mir anfangen. In gewissen Momenten sitze ich dann einfach nur da und starre irgendwo hin.


    Und ich habe schon Geld gespart mit nur 3 Tage ohne. Das ist mein aller grösster Ansporn. Denn auch mein ungutes Gefühl meinen Finanzen gegenüber hat sich bereits etwas gelegt. Und das ist wahnsinnig befreiend.


    Eine Angst begleitet mich nun ständig: wann kommen die Träume... Ich träume schon so lange nicht mehr, dass ich etwas angst davor habe, wie das einschlagen wird.


    Es gibt viele Erlebnisse, die ich verdrängt habe wie dass mein Vater uns vor 8 Jahren verlassen (gut ich und mein Bruder waren schon erwachsen aber ja..) und will einfach keinen Kontakt mehr zu uns. Lebt auch in einem anderen Land und hat sich eine neue Familie zugetan. Oder ich wurde bei meiner letzten Arbeitsstelle so stark von meinem Chef gemobbt, dass ich Depressionen bekam, kurz vor dem Selbstmord stand und in psychische Behandlung musste. Ja die Therapeutin war toll, aber ich konnte sie nicht an mich ranlassen. Ich war meistens auch total stoned an diesen Terminen.

    Ich habe Angst davor, diese Gefühl an mich ranzulassen. Ich habe das erfolgreich verdrängt und immer, wenn die Gedanken aufkamen, kiffte ich sie einfach weg und gut war.


    Dann habe ich natürlich meinen Freundeskreis in all den Jahren auf das ausgelegt. Die meisten sind ebenfalls Kiffer.. Ich werde mich da erstmal distanzieren und werde da ehrlich sein, dass ich vom Zeug loskommen möchte und ich mich darum erstmal nicht in der Lage fühle, mich mit ihnen zu verabreden. Wird sich dann wohl auch gleich zeigen: Freunde oder Bekannte.. Bin gespannt wenn ich dann mal in der Situation bin, wo ich Gras rieche oder wo jemand neben mir einen anzündet.


    Ich hoffe, wenn das alles kommt bin ich stark genug.


    Ich bin auch Patentante von einem unglaublich süssen Mädchen geworden. Ich möchte ein Vorbild sein und nicht das Bild, das man rausholt wenn man etwas NICHT sein sollte.

  • ganesha auch dir vielen lieben Dank für deine Worte. Hier ist man halt auch ehrlich zueinander mehr oder weniger (also bei mir ist so, hier fällt es mir einiges leichter) als im Umfeld. Mein Umfeld weiss zwar das ich kiffe (gekifft habe..) aber das Ausmass konnte ich immer ganz gut verstecken.


    Das mit deinem Tipp, alles mal aufzuschreiben was mich stört habe ich angefangen und ich danke dir. Es hilft mir extrem, mich dann auf das Geschriebene zu fokussieren.

    ER musste zu viel ertragen, einfach nur zu viel. Da muss ich auch etwas aufarbeiten.


    Humor war/ist mir sehr wichtig und ich merke dass ich dann doch ab und zu selbst mal schmunzeln muss ;)

    Hi,


    ja, ich hatte mit den harten Drogen und später auch mit Kiff/KIppen aufgehört, bevor ich auf SuS gestoßen bin.Durch den Austausch hier habe ich viel über Sucht und seine Mechanismen

    gelernt, was mir bestimmt einige Umfaller erspart hat.

    Schreiben ist generell sehr hilfreich, ich mache das auch heute noch täglich (in Handschrift) für mich selbst.Eine gute Kontrollfunktion, die mir sehr hilft.

    Was mir aber aufgefallen ist und DAS hat eingeschlagen wie eine Bombe: Routine. Kiffen ist einfach nur Routine. Ich bin in so vielen Situationen gewesen, da dachte ich mir: geil und zuerst oder dazu oder danach einen rauchen. Dann bemerkst du: ah nein, mach ich jetzt ja nicht mehr. Es kommt ein Gefühl auf, als wäre das, was ich vorgehabt habe ohne den Joint nur halb so lustig. Es fühlt sich dann nicht richtig an. Und da muss ich wohl wieder lernen, dass alles OHNE Joint eigentlich lustiger und genau richtig ist.

    Genau, die erwähnten Muster und Mechanismen, wenn man anfängt, sie zu durchschauen, dann kommt man enorm weit damit.

    Meine nächste Erkenntnis ist die Zeit. Junge Junge wieviel Zeit ich auf einmal habe obwohl ich vorher ja nur rumgesessen bin und gekifft habe. Jetzt hat der Tag gefühlt 48h und meistens weiss ich noch nicht so recht was genau mit mir anfangen. In gewissen Momenten sitze ich dann einfach nur da und starre irgendwo hin.


    Und ich habe schon Geld gespart mit nur 3 Tage ohne. Das ist mein aller grösster Ansporn. Denn auch mein ungutes Gefühl meinen Finanzen gegenüber hat sich bereits etwas gelegt. Und das ist wahnsinnig befreiend.

    Jo, ne? :16:

    Zeit en masse, was man damit alles anfangen kann!

    Mach dir nen extra Sparbuch oder sowas, am besten machst nen Dauerauftrag und buchst da - zumindest nen Großteil - des eingesparten Geldes weg.

    Nach 2 Monaten längstens hat man sich an das "mehr" an Geld gewöhnt und es rinnt einem durch die Finger.

    So kannste dir mal was Größeres leisten - in dem Bewußtsein, dass das Geld vorher ins Rauch & Rausch aufgegangen wäre.Ist dann ein sehr schönes Gefühl.

    Eine Angst begleitet mich nun ständig: wann kommen die Träume... Ich träume schon so lange nicht mehr, dass ich etwas angst davor habe, wie das einschlagen wird.


    Es gibt viele Erlebnisse, die ich verdrängt habe wie dass mein Vater uns vor 8 Jahren verlassen (gut ich und mein Bruder waren schon erwachsen aber ja..) und will einfach keinen Kontakt mehr zu uns. Lebt auch in einem anderen Land und hat sich eine neue Familie zugetan. Oder ich wurde bei meiner letzten Arbeitsstelle so stark von meinem Chef gemobbt, dass ich Depressionen bekam, kurz vor dem Selbstmord stand und in psychische Behandlung musste. Ja die Therapeutin war toll, aber ich konnte sie nicht an mich ranlassen. Ich war meistens auch total stoned an diesen Terminen.

    Ich habe Angst davor, diese Gefühl an mich ranzulassen. Ich habe das erfolgreich verdrängt und immer, wenn die Gedanken aufkamen, kiffte ich sie einfach weg und gut war.

    Ist gut, dass dir das bewußt ist.Ja, das KANN einen schon die Ein und Andere gequälte Nacht bereiten.

    Dann ist es wichtig, sich bewußt zu machen & zu halten, dass das ja nun ein Aufräumen ist und man danach einiges loslassen oder zumindest gelassener betrachten kann.

    Dann habe ich natürlich meinen Freundeskreis in all den Jahren auf das ausgelegt. Die meisten sind ebenfalls Kiffer.. Ich werde mich da erstmal distanzieren und werde da ehrlich sein, dass ich vom Zeug loskommen möchte und ich mich darum erstmal nicht in der Lage fühle, mich mit ihnen zu verabreden. Wird sich dann wohl auch gleich zeigen: Freunde oder Bekannte.. Bin gespannt wenn ich dann mal in der Situation bin, wo ich Gras rieche oder wo jemand neben mir einen anzündet.

    Auch hier: :top:

    Ich bin auch Patentante von einem unglaublich süssen Mädchen geworden. Ich möchte ein Vorbild sein und nicht das Bild, das man rausholt wenn man etwas NICHT sein sollte.

    *schmunzel* Als ich nach all dem Wirrwarr mich wieder in die family eingliedern konnte, bekam ich von meiner Nichte den liebevollen, aber treffenden Namen: "Böser Onkel" kurz "BöO"...

    Als dann so allmählich klar wurde, dass ich doch stabil auf meinem Weg bleibe, wurde der abgeändert in: "ExBöO"

    :bet:So ähnlich muss es sich anfühlen, wenn man zum Ritter geschlagen wird! :5:


    Ich wünsch dir was.LG.Klaus

  • Super:top:

    Ich hab früher nur geraucht (gerifft nur ganz selten). Aber das Aufhören (jetzt schon 11 Jahre) war auch richtig anstrengend. Besonders diese typischen Raucher-Situationen (Kaffeetrinken und ne Kippe an usw) waren am schwierigsten. Ich hab mir dann Erstz zugelegt, z.B. bin ich auch mal mit den Rauchern in der Arbeit in "Raucherpause" gegangen, hab statt Kippe aber einen Tee genossen. Vielleicht kannst Du ja auch so gesunde ErsatzHandlungen für Dich finden. War nur so eine Idee.....

    Und ich hab für meine kleine Nichte lauter Kram für den Kaufladen gehäkelt. Vielleicht kannst du ja was für dein Patenkind basteln, oder so. Dann hast auch gleich einen Zeitlückenfüller.


    Und das gesparte Geld habe ich Anfangs in ein Glas getan. Fand es irre motivierend zu sehen wie es sich füllte ;-) Du freust Dich ja auch sehr darüber einzusparen.


    Für alle blöden EntzugSymptome wünsche ich Dir Gute Besserung!

  • so mein freund hat sich getrennt und sagt er kann nicht mehr.


    ich weiss gerade nicht wie ich dem druck standhalten soll, will mich einfach nur zustonen und nichts fühlen ausser das gefühl des high seins und will einfach schlafen. ich bin so müde.


    wo soll ich diese gefühle alle hinpacken? ich bin bereits vollgesogen wie ein schwamm.


    was soll ich nur tun. ich war bereit den entzug zu machen, mit ihm an meiner seite und jetzt stehe ich alleine da.


    nur einer, ein ganz kleiner und alles wäre gut.. nein ich wäre wieder in der gleichen scheisse und: nene so nicht freundchen


    bin so deftig im zwiespalt und weiss einfach nicht wie damit umgehen. seit jahren habe ich das nicht gemacht mich mit etwas auseinander zu setzten und jetzt muss ich nüchtern das schlimmste ertragen

  • Liebe neuanfang

    bitte gib jetzt wo du schon so weit gekommen bist, nicht auf.

    Es ist der Anfang, und genau hier werden dir die meisten Hürden gesetzt. Sei stark, du hast die Kraft dein Leben in die Richtung und auf den Kurs zu bringen den du wünscht. Mach dich nicht von Außen abhängig, denn letztendlich, bist DU die einzige die etwas tut oder lässt. Weißt du wie ich meine?

    Ein bisschen kiffen wird nichts ändern....


    Dein Schutzmechanismus vor Schmerz war immer das Gras, das hat dir geholfen zu verdrängen. Das Problem hierbei ist aber, dass wenn du nicht beginnst irgendwann mal zu verarbeiten und anzunehmen, der Berg in dir immer und immer größer wird, sich immer mehr anstaut.... und das kann nicht gut gehen...irgendwann ist da kein Platz mehr für Verdrängung.


    Ruf ne Freundin an, jemand dem du vertraust und lass all dein Schmerz raus, oder schreibe dir alles von der Seele. Geh raus an die frische Luft.... oder leg dich mit Entspannungsmusik hin, oder ein schönes warmes Bad. Tue dir etwas Gutes!

    Ich drücke dich und wünsche dir viel Kraft!

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • bin so deftig im zwiespalt und weiss einfach nicht wie damit umgehen. seit jahren habe ich das nicht gemacht mich mit etwas auseinander zu setzten und jetzt muss ich nüchtern das schlimmste ertragen

    Hi,


    ich hab in solchen Situationen auf meinen Trotz gebaut! Da kann man einiges mit wegpacken

    nene so nicht freundchen

    Haargenau so!


    Ich schick dir ein Kraftpaket & schließe mich Sunny moon an: Geh zu ner guten Freundin oder wenn die alle kiffen, geh in den Wald und schreie Bäume an.

    Aber vor allem: lass die Finger vom Kiff.In solch einer Situation hilft das dann oft auch gar nicht wie gewohnt, man vergißt, dass man entwöhnt ist & hat nen konfusen Rausch etc


    Bleib stur! (ich mag Sturheit so gar nicht, aber für gegen Drogen hilft sie prima).LG.Klaus

  • Bleib stark! Du schaffst das, du bist doch schon so weit gekommen!

    Bei dem Typen: da ist noch nicht aller Tage abend..... der kommt wieder. Aber viel wichtiger: hör auf Sunnymoon und Ganesha, Ablenkung und Seelestreicheln

  • ich weiss gerade nicht wie ich dem druck standhalten soll, will mich einfach nur zustonen und nichts fühlen ausser das gefühl des high seins und will einfach schlafen. ich bin so müde.

    Hallo Neuanfang,

    Ich hab hier ein bisschen bei dir gelesen und fühle mit dir! Das du müde bist und nicht schlafen kannst, dass ist furchtbar- ich kenne es nur zu gut!!! Schlafe selbst manchmal gar nicht und manchmal nur beschissen... Manchmal aber auch sehr gut mittlerweile... Glaub mir, dass wird wieder besser! Du wirst auf jeden Fall wieder schlafen.

    Gib jetzt bloß nicht auf, denn ohne Kiffen wird es dir besser gehen! Du wirst auch die ganze Sache mit deinem (Ex)Freund klarer sehen können. Wer weiß, wie du dann darüber denkst. Du bist jetzt wichtig und du bist auf einem guten Weg!!!


    Ich bin selbst erst seit 33 Tagen ohne Kiffen unterwegs und kann jetzt schon so ein Feedback geben! Es ist nicht einfach, aber es klappt. Halte durch! Alles Liebe <3

  • Zitat

    Und jetzt kommts: Angst macht mir nicht der Entzug mit seinen Erscheinungen SONDERN dass ich einfach nicht weiss was mit mir anfangen. Dass ich nicht weiss, wie ich mich beschäftigen soll. Und vor meinem Gefühlschaos, da ich sehr viele Etappen in meinem Leben einfach weggekifft habe anstatt mich damit auseinander zu setzen. War ich gefühlsdusselig, kiffte ich. Fühlte ich mich schlecht, kiffte ich. Fühlte ich mich froh, ja dann kiffte ich.

    Hallo neuanfang,


    toll, dass du dein Problem erkannt hast und beschlossen hast es anzugehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht nur Sport toll ist, dass Bewegung ganz allgemein - Spazierengehen, Fahrradfahren. Ich weiß nicht wie es bei dir war, als ich jedoch gekifft habe, saß ich meistens zuhause rum (auf der Couch oder auf nem Stuhl), oder lag im Bett, oder stand nur rum in einer Clique von Leuten, mit denen ich gemeinsam gekifft habe. Wenn man anfängt sich tagtäglich zu bewegen, tut es dem Körper und der Seele gut, der hormonelle Haushalt kommt ins Gleichgewicht und man kehrt zu seiner wahren Natur zurück - Lebensfreude ;-)


    Alles Liebe

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