Diazepam Entzug nach 9 Jahren Dauereinnahme

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und suche Austausch, Erfahrungen und einfach ein bisschen Zuspruch von Menschen, die einen Diazepam-Entzug hinter sich haben oder mitten drin stecken.

    Zu meiner Geschichte: Ich bin examinierte Pflegefachkraft, befinde mich aber gerade selbst in einer extremen gesundheitlichen Krise.

    Nach schweren Traumatisierungen leide ich seit Jahren unter einer komplexen PTBS.

    Seit 2018 nehme ich das Medikament Diazepam ein sehr lange 60mg täglich– über lange Zeit reduziert auf 20mg täglich und diese Dosis halte ich nun mehrere Monate.Also eine Wochendosis von 140 mg .

    Aktuell mache ich eine ärztlich begleitete, kontrollierte ambulante Reduktion um 10mg pro Woche und stehe jetzt in Woche 3 der Reduktion (aktuell im 120-mg-Pufferschema).

    Ziel ist bei Klinik Beginn 100mg/Woche zu haben.

    Durch Umzug und neuen Hausarzt werde ich nun quasi zum stationären Aufenthalt gezwungen,da dieser die ambulante Reduktion verweigert.

    Die PIA hier fängt mich auf bis zum stationären Aufenthalt. Da einige meiner Traumata im stationären Umfeld als Patientin entstanden sind, ist für mich stationä schon blanker Trigge , egal aus welchen Grund der Aifenthalt ist.

    Ich habe aktuell also keinen Psychiater im eigentlichen Sinn und keinen Psychologen.

    Am 19.10. gehe ich fest für 14 Tage zur vollstationären Akut-Entgiftung auf die suchtfachmedizinische Station. Warte noch auf die Bestätigung der Klinik.

    Mehr als 14 Tage halte ich stationär nicht aus und das wird schon heftig für mich.

    Das Ganze ist bei mir extrem komplex, da ich unter folgenden Diagnosen leide :

    • Schwere, komplexe PTBS (kPTBS) mit massiven Panikattacken und Albträumen (seit Jahren bestehend)
    • Schwere depressive Episode (akut starker Antriebs- und Konzentrationsmangel)
    • Eine nachgewiesene pharmakogenetische Besonderheit :

      Ultra Rapid metabolizer wodurch meine Leber Medikamente extrem schnell abbaut und eine MTHFR-Mutation, wodurch mein Gehirn Stresshormone wie Adrenalin aber kaum regulieren kann.

      Das endgütige Gen Ergebnis erhalte ich mitte oder Ende Oktober. Es sind aber wohl die 3 wichtigsten Enzyme betroffen

    Aktuell stabilisiere ich mein blank liegendes Nervensystem zu Hause auf dem Sofa mit einer Basis von 4 × 50 mg Promethazin zum Schutz der Krampfschwelle.

    In der Klinik bestehe ich dann ab Tag 1 auf Carbamazepin als stationärern Krampfschutz.

    Der Entzug kostet mich unendlich viel Kraft.

    Der Antrieb ist im Keller, und die Reizüberflutung ist phasenweise brutal (Nahsehstörungen auf dem Handydisplay).

    Zudem macht die Krankenkasse im Hintergrund massiven bürokratischen Druck, was die kPTBS-Ängste befeuert.

    Meine Fragen an euch:
    Wie habt ihr die Phase kurz vor dem Klinikantritt nach jahrelanger Einnahme erlebt? Wie erging es euch in den ersten Wochen nach der stationären Entgiftung, wenn das Benzodiazepam komplett auf Null ist?

    Ich habe große Angst vor einer vorübergehenden Verschlimmerung der Panikattacken nach der Klinik. Welche Strategien haben euch geholfen, den Suchtdruck (Craving) abzufangen?

    Ich danke euch fürs Lesen und freue mich über jeden Rat und Austausch!

    Viele Grüße,

    Holly

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!