Beiträge von strider

    Was für Verständnis erwartest du denn von irgend einem Bürger für eine Opiatabhängigkeit?


    Was das Ganze bei Kollegen erschwert, wenn jemand womöglich Wochen und Monate solche Zustände hat, dann wirst du wohl einfach als Abhängiger erlebt.


    Nochmal: nach so langer Zeit ein Absetzen finde ich grundfalsch.


    Wichtig ist einen strikten Plan einzuhalten. Das ist das einzige Problem. Wenn man über ein paar Monate konstant und rigoros nach Plan abdosiert, dann hat man fast keine körperlichen Symptome mehr, und auch die Psyche stellt sich langsam auf den Wegfall der Abschirmung ein.


    Opiate absetzen nach Langzeitabhängigkeit ist einfach was die Verträglichkeit und Bewältigbarkeit der Entwöhnung betrifft eine dem Absetzen hoffnungslos unterlegene Strategie. So jedenfalls meine Erfahrung und Einschätzung.


    Gerade wenn man arbeiten muss: wenn man richtig ausschleicht ist man ganz einfach nicht nennenswert geschwächt. Kein Leiden, keiner kriegt was mit.


    Aber man hat das Zeug im Haus. Muss strikte Disziplin halten. Ich würde raten, jemanden einzuweihen. Bei dem man sich täglich die Dosis für den kommenden Tag holt.

    Ist das Schmerzproblem erledigt oder ist der Schmerz chronisch?


    Wenn man chronische Schmerzen hat, dann ist vielleicht Tramal weniger toxisch als Ibuprofen? Würde ich vielleicht dann nicht absetzen oder nur reduzieren, wenn es chronisch ist.


    Wenn der Schmerz vorbei ist, dann halt das Tramal ausschleichen. Mit einem richtigen Ausschleichplan.


    Herzlichen Glückwunsch dass du so hart und diszipliniert mit dir selber sein kannst, das Tramal direkt abzusetzen und so rumzulaufen.


    Aber ich denke das ist zu hart mit sich selbst.


    Einfach mit einem strikten Plan ausschleichen in 3, 6 oder 9 Monaten.


    Dann kommt die Psyche auch nach, und man regeneriert auch seine psychische Widerstandskraft.


    Arbeitsfähigkeit sollte dann auch sicher erhalten bleiben.

    Weswegen wurde das Tramal denn eingenommen? Also wegen der angenehmen Wirkung oder aus Nachlässigkeit? Dann hat man halt ein Suchtproblem.


    Natürlich haben andere dazu hundert Wertungen und Kommentare, zu allem was man angeblich ist und macht.


    Trotzdem bedarf der Zustand der Behandlung und Zeit, eher 7 Wochen oder 7 Monate Erholung als 7 Tage.


    Wenn das Tramal auf Grund von Schmerzen verordnet un eingenommen wurde, dann hat das "irgendwer" nicht zu werten. Bzw. es geht ihn einfach nichts an. Und ist ein ernster Zustand, der vernünftig ausheilen sollte, und nicht in 7 Tagen.


    Aber wie gesagt, das Reden über andere schafft ja auch Gemeinschaft, baut Stress ab, und hat offensichtlich hundert angenehme sinnstiftende Effekte.


    Deshalb schnell wieder gesund werden, und wieder die Lederhaut anlegen, die da draußen so notwendig und nützlich ist. Dummerweise macht Opiatentzug halt dünnhäutig. Dumm gelaufen! Und dauert, halt auch die psychische Regeneration - mitunter echt richtig lange!


    Ich würde mich krank schreiben lassen und den Schwätzern die lange Nase zeigen.


    Und ja, man hat trotzdem ein Recht zu atmen, wenn man krankgeschrieben ist. Man darf trotzdem leben. Egal was irgendwer (auch man selber) denkt.

    Ich habe nicht wegen eines Traumas zu Tramal gegriffen.


    Kenne aber die Opiatabhängigkeit um damit Spannungen und Probleme zu (versuchen zu) bewältigen.


    "Ich habe meinen Alltag gemeistert und funktioniert."


    Das mit dem funkionieren an der Arbeit mag ja geklappt haben. Aber als Mensch funktionieren und seinen Alltag wirklich meistern, dann finde ich sollte man auch etwas glücklich sein.


    Ich frage mich bei deiner Geschichte, ob du vor dem Tod der Eltern stabil warst, oder ernste Probleme hattest. Auch ob dein Job dich sehr stresst.


    Damit es dir besser geht, braucht man es wohl zu verstehen, was dich quält. Wenn das der Tod der Eltern ist, und sonst gar nichts, muss man vielleicht da ansetzen. Wenn es noch wo anders hakt, dann da natürlich auch hinsehen und ansetzen.


    Wie das geht, kann ich natürlich nicht benennen.


    Grundsätzlich sehe ich aus meiner Erfahrung, dass Drogensucht einfach die Verarbeitung und das Weiterkommen blockiert, und dabei noch eigene Schadwirkung einbringt.


    Deswegen: Du bist auf dem richtigen Dampfer, wenn du vom Tramal weg gehst. Das ist meine Überzeugung. Dort sind die Perspektiven. Leicht wird es so oder so nicht. Und es ist ein großes Projekt, dass irgendeine Planung, Ziel, Bestandsaufnahme, Strategie, kleinteilige Alltagsmaßnahmen erfordert.


    Einfach so wollen und machen ist schön und gut, sollte aber von ergänzenden und sinnvollen Maßnahmen flankiert werden.

    Hi. Wünsche dir viel Erfolg, und dass du dich mit sinnvollen und potenziell erfüllenden Sachen beschäftigst.


    Weißt du, woher du einen Bandscheibenvorfall in dem Alter hast?


    Was vermutest du denn, was "normales Leben" ist, oder was würdest du dir wünschen, oder wovon träumen? Selber Ideen, was du ausprobieren könntest?


    In was für einer Gegend wohnst du? Vielleicht kannst du Möglichkeiten in der Natur nutzen.

    Welcher Ton war nicht hilfreich?

    Naja der konfrontative, überdirekte Ton von mir. Sorry, wenn ich es mal wieder übertrieben habe.


    Ich finde es ganz gut, dass du versuchst, auszuziehen und vor den Aggressionen auszuweichen. Das finde ich erheblich klüger als einstecken. Und bevor es völlig eskaliert, auch klüger als Widerstand leisten.


    Außerdem kannst du dann vielleicht andere Leute mal kennen lernen, die ein anderes Verhalten und anderen Umgang miteinander haben. Und kannst dich darauf einstellen, dich ausprobieren und auch was lernen und weiterkommen.


    Vielleicht versteht ihr euch ja in ein paar Jahren besser, nachdem jeder was gelernt hat. Das kann sogar gut sein. Ich habe mich auch mit meiner Familie und meinem Bruder hinterher besser verstanden, als ich weggezogen bin. Später erst fiel mir auf, wie sehr ich ihn schätze, vor Ort nervte vieles nur.

    Also erstmal wusstest du scheinbar etwas über ihn nicht. Wenn er nur Kifferfreunde hat, dann war das doch scheinbar mal ein großes Thema für ihn.


    Andererseits hört es sich für mich so an, dass er sich ausgeklinkt hat.


    Was ist passiert? Er hat zu arbeiten, einen 6-jährigen Jungen mitzuversorgen, ein eigenes Kind gekriegt, eine Beziehung in der der Alltag einzieht mit hundert zwingenden Abläufen.


    Ich würde mal sagen er hat Probleme, die Rolle eines Familienvaters anzunehmen oder auszufüllen, und irgendwelche offensichtlichen Spannungen oder Interessenkonflikte konntet ihr beziehungsmäßig augenscheinlich nicht auflösen, oder euch nicht auf notwendige Abläufe einigen und diese umsetzen.


    Wenn er deine Mutterrolle angreift, dann ist das für mich ein weiteres Indiz, dass er Probleme hat, eine Vaterrolle einzunehmen. Oder/und in eurer Beziehung läuft irgendwas aus dem Ruder. Das ist natürlich unmöglich von außen zu sagen, bzw. ich kann nur spekulieren.


    Das und seine Sucht. Es kann auch sein, dass er auch kiffen würde, wenn zum Beispiel keine Kinder da wären.


    Entweder er will doch mitarbeiten und wendet sich euch wieder zu, und ihr könnt eure Spannungen ausgleichen, oder ihr werdet wohl getrennt weitermachen müssen.


    Du kannst ihn ja fragen, was er für sein Kind zu tun gedenkt, was nicht. Darüber wird er mal gründlich nachdenken müssen. Wenn er dir zuliebe scheinbar schon aktuell nichts machen zu wollen scheint.

    Erst mal und noch mehr in dem Alter geht es darum, sich der Zusammenhänge bewusst zu werden, so etwas bringt man nicht von selber mit. Zum Beipsiel Verhaltens- oder Beziehungsmuster, die man in jungen Jahren oft nur abgeschaut hat.


    Dass du hier Verwirrung zeigst, ob es Grund zur Aggression ist, wenn du duschen willst, wenn der Bruder es auch will, oder wenn du seine Hausarbeit anders machst, als er will, zeigt für mich dass die Wahrnehmung der Situation dein Hauptproblem ist.


    Ja, ich will sagen dass sie handlungsfähig ist oder besser gesagt offensichtlich genau das lernen muss.


    Sie wurde durch Umstände in eine Position der Ohnmacht gebracht, aktuell betreibt dass ihr Bruder (wahrscheinlich unbewusst) aktiv.


    An der Stelle ist es meiner Meinung nach ein Fehler/subotpimal (Schuld; ist aber nicht böse gemeint, im Sinne von Verurteilung, man kann es besser Mitverantwortung, aber noch besser Verantwortung nennen), sowohl auszuhalten, als auch einzustecken, als auch Fehler (an abwegigen Stellen) bei sich zu suchen.


    Aber mir ist doch klar, dass das für einen jungen Menschen alles Lernprozesse von Monaten und Jahren sind.


    Wie soll denn eine Bewährung in der Zukunft gegenüber solchen Leuten erfolgen? Ziel kann nur sein, sich in der persönlichen Konfrontation einmal behaupten zu können.


    Dass der Bruder den Widerstand nötig hat, und ich das sage, heißt nicht, dass ich die Vernatwortung zur Erziehung der Threadöffnerin aufladen möchte, keineswegs. Ich denke ihre Verantwortung sollte idealerweise sein, sich zu verteidigen und zu behaupten. Genau in dem Sinne denke ich sehr wohl, dass sie verantwortlich ist, Fehlverhalten aus dem Bruder heraus zu erziehen, wenn sie mit ihm unter einem Dach ist. Nicht um seinetwillen, um ihretwillen. Trotzdem ist es zusätzlich, nachgeordnet zur Selbstverteidigung, im Nebenaspekt nun mal auch ihr Bruder, der vermutlich auch unreif ist. Und ich will sie damit auch entlasten, nicht dass du etwa denkst, es ist ja mein Bruder, ich darf keinen Streit haben.


    Trotzdem bin ich hier Außenstehender, und interpretiere, und kenne mich jetzt auch nicht grundlegend mit solchen Sachen aus. Ich gebe nur das rein, was ich wahrnehme und was aus meiner Sicht Sinn macht. Wenn was davon in deinen Augen keinerlei Sinn macht, dann kann ich mich genauso gut auch irren oder fehlinterpretieren, etc.

    Manchmal muss es eben erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Wenn du da keinen Widerstand leistest, dann sitzt du in der Falle. Dann qualifizierst du dich als gut geeignetes, willfähriges Opfer für alle Arten gewalttätiger Menschen.


    Geh in die Konfrontation, statt auszuweichen. Er braucht auch den Widerstand um sich weiterzuentwickeln. Zu lernen, mit was er nicht durchkommen wird. Andere werden ihn direkt die Treppe runterstossen, wenn er sie schubst. Auch manche Frauen.


    Und du hast es scheinbar nötig zu lernen, dich abzugrenzen und zu behaupten. Spätestes bei der Polizei wirst du das eh schnell lernen.


    Natürlich ist es nicht normal, beispielsweise angefeindet zu werden, weil man (jemandem!) ein Hemd falsch aufhängt, oder weil man duschen möchte, jemand anders aber auch.


    Meine Vermutung ist, dass du an der Stelle lieber das bequeme machst (Schnauze halten), als das ungemütliche (Deine Rechte durchsetzen).


    Damit bist du aber selber mitschuldig. Nicht mehr nur der Bruder mit seinen Ausfälligkeiten. Und das ist nicht gut, da solltest du was gegen machen. Dann geht's dir vermutlich auch besser, du fühlst dich gesünder, und hast weniger Aggressionen, die du dann auch noch aus Verwirrung gegen dich selber richtest.

    Du kannst erstmal gar nichts dafür, dass es in deiner Familie Spannungen gab, Scheidungen, Probleme bei der Konfliktlösung, in der Kommunikation.


    Du kannst auch nichts für die Stimmung in der Schule, Aggressionen, Druck.


    Du kannst auch nichts für die Gewalttätigkeit deines Bruders.


    Du bist jetzt aber dabei groß zu werden, hast bald genug Entwicklung, um selber nachzudenken, um dir selber ein Bild der Lage zu machen, in den kommenden Jahren wirst du selber rausfinden können und entscheiden, was nützlich und schädlich ist. Und du wirst wohl auch lernen, Grenzen zu setzen, wenn jemand dir mit Frechheiten und Übergriffen ankommt. Natürlich wirst du auch lernen, dass du auch manche Verhaltensweisen besser überdenken solltest, und auch selber irgendwelche sonstigen Fehler im Verhalten anderen (und dir selbst) gegenüber angewöhnt hast, vielleicht auch abgeschaut hast in deiner Herkunftsfamilie oder in deinen Bezugsgruppen in der Schule.


    Dafür wirst du dann verantwortlich, aber auch in der Lage sein: dein Verhalten weiterzuentwickeln, lernen, klüger zu handeln.


    Jedenfalls bist du in einem besorgniserregenden Zustand, mit deinen Blutwerten, drastischer Gewichtsabnahme, Handlungen gegen dich selber.


    Versuch zu lernen, dich zu schützen, und wie schon gesagt wurde für dich zu sorgen. Du musst das machen, wenn du erwachsen wirst. Sonst macht es keiner mehr, außer vielleicht wirklich vertrauenswürdige Bezugspersonen, die auch nicht jeder immer hat.


    Hör auf, Fehler gegenüber anderen zu machen, also schlimmere Fehler, schlimmere Provokationen. Erkenne, was dir zusteht anderen gegenüber zu tun, und was nicht mehr. Und genauso setz deine Grenzen. Zeig anderen, was du von ihnen nicht mehr hinnehmen musst und wirst. Du wirst lernen müssen, dich zu behaupten, und zu verteidigen. Versuche, dabei transparent zu sein, genau zu zeigen, was man mit dir nicht machen darf. Es geht bei Selbstverteidigung nicht darum abzurechnen, sich zu rächen, oder es heimzuzahlen. Es geht nur darum, mit allen Mitteln einen aktuellen Übergriff gegen dich zu stoppen, und das auch ganz klar zu zeigen, was du auf gar keinen Fall an psychischer oder physischer Gewalt hinnehmen wirst. Dazu darfst du natürlich im Notfall selber sogar einfache Gewalt anwenden. Du brauchst dazu aber auch eine gewisse Art der eigenen Gewaltbereitschaft, besser gesagt Verteidigungsbereitschaft. Anfangen würde ich mit verbaler Abgrenzung. Wenn dein Bruder schreit, schrei genaus so laut. "Geh weg", "Verlass mein Zimmer, jetzt", "Stop!", "Fass mich nicht an", "Hilfe!", "Schrei mich nicht an! Rede normal, wenn du etwas mit mir besprechen willst", "Wenn du mich anfasst, werde ich mich wehren oder dich anzeigen.", "Wenn du etwas von meinem Eigentum zerbrichst, dann werde ich dich dafür verantwortlich machen, es zu ersetzen, und dich notfalls anzeigen, wenn du es nicht ersetzt". (aber dann auch machen, falls man es ankündigt).

    Solange man keine Psychose hat, und die Medikamente einen über Wasser halten kann man doch mit den Ärzten reden. Wenn man Zweifel am Nutzen-Nebenwirkungen-Verhältnis hat, könnte man Medikamentendosen sonst probeweise einfach halbieren, oder eins ausschleichen. Notfalls auch wieder Einsetzen nach einer Erprobung.


    Falls dann Unruhe übergangsweise zunimmt, kann es auch gut sein, ganz andere Maßnahmen zu finden, die sowas auch bessern können. Gespräche, Aktivitäten, Hobbies, Leidenschaften, vielleicht Ändern des Denkens, Handelns, Strategie- oder Taktikwechsel im Alltag. Irgendwo sollte jeder, dem Neuroleptika kaum geholfen haben, wenigstens ein, zwei Hebelchen finden können, sich besser zu heilen, als im Extremfall durch die überflüssige stumpfe Einnahme von mehr oder weniger nach Vorschlagsliste experimentell gewählten Medikamenten.


    Womit ich natürlich nicht sagen will, dass pauschal alle Neuroleptika oder Antidepressiva für jeden nutzlos sind.

    Ich hatte schon Erfrierungen 1. Grades. Mit zurückbleibender leichter Taubheit, die langsam ausheilte. So etwas wird später wieder wie vorher.


    Ab Erfrierungen 2. Grades ist damit zu rechnen, dass die betroffenen Partien Schäden beibehalten (Gefäße), die nicht mehr 100 % ausheilen. Dann müssen die Stellen besonders geschützt werden.


    Übrigens kann man auch die Hände in gewissem Umfang schützen, indem man beispielsweise eine lange Unterhose oder Mütze anzieht. Da die einzelnen Glieder gestresst werden, wenn das Ganze gestresst wird.


    Aber natürlich in erster Line bei den Händen ausreichend warme Handschuhe verwenden und Pulswärmer. Und genug Trinken ist tendenziell gut, um das Blut dünn zu halten.

    Würde mich auch interessieren, wie der aktuelle Stand ist!


    Zu dem Thema allgemein:


    8 Jahre Konsum sind 96 Monate. Nach vier Monaten erwarte keinen Vorgeschmack der Dinge, die da kommen werden. Investiere 6 Monate Gehen auf dem Zahnfleisch. Versuch dich mit den Herausforderungen einzurichten. Investier noch 6 Monate. Aber immer nur einen Tag nach dem anderen, wie man so schön sagt.


    Nach zwei Jahren Erholung, da wirst du voraussichtlich unwiderlegbar phasenweise sehr festen Boden unter den Füßen spüren. Etwas, das du überhaupt nicht (mehr) kennst.


    Übrigens sehe ich das bei mir selber: Die 8 Jahre kommen nicht zurück. Und auch nicht alle in den 8 Jahren verursachten Schäden sind reversibel. Federn wurde ausgerupft, Wunden vernarbten.


    Nichtsdestoweniger: Schlimmer geht immer! Das ist für mich eine ganz zentrale Erkenntnis. Und auch Erholung und (Teil-)Heilung geht immer. Und das lohnt sich. Das habe ich selbst erfahren und daran glaube ich, dass das für jeden so ist. Umso mehr, je früher und endgültiger man dem Gift entrinnt.


    Wenn man endlich schafft, klug zu werden: Lernt, zu wählen, es jetzt um absolut keinen Preis noch schlimmer zu machen, wieder jahrelang. Dann wird sich das Leben lohnen. Dann wird man die Früchte der Pein und Arbeit, von Blut, Schweiß und Tränen auch ernten.


    Trotzdem ist es unvermeidlich, die Sachen, die man 8 Jahre lang runtergeritten hat, zu versuchen halbwegs zu bearbeiten, und zu kitten. Wenn man das phasenweise nicht solide auf die Reihe kriegt, dann kann man es nur mehr aushalten, ausweichen, sich irgendwelche Notlösungen zurechtschustern.


    Das ist Arbeit, ja, das ist auch Leiden, kein Zuckerschlecken. Deswegen halte ich nichts davon sich das alles Schönzureden, dass das Leben nach so einer langen, einschneidenden Katastrophe/Schaden innerhalb von drei oder sechs Monaten rosarot ist. Nein, das wird es nicht sein.


    Aber es wird lebenswerter. Es wird Leben. Das wirst du auch merken, wenn du es auch jetzt vielleicht noch nicht schon hin und wieder ahnst. Leben, dass du früher nie hattest. Früher war alles taub und Machtlosigkeit, eine Vorstufe zum Ableben eigentlich, finde ich.


    Deshalb ist es meiner Meinung nach auch OK, durch eine Zeit des Leidens zu gehen. Es ist ein gutes Zeichen. Du lebst wieder. Und wie man den Schmerz jetzt wieder wahrhaftig, übergrell (damit kann man aber lernen umzugehen und es zu normalisieren und zu verarbeiten) und ungefiltert fühlt, wird man die Freude und Dankbarkeit fühlen.


    Deswegen beiß dich fest auf deinem guten Weg. Krall dich fest an deiner weisen Entscheidung und an allem Guten. Mit allem was du hast, notfalls krall dich noch übergangsweise mit allem fest, was du nicht hast. Auf Hoffnung.


    Du hast den richtigen Weg gewählt, und das ist, wie deine jetzigen teuren, blutigen, Investitionen, unendlich wertvoll.

    Ich hab ja auch Probleme mit Aggressionen und Verbitterungen. Und ich kenne auch jemanden der wirtschaftlich extrem unter Druck steht (aber auch nicht mehr als viele andere), bei dem erzeugt die Armut ähnliche Aggressionen.


    Aber was du auftischst ist auch starker Tobak. Selbst wenn Leute vom Leben wirklich bevorzugt sind, durch Glück, Eltern, was auch immer, dann ist es trotzdem ein Übergriff, sie für deine Misere verantwortlich zu machen.


    Du stellst es hier so dar, dass du den Knecht für deine Familie machst. Sorry, dafür kann dein reicher Nachbar nichts. Das ist dein Handeln, wenn du dich nicht abgrenzen kannst oder eben doch. Deine Entscheidung.


    Auch wenn du 10 Jahre opiatabhängig bist, ganz schlicht aus Fahrlässigkeit und Nachlässigkeit, oder als Irrweg, und dir dadurch Chancen verbaust:

    Dafür kann dein reicher Nachbar, der (scheinbar/angeblich oder real) alles hat was das Menschenherz begehrt einfach nichts.


    Es ist auch unmöglich, von der Gesellschaft zu erwarten, paradiesische Zustände zu generieren, wo allgemeine maximale Gerechtigkeit und Ausgleich herrscht.


    Auch wenn du dem Mangel ausgeliefert bist, dann ist trotzdem diese Gesellschaft was Lebensstandard, Chancengleichheit, Wohlfahrt angeht vermutlich eine historische Referenz.


    Wer hier HartzIV kriegt, soll angeblich zum reichsten Fünftel der Menschheit weltweit gehören.


    Was mir sehr unsympathisch ist, ist jede Form von Neid. Mangel anerkennen OK, Klagen und Jammern, auch noch akzeptabel. Keine Änderung hinkriegen oder sich schwer tun: kann ich verstehen. Aber Neid (und Kriminalität) finde ich zum Kotzen. Freu dich doch für andere, dass es ihnen nicht so dreckig geht, wie dir gerade. Dass es nicht einfach allen so geht. Das wäre wirklich noch schlimmer. Was für eine Welt wäre das dann. Womit ich nicht sage, dass man sich von jedem Schnösel jede Arroganz und Herablassung bieten lassen muss, nur weil man "statusmäßig" "nicht mithalten" kann. Da denke ich auch sollte mancher "Gutsituierte" besser mal bei sich bleiben und Übergriffe besser selber unterlassen.


    Außerdem bringt man sich mit dieser Art Verbitterung in der Tat in Stimmung für kriminelle Handlungen. Während man das Narrativ aufrichtet, selber ein armes machtloses Opfer ohne eigene Versäumnisse zu sein.


    Also ich kann da allgemein nicht zustimmen.


    Auch wenn ich nicht zweifle, dass du großem Mangel und Härten ausgesetzte bist, und andererseits auch versuchst, in der Familie etwas einzubringen und zu geben. Was ich grundsätzlich auch lobenswert finde.

    Ich will nicht sagen, dass du dich ablenken sollst. Eher raten, etwas lohnendes auszuführen. Das einfach in sich selbst lohnend ist, ganz egal ob du Konzentrations-, Sprachstörungen, Liebeskummer oder 100 andere Probleme hast.


    Mit diesen Sprachstörungen kenne ich so nicht. Jedenfalls nicht, dass ich mich erinnern könnte. Nur direkt unter dem Einfluss von Ecstasy, Kiffen, Alkohol. Oder irgendwelchen Überdosierungen.


    Sprachstörungen würde ich ärztlich abklären. Wobei wenn du hochdosiert monatelang Drogen nimmst, und dann Antidepressiva hinterher kann ich mir schon vorstellen, dass da auch was mal ziemlich aus dem Gleichgewicht geraten kann. Ich hoffe, dass es da keinen krassen Vergiftungen gab!


    Da du aber eh aktuell Probleme mit Ängsten hast, steiger dich in keine sorgen zusätzlich rein, das bringt garantiert nur überflüssigen Ärger.

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, das Neuroleptika, Antidepressiva mir mit meinen persönlichen Problemen nicht richtig helfen, und bei mir nur Nebenwirkungen, jedoch außer Matschigkeit/Dämpfung überhaupt kaum Nutzen erzeugten. Hatte auch schon Doxepin, Olanzapin, Seroquel, Risperidon, SSRI. Und manches mehr, ganz kurzzeitig. Dämpfung und Gewichtszunahme ist für mich der Haupteffekt. Alles andere mehr oder weniger Placebo (für mich subjektiv).


    Und ich habe auch schon jemanden kennengelernt, der schwere extrapyramidale motorische Störungen von Neuroleptika kriegte.


    Ich sage mir heute: ich bin so wie ich bin, mit allen Defekten und Narben. Und ich glaube nicht mehr (für mich! Aus individuellen Erfahrungen) an Psychopharmaka und Drogen. Allerdings hab ich auch vergleichsweise mildere Schwierigkeiten.


    Aktuell würde ich raten, sich nicht zusätzlich zu stressen. Wichtig ist, Medikamente wegzulassen, die keine wirklich gute Wirkung, aber schwere Nebenwirkungen haben.


    Ich leide selber unter sozialer Phobie, die mich massiv einschränkt. Was auch nicht medikamentiert oder therapiert wird, außer durch eigene Taktik (meist Ausweichen).


    Solange Tavor keine Nebenwirkungen hat außer der schwersten Abhängigkeit und Nichtbearbeitung aller Probleme, denke ich man kann das notfalls einsetzen, um Lebensqualität zu erhöhen.


    Mittelfristig müssen Strategie und Maßnahmen gefunden werden, wie man durch Verhaltensanpassung und neue, unerwartete Erfahrungen und Erfolge einfach weiterkommen und Zug um Zug befreiter werden kann. Glaube ich.


    Wichtig ist, glaube ich auch, zu Menschen (berechtigtes) Vertrauen zu fassen, und Aktivitäten zu finden, wo man den Kopf frei kriegt. Ich denke es gibt sowas.

    Natürlich hilft kein Geschwätz von Freunden oder Kumpels nicht, wenn sich die Freundin von einem trennt. Auch kein Kiffen und Ecstasy hilft adäquat gegen solchen Liebeskummer!


    Bleib offen gegenüber interessanten Frauen, gib zu, dass du Interesse an ihnen hast. Das sollte helfen.


    Fang jetzt mal an zu leben. Der Tod kommt uns dann schon beizeiten holen. Aber hoffentlich nicht bevor es richtig losgegangen ist.


    Wie hast du denn drei, vier Gramm am Tag geraucht? Ich finde das schon extrem. Außerdem kann Gras auch verunreinigt sein. Da gibt es regulär etliche Schweinereien. Auch gröbste, gemeingefährliche Sachen. Wie bei vielen illegal vertriebenen Drogen.


    Außerdem kannst du auch anfällig und labil für psychische Komplikationen sein. Das sind nun mal einige Leute. Was du da berichtest deutet ja auf (über-)starke Ängste hin.


    Entgifte, und lass ab von diesen Sachen, die dir einfach nicht helfen können, sondern dir geschadet haben und auch ganz sicher noch schlimmer schaden würden.


    Lass dich mal ärztlich durchchecken. Blutbild z.B. Ernähr dich gut.


    Falls du psychiatrische Behandlung brauchst, hol sie dir. Lass dich auch da durchchecken.


    Aber steiger dich auch nicht zu konzentriert in Ängste hinein.


    Lass und nimm dir Zeit, dich jetzt zu erholen von diesem schädlichen Eingriff auf das Gleichgewicht deiner Botenstoffe im Gehirn.


    Versuch, dein Leben ausgewogenen zu gestalten. Natur, Arbeit, Freunde, wenigstens mal Offenheit für Freundin, Soziales, Sport.


    Kauf dir 2019 einen Neoprenanzug und ein gebrauchtes Windsurfbrett mit zwei Segeln und geh in die Natur, geh windsurfen in Oortkaten wenn du schon in Meeresnähe bist anstatt mit irgendwelchen Kiffern oder alleine Bong irgendwo im Haus oder in der Stadt zu rauchen oder irgendwelchen sonstigen Zivilisationsmüll im Übermaß zu konsumieren.


    Geh doch bei einer steifen Brise ans Meer die Tage, irgendwo in der Nähe auf dem Land. Oder bei Sturm. Ich bin sicher, da geht's dir besser.


    Ich geh morgen da hin, in die Natur da kriege ich den Kopf frei. Es gibt nicht nur Probleme und Trauer auf der Welt, sondern auch Gutes. Wie z.B. Wildnis, Abenteuer, eine Frau, Kameradschaft und manches mehr. Ich spamme einfach mal paar Naturbilder dazwischen:

    Mediation im Sinne von Vermittlung Eltern - Kind ist wahrscheinlich sogar aktuell für ihn nachrangig. Schon wichtig, weil die Beziehung auch für ihn wichtig ist, und unbedingt geklärt werden muss.


    Aber viel wichtiger für ihn ist vielleicht, dass der Sohn eine Stelle findet, wo er Hilfe erhält. Also Hilfe bei der Bewusstwerdung seiner selbst.


    Vielleicht auch die Möglichkeit, Angebot oder Erkenntnis konstruktiver Alternative zum Abschalten oder für Aktivität.


    Er braucht vielleicht in erster Linie einen Vermittler zwischen seiner Situation und seinem Inneren. Gezeigt zu bekommen, wer er aktuell ist, in welcher Lage, was er braucht. Mögliche Wege und Optionen angezeigt zu bekommen. Zu Entscheidungen hingeführt zu werden.


    Sicher braucht er auch breiten Raum, zu agieren und die Konsequenzen zu erleben.


    Das ist jetzt alles spekulativ, ich kenne ihn ja nicht.


    Mir ist klar, dass auch die Eltern, die Mutter etwas ganz bestimmtes braucht. Verständnis. Feedback. Anstöße. Perspektiven. Sicher hat sie auch den Wunsch, zu sehen, dass ihr Sohn zurechtkommt.


    Das sind halt zwei Bedürfnislagen auf einmal. Ich weiß da auch gerade nichts Konkretes zu raten.