So, die Ärztin hat soeben angerufen. 19 Stunden nach Ergebniseingang. Wir sind entisoliert, dürfen aber bis heute um Mitternacht immer noch nicht raus.
Diese Stadt ist unfähig.
So, die Ärztin hat soeben angerufen. 19 Stunden nach Ergebniseingang. Wir sind entisoliert, dürfen aber bis heute um Mitternacht immer noch nicht raus.
Diese Stadt ist unfähig.
Seit gestern 15 Uhr warten wir auf den Anruf eines Arztes vom Gesundheitsamt. Sind naxh wie vor eingesperrt.
Wie viele Entisolierungen kann es an einem Montag in unserer Stadt bei einem durchschnittlichen Neuinfektionswert von 65 pro Tag wohl geben???
Ich weiß überhaupt nicht, wohin mit meinem Ärger.
Entschuldigung SoccerLady, aber ich habe keinerlei Verständnis mehr für die Behörden. Null.
Die einzelnen Personen können nichts dafür und sind von mir nicht einmal angemacht worden. Ich habe mich die ganze Zeit bemüht, meine Kritik zu äußern, ohne jemanden persönlich anzugreifen. Und die Informatio mit der Beschwerdestelle nehme ich dankend entgegen.
Aber dass es eine deutsche Behörde innerhalb von 1 1/2 Jahren (!!!) nicht schafft, ein funktionierendes System aufzubauen ist ein exhtes Armutszeugnis für unsere Stadt und unser Land. Würde die Wirtschaft so funktionieren, wären wir alle bankrott.
Und dass die Linke nicht weiß, was die Rechte tut, ist ebenso armselig.
Als wäre es eine große Überraschung, dass eine ganze Familie krank wird. Oder dass wir Corona nixht ohne imofubgen und dergl. dauerhaft in den Griff bekommen.
Es liegt NICHT an den einzeknen Deppen dee Bürger sondern am Versagen eines Systems, dass wir corona nicht in den Griff bekommen. Oder glaubt irgendjemand, dass in Südkorea beispielsweise die Menschen grundsätzlich vernünftiger sind als in Deutschland? Ich nicht.
Wählen tue ich von den Entscheidern jedenfalls keinen mehr.
Ich bin gerade sehr fassungslos und muss es irgendwo loswerden.
Meine ganze Familie ist an Corona erkrankt. Mein Mann zuerst, dann ich und auch meine Tochter hatte einen positiven PCR-Tests.
Wir kamen in Isolation. Seit neuestem verhängt unsere Stadt Quarantäne grundsätzlich für 3 Wochen, man kann sich aber nach 2 Wochen "freitesten". Bei meinem Mann war das frühestens ab letzten Mittwoch möglich, bei mir letzten Freitag und bei unserer Tochter seit heute (Montag).
Erste Unlogik: mein Mann sollte zum Freitesten einen PCR-Test machen lassen. Diese sollen nach RKI-Empfehlung nur bei schweren Erkrankungen gemacht werden (Krankenhausaufenthalt, Intubation). Der Test war positiv, keine Reaktion vom Gesundheitsamt, gefrusteteter Mann (der keine Symptome mehr hat).
Heute haben wir nun zu dritt versucht, uns freizutesten. Das Drive-in-testzentrum ohne Termin macht, entgegen Infos aus dem Internet, erst um 14 Uhr auf, nicht um 9. Alle anderen Testzentren brauchen Terminvereinbarungen, die sind aber erst ab Spätnachmittag verfügbar. Mein Mann flippt gerade hier aus, weint und schreit, meine Tochter sitzt verschreckt im Auto und ich versuche, eine schnelle Lösung zu finden.
Ach ja, mein Mann hat, ebenso wie ich, eine chronische Depression.
Ich zittere am ganzen Körper.
Bei Lichte betrachtet ist alles nicht schlimm. Wir fahren eben heute Nachmittag nochmal zu dem Testzentrum ohne Termin (es ist viel zu kompliziert, drei Testtermine für Schnelltests zusammenhängend zu bekommen, das überfordert mich total). Das (hoffentlich negative) Ergebnis schicken wir an eine spezielle Emailaddi unserer Stadt, dann befragt uns ein Arzt vom Gesundheitsamt (theoretisch, wann der aber anruft, steht vermutlich in den Sternen) und wenn der grünes Licht gibt, dürfen wir wieder raus.
Eine vernünftige Betreuung ist das nicht gewesen, allein ich habe drei Schreiben bekommen, die sich widersprechen (bis wann ich in Quarantäne sein soll, ab wann ich mich wie freitesten kann...), das gleiche für die Tochter.
Da weiß die Rechte nicht, was die Linke tut...
Ich verliere den Glauben an ein einigermaßen funktionierendes staatliches System. Ich habe alle Regeln eingehalten, mich verantwortlich verhalten und teilweise freiwillig isoliert um nun gefühlt im Regen stehen gelassen zu werden.
Gerade habe ich mit einer Frau vom Gesundheitsamt gesprochen und ihr die häusliche Lage geschildert (wir sind mittlerweile wieder zu Hause angekommen und haben uns erneut eingeschlossen) und Alarm geschlagen. Jetzt hat jemand vom psychiatrischen Dienst angerufen, der coronatechnisch keine Ahnung hat aber angehört hat, wie ich vor mich hinzittere. Der will sich nochmal melden.
Tochter hab ich jetzt erstmal vor den Fernseher geparkt. Mann liegt auf dem Bett und weint.
Ich muss stark sein.
Hallo Renate,
ich wünsche dir alles alles Gute und gute Besserung!
Tag 0 😔
Was mir noch aufgefallen ist: hast Du denn ungeschützten Verkehr mit ihm (gehabt)?
Würdest Du zurück kommen, ihm glauben, dass er nichts mehr macht und er lügt, riskierst du deine eigene Gesundheit (AIDS, Clamydien und was es sonst noch so gibt...) . Und auch, wenn ich zwischen den Zeilen zumindest ein weniger großes Selbstwertgefühl lese, als ich dir wünschen würde :
wie wenig ich mir selbst Mitgefühl
entgegenbringen kann. Ich habe eher das Gefühl, etwas falsch zu machen
bedenke, dass Du ein Kind hast, das im Grundschulalter ist und absolut auf dich als gesunde Mama angewiesen ist. Der leibliche Vater taucht in deinem Bericht nicht auf, daher scheint er nicht die riesengroße Rolle im Leben deines Kindes zu spielen...
Was ich damit sagen will: falls Du es dir selbst nicht wert sein solltest, auf deine Gesundheit zu achten (und ich sage damit nicht, dass es so ist, sorry, falls ich dir damit zu nahe trete!), dein Kind ist es dir bestimmt wert...
Pass auf dich und dein Kind auf. Dein Partner ist schon erwachsen und muss ab einem bestimmten Punkt selbst Verantwortung übernehmen...
Ich drücke Däumchen!
Ich glaube, ich hab mich verzählt. Ich hab das letzte Mal svV am Dienstag, 16.3.2021 gemacht. Nur damit ich es mal irgendwo aufgeschrieben habe..
Dann war Mittwoch der 29. Tag...glaubich 🥴
Suuuuuuuuuuper @SecretMe!!!!!
Egal, was jetzt kommt, du hast schon mal 600 Tage ohne svV geschafft!
Heute Tag 26
Ich habe deinen Thread eben erst gelesen.
Ich muss echt sagen "Chapeau!!! ", vor allem, was du geschafft hast.
Ja, Du brauchst Hilfe. Vielleicht kannst Du es so betrachten: hätte dein Papa es geschafft, sich früher um Hilfe zu kümmern, müsstest du jetzt vielleicht nicht für Dich Hilfe suchen...
Ich weiß, daß es im ambulanten Bereich sehr schwer ist, therapeutische Unterstützung zu bekommen. Aber vielleicht kannst du dir einen Psychiater suchen? Der kann zumindest beurteilen, ob du mit Medis Unterstützung bekommen kannst, oder ob es etwas anderes gibt, was Dir hilft (psychiatrische Pflege, Ergotherapie, Reha, Unterstützung bei der Suche nach einem ambulanten Therapeuten,...).
Wenn ich etwas aus den letzten Jahren gelernt habe, dann, dass es nicht von allein besser wird. Und im Gegensatz zu körperlichen Erkrankungen muss man bei psychischen Problemen noch viel viel resilienter sein, um Hilfe zu bekommen.
Vielleicht gibt es jemanden (Freundeskreis), der dir dabei hilft, einen Therapeuten zu suchen? Listen erstellen und abklappern, anrufen, Sprechzeiten erfahren, das kann auch jemand anderes für dich tun...
Ich drücke Däumchen!
Tag 22 ist rum.
Diese Woche hatte ich keine Therapie.. bzw. ausschließlich Ergo- bzw. Kunsttherapie. Nächste Woche wird dee Therapeut mich fragen, wie ich es geschafft habe, mich nicht zu verletzen. Ich kann das nicht beantworten. Jedenfalls nicht schlüssig für mich.
Als ich vom Supermarkt nach Hause kam fällt mir auf, dass ichs vergessen habe
Irgendwie... gut? Denke ich. Hoffe ich für dich!
@SecretMe, ich denk an dich!
Tag 21 geschafft.