• Hallo zusammen,

    ich wollte mal fragen, ob jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder vielleicht einen Tipp für mich hat.

    Ich habe jahrelang Citalopram genommen, aber irgendwann hat es bei mir nicht mehr richtig gewirkt. Mein Arzt hat mich dann auf Duloxetin umgestellt, das ich jetzt etwa drei Monate lang genommen habe. Anfangs ging es mir damit besser, aber dann hat die Wirkung wieder nachgelassen – gleichzeitig kamen Nebenwirkungen dazu, die für mich einfach nicht akzeptabel waren.

    Daraufhin haben wir die Dosis reduziert, auf 45 mg Duloxetin. Leider wurde es dadurch nicht besser – im Gegenteil: Ich war wieder depressiver, antriebsloser und die Nebenwirkungen blieben trotzdem bestehen.

    Jetzt hat mein Arzt mich von heute auf morgen umgestellt, also direkt von 45 mg Duloxetin auf 150 mg Bupropion.

    Seit ein paar Tagen – eigentlich schon ab dem ersten Tag danach – habe ich starken Schwindel und diese sogenannten „Brain Zaps“ (so elektrische Schockgefühle im Kopf). Ich bin total wackelig, mein Kopf fühlt sich an, als würde er dauernd „nachziehen“, vor allem wenn ich die Augen bewege. Mir ist übel, ich liege fast nur im Bett und zwinge mich zum Essen. Autofahren traue ich mich im Moment gar nicht.

    Gestern habe ich aus Verzweiflung mal versucht, eine halbe Dosis von meinem alten Duloxetin zu nehmen (Kapsel geöffnet, Hälfte der Kügelchen), und die Absetzerscheinungen waren fast sofort weg.

    Jetzt weiß ich aber nicht, was ich tun soll:

    Soll ich das einfach aushalten und mich weiter durchbeißen, so wie es der Arzt gesagt hat?

    Oder wäre es besser, das Duloxetin langsam auszuschleichen, anstatt abrupt aufzuhören?

    Ich würde eigentlich am liebsten alles so machen, wie der Arzt es vorgibt – aber ich habe einfach das Gefühl, dass mein Körper mit dem abrupten Wechsel nicht klarkommt.

    Mein Arzt ist leider extrem schwer zu erreichen (telefonisch gar nicht, man müsste direkt vorbeifahren), und ich bin im Moment einfach zu wacklig, um Auto zu fahren.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit der Umstellung von Duloxetin auf Bupropion gemacht?

    Wie seid ihr damit umgegangen?

    Bin über jeden Rat dankbar.

    Liebe Grüße

    Nacht

  • Hallo Nachtstern,

    zunächst mal: ich bin kein Mediziner, sondern Suchtberater. Insofern kann ich dir keinen qualifizierten medizinischen Ratschlage geben. Ich habe aber eben ein wenig recherchiert: Duloxetin sollte eigentlich immer über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen ausgeschlichen und nicht abrupt abgesetzt werden. Auch das umstellen vom einen Medikament auf das andere sollte schrittweise und nicht von heute auf morgen erfolgen.

    Du könntest dir noch eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einholen. Ggf. kann man dir auch hier weiterhelfen: https://www.116117.de/

    Viele Grüße und alles Gute

    Peter vom DigiStreet-Team der Drogenhilfe Schwaben

  • Hallo Peter,

    danke für deine Nachricht.

    Es geht mir immer noch nicht gut, aber es wird langsam besser…. die Umstellung ist schon echt hart bis jetzt, aber ich habe es bis jetzt durchgezogen.

    Nächste Woche habe ich meinen Aufnahmetermin beim Arzt für die Ambulante Therapie und man hat mir versichert, so lange ich bei der Caritas in Behandlung bin, darf ich auch deren Arzt kontaktieren, wenn ich Hilfe bezüglich der Medikamente brauche.

    Ich werde das dann alles mit ihm nächste Woche besprechen.
    Arbeiten kann ich so im Moment leider noch nicht. Meine Arbeit birgt schon ein hohes Gefahrenpotential, wo ich geistig bei der Sache sein muss.

  • Hallo Nachtstern,

    ich kann mir das durchaus vorstellen, dass das wirklich sehr hart ist. Es schadet sicher nicht, mit dem dortigen Arzt mal darüber zu sprechen - vielleicht gibt es bessere Wege mit der Umstellung.

    Halte mich gerne auf dem Laufenden, wenn du magst.

    Viele Grüße

    Peter

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