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Beiträge von Rabert

    Noch ein Wort zur Schweigepflicht: Diese ist meiner Ansicht nach ein sehr, sehr hohes Gut, gerade im Bereich der Suchthilfe/-beratung...und hier muss ich meinem Vorredner auch leicht widersprechen: Im Suchthilfebereich ist der Vertrauensschutz ein so wichtig, dass hier verschärfte Schweigepflichts-/Datenschutzbestimmungen gelten und das ist auch richtig so.

    So wie ich das verstehe, ist das in der Tat eine rechtliche Grauzone. Auf der einen Seite der Anspruch und das (vermeintliche?) Recht des Kindes auf Vertrauensschutz und elternunabhängige Beratung, auf der anderen Seite die gesetzlichen geschützten und eingeforderten Rechte und auch Pflichten der Eltern hinsichtlich Erziehung und Fürsorge für ihre Kinder.


    In der Rechtsprechung hat sich das Alter des Kindes von 15 Jahren (und darüber hinaus, wenn die in meinem ersten Beitrag angesprochenen Voraussetzungen erfüllt sind) als Grenze der Ausschlussfähigkeit der Eltern im Sinne einer ärztlichen Schweigepflicht durchgesetzt. Das Kind hier ist 14, und damit darf meines Erachtens eine Suchtberatung die Eltern nicht gegen deren Willen ausschließen.


    Die Schweigepflicht- und Datenschutzbestimmungen gegenüber den Eltern unterscheiden sich bei einer Suchtberatung auch in keiner Weise von denen, die für Ärzte gelten. Es gibt dort - zumindest rechtlich - keine gegenüber den allgemeinen ärztlichen Schweigepflichten verschärften Bedingungen. Aber ich lerne gerne dazu: wenn es tatsächlich doch so ist, in welchem Gesetz/Verordnung/Rechtsprechung steht das mit den verschärften Bedingungen?

    das durften wir nicht, da sie Schweigepflicht hat. Das hat diese Suchtberaterin schon am telefon gesagt

    Das ist nicht ganz richtig. Die ärztliche Schweigepflicht gegenüber den Eltern von Kindern greift prinzipiell erst dann, wenn bei den Kindern eine entsprechende Einsichtsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit vorausgesetzt werden kann. Dies wird grundsätzlich erst ab einem Alter von 15 Jahren angenommen, und dann auch nur in den Fällen, in denen diese älteren Kinder tatsächlich verantwortliches Handeln demonstrieren. Süchtige Kinder tun das per Definition nicht.


    Wenn die Suchtberaterin dennoch das Kind vor den Eltern zu schützen müssen meint, weiß ich jedoch nicht, was man dagegen tun könnte. Ich würde in dem Fall einen Anwalt konsultieren oder versuchen eine andere Suchtberatung zu finden.


    Meine Tochter erzählte mir später, das sie weiter Canabis rauchen sollte und ihr Konsum aufschreiben muss.

    Ich nehme mal an, dass dir deine Tochter das so gesagt hat, wie sie es in der Beratung hat hören wollen. Oder einiges ausgelassen hat, was ihr nicht so in den Kram gepasst hat. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Suchtberatung einer 14jährigen anrät weiter zu konsumieren.


    Ich würde die Suchtberaterin einfach mal darauf ansprechen, was sie damit bezweckt, wenn sie deiner Tochter das weitere Konsumieren empfiehlt. Ich denke, dass sich dann entsprechende Missverständnisse schnell aufklären werden, Vielleicht erkennt die Suchtberaterin dann auch, dass deine Tochter noch nicht die erforderliche Reife hat, um die notwendigen Schritte zum Entzug ohne enge Begleitung durch die Eltern durchzuziehen.


    Edit: während ich dies schrieb hat Franz ein paar weitere Beiträge hier eingefügt. Insofern hat sich die Situation ja deutlich entschärft und einige Irritationen sind bereits geklärt und Missverständnisse ausgeräumt.

    wie hast du denn den Absprung damals geschafft von deiner Freundin?

    Ich glaube, ich bin einfach so gestrickt. Ich gebe viele Chancen, aber irgendwann wird es mir zuviel, dann ist es genug und ich mache einen Schlussstrich. Dann legt sich bei mir im Kopf ein Schalter um, und es ist aus und vorbei. Ich bedaure, dass es enden muss, aber ich leide nicht darunter, dass ich es beendet habe, weil ich weiß, warum ich es beendet habe.


    Was ich aber vor allem gemacht habe ist aus Fehlern und Erfahrungen zu lernen. So habe ich nie wieder etwas mit einer Süchtigen angefangen, oder auch nicht wieder den Fehler gemacht - wie bei meiner ersten Frau - meine Lebensgefährtin formen zu wollen. Es erschreckt mich immer wieder, wenn ich in diesem Forum lese, dass die "Opfer" immer wieder den gleichen Fehler machen und eben nicht lernen, aus Erfahrungen keine Konsequenzen ziehen.


    Was ich in meinem Leben gelernt habe ist, dass Beziehungen nicht so ablaufen müssen, wie ich es immer wieder in diesem Forum lese. Mit meiner zweiten Frau bin ich nun seit über 30 Jahren zusammen und mit ihr heute noch glücklicher als am ersten Tag. Seit ich weiß, dass es so etwas gibt, dass so etwas möglich ist, weiß ich auch, dass ich vorher richtig gehandelt habe, wenn ich unerträgliche Beziehungen einfach beendete.

    Ich brauche kurz ein Feedback, dass ich mir seine Sucht nicht einrede und übertreibe.

    Nach dem, was du bisher geschrieben hast, redest du dir seine Sucht nicht ein und du übertreibst auch nicht. Noch schlimmer ist, dass er die Situation nicht als die erkennt und akzeptiert, die sie ist, und eine nachhaltige Therapie und Verhaltensänderung ablehnt bzw. als nicht erforderlich betrachtet. In solchen Fällen ist Hoffnung und Optimismus fehl am Platz.


    Schütze dich und deine Kinder und lass ihn gehen. Das ist nicht leicht und tut sehr weh, aber ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit so auf Dauer glücklicher leben.

    Ich bin - glücklicherweise - kein Borderliner. Also, take it with a grain of salt.


    Es scheint mir, als möchtest du weiter mit ihr zusammen sein. Nach allem was ich darüber weiß (und ich habe mein Wissen darüber anlässlich dieses Threads mal wieder aktualisiert), frage ich mich, warum du dir das antun willst. Meinst du, dass du dauerhaft mit so einem Menschen klar kommen kannst? Ich könnte das nicht, ich würde so schnell wie möglich so weit wie möglich wegrennen davor. Ich habe schon genug körperliche Schmerzen, ich brauch nicht auch noch seelische Schmerzen dazu.


    Sei froh, dass du das so frühzeitig bemerkt hast und noch keine wirklich feste Bindung an sie aufbauen konntest. Da ist der Trennungsschmerz nicht so schlimm und er vergeht schneller. Ich verstehe das auch um so weniger, als dass du ja ein bereits gebranntes Kind bist - du hast das schon mal erlebt, du kennst das, und du weißt, dass du das nicht willst. Ich war einmal mit einer Drogensüchtigen zusammen (das ist jetzt gute 40 Jahre her) und danach nie wieder, weil ich daraus gelernt habe, was ich auf keinen Fall will.

    Ist das wirklich nur eine starke Libido?

    Nein, so wie du das beschreibst wohl eher nicht. Was jedoch fehlt um von Sexsucht zu sprechen, ist der Leidensdruck bei ihm. Der dringende Wunsch damit aufzuhören es aber nicht zu können. Das ist wohl eher ein Fall von extremer Hypersexualität. Nach deiner Beschreibung erscheint mir dein Verhalten eher gesund und seines eher ungesund zu sein. Ich würde nicht sagen, du wärest Schuld an dieser Situation.


    Dein Mann scheint in der Tat krank zu sein. Ob es hormonell ist, wie grany schreibt, oder psychisch, oder gar beides, kann nur ein Facharzt beurteilen. Wenn dein Mann mittlerweile mit seiner Hypersexualität eure Beziehung gefährdet, ist Handeln angesagt. Das könnte schwierig sein, wenn er selbst keinen Leidensdruck hat und er sein Verhalten als normal betrachtet. Eine Paartherapie oder Sexualtherapie ist wohl in der Tat das Einzige, was dir, euch und ihm helfen könnte. Es muss dir nur gelingen ihn davon zu überzeugen, dass dieser Schritt notwendig ist, wenn eure Beziehung eine gute Zukunft haben soll. Da - wie du schreibst - an seinem diesbezüglichen Verhalten schon mehrere frühere Beziehungen gescheitert sind, wird da wohl ein Muster erkennbar. Ob du das durchbrechen kannst, kann ich nicht beurteilen. Mit einer Therapie könnte das vielleicht gelingen - aber nur, wenn er das auch will.


    Ohne die Mithilfe deines Mannes wird sich eure Situation nicht verbessern. Wenn er nicht mithelfen will, weil er keine Veranlassung dazu erkennt, musst du wohl überlegen, ob und wie lange du das noch mitmachen kannst oder willst.

    Mir scheint, da treffen zwei Extreme aufeinander. Er hat wohl eine ausgesprochen starke Libido, während das bei dir scheinbar nicht so sehr ausgeprägt ist (oder vielleicht auch "nur" normal).


    Ob bei deinem Mann von Sexsucht gesprochen kann, wage ich - ohne jetzt die Details zu kennen - zu bezweifeln. Bei einer Sexsucht entartet das Verhalten derart, dass der Betroffene sich selbst schädigt. Ob dein Mann das tut, kann ich aus deiner Schilderung nicht erkennen. Andererseits meine ich, dass er nahezu alle Symptome von Hypersexualität zeigt, was auch eine Krankheit nach IDC-10 ist. Nur - wenn dein Mann das nicht als Krankheit empfindet, kann man da ohne seine Mitwirkung und Zustimmung nichts machen.


    Das Einzige was ich dir da vorschlagen kann ist eine Paartherapie. Aber dafür müsste auch bei ihm ein Problembewußtsein bestehen. Oder Liebe, und er ist bereit etwas zu tun, was dir - und letztendlich damit auch eurer Beziehung - vielleicht helfen könnte. Vielleicht kannst du ihn ja irgendwie überzeugen.

    1. Man kann auch mal Nein sagen.

    2. Seine eigenen Grenzen zu kennen ist die eine Sache. Sie zu akzeptieren eine Andere.

    3. Manche "Führungskräfte" halten Menschen für Zitronen, die man nach belieben und möglichst vollständig auspressen kann.

    4. Manchmal muss man Nein sagen.

    Alles kann - nichts muss.

    Das ist richtig. Die Frage war aber relativ eindeutig, und die Antwort ist es auch. Borderline ist eine Erkrankung, die sich im Wesentlichen durch Störungen im zwischenmenschlichen Bereich kennzeichnet. Dies betrifft neben vielen sozialen Aspekten auch allgemeine Zuverlässigkeit (Stichwort Vertrauen) oder sexuelle Treue (Vertrauen und Promiskuität).


    Auch wer kein Borderliner ist, kann diesbezüglich Problembehaftet sein. Und wer Borderliner ist, mag diesbezüglich auch gar keine Symptome anzeigen oder sie gut im Griff haben. Aber es gibt eine sehr starke Korrelation zwischen einer Diagnose Borderline und den diskutierten Beziehungsproblemen. Bei Borderlinern ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Vertrauen missbrauchen werden oder sexuelle Treue nicht respektieren. Sehr wahrscheinlich, nicht sicher. Das ist die Antwort auf die Frage von terra in ganz kurz. Viel ausführlicher beantwortet im Lexikontext.

    in welchem Zusammenhang Drogensucht und die mangelnde Verlässlichkeit bspw in Alltagsroutinen stehen.

    Grundsätzlich gibt es da keine zwingende Kausalität, sondern nur eine mögliche Korrelation. Nachlässigkeit im Alltag oder Verwahrlosung kann eine Folge von oder ein Indiz für Drogensucht sein, hat aber meistens ganz andere Ursachen. Und bei weitem nicht jeder Drogensüchtige verwahrlost.


    Wenn man bei einem spezifischen Drogensüchtigen jedoch beobachten konnte, dass er im Alltag mit der Zeit immer weniger den Regeln oder Gepflogenheiten folgt als er es vorher gemacht hat, dann kann man annehmen, dass dies bei dieser Person ein wiederkehrendes Muster ist. Ich halte dies also für einen spezifischen Personenkreis als einen recht guten Indikator um einen Rückfall zu erkennen, aber eher ungeeignet um eine Drogensucht als solche alleine deswegen erstmalig zu erkennen.

    Das was ich gelesen habe...die Worte, die er dieser anderen Frau geschrieben hat...die Worte, die er auch zu mir schon gesagt hat...

    Es gibt einen Unterschied zwischen vergessen und verzeihen. Vergessen können wirst du das für lange Zeit nicht, wahrscheinlich nie - aber die Erinnerung daran wird mit der Zeit verblassen. Verzeihen kannst du aber sofort, wenn du den Willen dazu hast und die Kraft dazu aufbringst.


    Dein Mann hat einen ziemlich schwerwiegenden Fehler gemacht, aber so wie du das beschreibst, hat er das erkannt und tut alles was richtig und wichtig ist, um eine Wiederholung zu verhindern. Mehr kann er jetzt nicht mehr tun.


    Ich kann mich nur noch wiederholen. Der Ball ist jetzt bei dir. Entweder nimmst du sein Angebot an oder nicht, die Entscheidung musst du treffen. Je länger du mit dieser Entscheidung wartest, desto länger wird der Schmerz andauern. Dabei ist es völlig wertfrei wie du dich entscheidest. Wichtig ist, dass du wählst. Niemand zwingt dich bei ihm zu bleiben, niemand zwingt dich zu gehen. Du alleine entscheidest, ob für dich sein Fehler verzeihlich ist oder nicht.

    Und ich gutgläubige Kuh fange schon wieder an, ihm diesbezüglich zu vertrauen. Oder zu hoffen.

    Horche in dich hinein. Wenn du es in dir findest, den Keim von Vertrauen, ein wächsendes Pflänzchen des Verzeihens, dann musst dich darauf konzentrieren dies wachsen und gedeien zu lassen. Du fütterst gerade Enttäuschung, Bitterkeit und Wut und nimmst Allem, was eine gemeinsame Zukunft ermöglichen kann, jegliche Energie.


    Du solltest auch verstehen, dass Sexsucht eine Krankheit ist, keine Boshaftigkeit oder so was. Kann man einem Menschen einen Vorwurf machen weil er krank ist? Ja, natürlich! Und zwar dann, wenn auch andere unter dieser Krankheit leiden und er sie wider besseren Wissens und vorhandener Möglichkeiten nicht behandeln lässt. Ist das bei deinem Mann der Fall?


    Natürlich kann es auch Rückfälle geben. Wie bei einem Krebskranken. Aber das weiß man ja. Deshalb beobachtet man die Krankheit und reagiert entsprechend, wenn sich ein Rückfall abzeichnet. So kann bei Sexsucht ein neuer Ausbruch mit guter Aussicht auf Erfolg verhindert werden.


    Ich habe weiter oben von einem Deal geschrieben. Mir scheint, dass dein Mann seinen Teil leistet. Nun musst du auch deinen Teil leisten.

    Entscheide dich, ob du Verzeihen willst. Wenn du das willst, kannst du das auch. Wenn dir das nicht möglich ist, höre auf dich und ihn zu quälen.

    Es gibt natürlich auch Menschen, vor allem in deinem Alter, die halt einfach Medikamente brauchen um halbwegs ordentlich schlafen zu können. Das sollte ein Facharzt beurteilen können.


    Ich würde auch gerne ganz vom Hydromorphon weg, aber mein Körper (glücklicherweise nicht meine Psyche) braucht das Zeug, damit ich halbwegs schmerzfrei durch den Tag komme. Die Reduzierung um 50% im Frühjahr habe ich letztendlich gut weggesteckt, aber auch gemerkt, dass sich meine Schmerzsituation danach leicht verschlechtert hat. Dafür bin jetzt deutlich wacher und aktiver. Ganz ohne geht jedoch (noch) einfach nicht.

    Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, und wichtiger als dein Alter ist für deine Fähigkeit mit solchen Veränderung umgehen zu können deine allgemeine Gesundheit.


    Ich habe vor einem halben Jahr mein Opioid um 50% gesenkt. Daran hatte ich ca. zwei Wochen lang ganz schön zu knabbern gehabt (kannst du in diesem Forum auch irgendwo nachlesen) aber ich habe es geschafft. Ich habe das zusammen mit meinen Ärzten gemacht - mein Hausarzt (Internist, Nephrologe) fand die Idee ganz gut, mein Onkologe hatte eher weniger Verständnis ("hat doch so gut wie keine Nebenwirkungen!"), aber beide haben mich unterstützt. Am Ende war es gut, dass ich reduziert habe, obwohl ich im Nachhinein betrachtet es besser in zwei 25%-Schritten gemacht hätte.


    Was Heilpraktiker & Co. angeht, so bin ich da grundsätzlich skeptisch (obwohl eine meiner besten Freundinnen Heilpraktikerin und Geistheilerin ist), aber ich halte es für akzeptabel, solange es um Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, usw. geht. Sobald es jedoch ernsthafte Erkrankungen betrifft, bin ich entschiedener Gegner von Naturheilkunde und Voodoo. Leider ist das wohl mittlerweile ein Glaubenskrieg und Wissenschaft gilt bei den Befürwortern von Naturheilmitteln nicht als Argument. Was ich damit sagen will - wenn du dein Befinden mit psychoaktiven Medikamenten beeinflusst, ist das m.E. kein Thema mehr für Heilpraktiker oder sowas, da müssen qualifizierte Fachärzte ran.