Tramal ,die Arbeit,das Leben und der Entzug

  • Hallo allerseits und konichiwa !

    Teil 1


    Ich hab seit einigen Tagen sehr viel hier im Forum gelesen und mich entschlossen, mich anzumelden. Ich erhoffe mir davon sowohl Austausch, als auch "ein von der Seele reden" und Offenheit......


    Ich mache gerade einen kalten Entzug von Tramal, dass sollte ich wohl vorweg noch einmal erwähnen.


    Vielleicht erstmal kurz was zu mir......


    Ich heiße Sven und bin inzwischen über 40 :) . Ich bin Fachpfleger für Anästhesie/ Intensivmedizin und AFA....seit 20 Jahren in der Pflege tätig, davon nunmehr 15 Jahre in der Intensivmedizin. Das ist für mich tatsächlich mehr Berufung , als Beruf......will sagen ich mache es gerne und ich kann es einfach.....


    Ich bin ,abgesehen von einer echt unangenehmen Migräne kein Schmerzpatient, dennoch bin ich Tramal Abhängiger geworden. Das fing vor ca 8-10 Jahren an.


    Ich hatte zu dieser Zeit einen fetten Abszess im Oberkiefer und mich trotzdem beharrlichst geweigert zum Zahnarzt zu gehen. Warum?....tja....Angst ist da nicht einmal das richtige Wort....wenn ich auf dem Stuhl sitze, dann wackelt das Ding, so heftig schlägt mein Herz.....oder um es mal ganz hart zu sagen....ich hab kein Problem damit die Darmschlingen beim Platzbauch zu halten ,aber schon eins mich auf einen Zahnarzt Stuhl zu setzen.


    Naja so kam es dazu,dass ich mit dem Mist anfing.....Anfangs natürlich noch niedrig dosiert mit 50 mg.....über die Jahre wurde es dann mehr und am Ende war eine Flasche in 3 Tagen alle, also ein Konsum von 1000 bis 1200 mg.....fast immer in Tropfenform....und es ist echt einfach durch die Arbeit da dran zu kommen.


    Mir ist dann mit Beginn der Pandemie plötzlich massiv bewusst geworden, dass ich schwerstens abhängig bin und wollte ausschleichen aber da war die Dosis schon so hoch ,dass ich mich nicht aufraffen konnte,dazu die deutlich höhere Belastung durch die Pandemie......naja was soll ich sagen das Leben bestand nur noch aus Arbeit und zu Hause dann schlafen.....




    Am Freitag letzte Woche ist alles quasi aufgeflogen....denn wenn ich Urlaub hatte musste ich ja zusehen, dass ich versorgt bin und dass ist der Apotheke natürlich aufgefallen.

    Meine Leitung hat dann die Bestellungen mit den Dienstplänen verglichen....

    Naja es gab ein Gespräch mit der Leitung und Mitarbeitervertretung.....und das war der entscheidende Knall.....


    Und es hieß ganz klar, Entzug ,Therapie sonst Job weg.....ich weiß, dass es noch schlimmer hätte werden können. Da kam mir einfach zugute, dass ich tatsächlich einfach gut bin,in dem was ich mache....ich arbeite ständig neue Mitarbeiter ein,bin für die Geräteeinweisungen und alles was damit einhergeht zuständig (Medizinproduktebeauftragter) und nebenbei darf ich auch noch das QM machen.


    Da bin ich auch sehr froh drüber......Teil 2 folgt...

  • Teil 2


    Vorweg....in dem besagten Leitungsgespräch hab ich die Chance gesehen alles auf die Reihe zu bekommen und gleich alles zugegeben.?...

    Was ist also passiert..... ich hatte natürlich tierischen schiss vor einem kalten Entzug,was ich in dem Leitungsgespräch natürlich gesagt habe und man hat mir insofern gleich geholfen, dass ich eine Nummer für den Notfall bekam, eine Anlaufstelle für Suchtberatung und natürlich, in welches Krankenhaus ich gehen müsste, wenn es nicht anders geht.....Am wichtigsten war aber ,dass man mir vermittelt hat , man ist für mich da und ich solle mir Zeit nehmen.


    Das Wochenende war dann die Hölle....von 100 auf 0.....aber dazu später

    Ich hab mich dann sofort rausgenommen und bin Montag sofort zum Hausarzt wegen der Krankschreibung, mehr hab ich da auch nicht erwartet.

    Ich hab dasProblem geschildert, die Dosis und die Länge des Abusus und was sagt die Gute HÄ?

    "Ja ich seh da jetzt erstmal keinen Handlungsbedarf ihnen was aufzuschreiben, erstmal 2 Wochen krank und wenn's nicht geht,dann geb ich noch ne Überweisung fürs Krankenhaus mit."

    BUMMMMM

    Ich habe dann die Praxis verlassen und mich mit der empfohlenen Suchtberatung auseinandergesetzt....gleich Mittwoch einen Termin bekommen,natürlich danach die Klinik kontaktiert, wie es aussieht und was soll ich sagen....alles voll,dazu Corona, ergo alles massiv erschwert und eigentlich auch ehrlich nicht wirklich so gewollt von mir.

    Mittwoch dann zur Suchtberatung.....ein sehr sehr komischer Moment.....mit Angst und Zweifel verbunden....aber trotzdem nicht gezögert

    Gute Leute finde ich ,gutes Gespräch und auch sofort Möglichkeiten für Therapien rausgesucht, obwohl mein Berater sofort zugab, dass er mit Tramal Entzug keine Erfahrung hat,dennoch eine gute Prognose sah,FÜR eine ambulanteTherapie,da ich einsichtig bin, den Willen habe und ein gefestigt und vor allem cleanes soziales Umfeld habe, Arbeit,Wohnung, Freunde.

    Ich hab mir das Angebot ausgiebig angesehen und mich für diese Therapieform entschieden.....sozusagen berufsbegleitend.

    Hab am Montag wieder einen Termin beim Suchtberater,dann will ich das in die Wege leiten mit deren Hilfe.

    So gesehen fühle ich mich dahingehend auf dem richtigen Weg und hoffe ,dass es auch so ist.



    Das alles ändert natürlich nichts am kalten Entzug.

    Heute ist sozusagen Tag 8 ohne Tramal und ich bin nicht amüsiert über meinen Zustand, andererseits sag ich mir du bist jetzt 8 tage ohne, jetzt wieder was zu nehmen und abdosieren ist doch mist. Das würde ich echt als Rückschlag ansehen.


    Teil 3 folgt gleich

  • Teil 3



    Wie hat sich der Entzug gestaltet.?.

    Naja,über kalte Entzüge muss ich vermutlich nichts sagen, halt alles typische....

    Vllt. Muss ich auch noch was anderes vorweg schicken, denn zum Entzug gehört ja wohl absolute Ehrlichkeit, vor allem zu sich selbst.

    Ich rauche seit ca 25 Jahren und ich habe viele Jahre gekifft, immer schön bong und so,in Hochzeiten ca 2g am Tag, dann immer mal wieder aufgehört und nun seit ca 4 Jahren wieder dabei, jedoch nur Tüten und in der Form,dass es mich nicht einschränkt im Leben, sprich ich hab mich nicht abgeschottet und zugeballert, dafür gab es ja Tramal.

    Ich habe 1x im Leben Koks genommen, trinke kaum bzw sehr sehr selten Alkohol, eigentlich nur,wenn ich 1xim Quartal tanzen gegangen bin, was ja alles flach fällt derzeit....andere Medis hab ich trotz leichter Verfügbarkeit nie angetastet.....damit will ich sagen keine höherpotentigen Opiate, keine Benzos nix......nur ibu,wenn ich Migräne hab.....


    Da ich vor 6 Jahren bei deutlich geringerer Dosis Tramal schonmal kalt entzogen hatte, wusste ich was kommt und das macht natürlich übelst Angst 😱

    Ich schildere nun nur den Verlauf und möchte ganz klar sagen, dass das KEINE ANLEITUNG FÜR ENTZÜGE sein soll.

    Vor 8 Tagen ging es los.....

    Von 100 auf 0........das schlimmste konnte ich von Freitag bis Montag mit diazepam und Tavor abfangen, vermutlich, weil ich das nie genommen habe

    Tatsächlich habe ich dann am Dienstag nichts mehr davon genommen, der dumpfe Schädel ist ja grausam,den man da bekommt,davon abgesehen weiß ich um die kumulative Wirkung der benzos

    Am Mittwoch und Donnerstag hab ich dann zwischenzeitlich mal einen schluck Likör getrunken, da das aber nix brachte und ich mit Alkohol auch nichts am Hut hab, hab ich das auch gelassen, schließlich will ich nicht von einer in die andere Sucht flüchten

    Dazu kam jeden Tag Gras rauchen, interessanter Weise weniger als in den letzten 4 Jahren üblich, da konnte ich unter Tramal Problemlos 2g wegrauchen , dass ist nun ein angenehmer Nebeneffekt, dass auch das abnimmt....

    Gestern an Tag 7 hatte ich ein wenig das Gefühl, es wird besser ......zumindest körperlich ,der Geist ist da was anderes

    Ich weiß, dass ich mich ablenken muss hab auch in der Wohnung mehr als genug Baustellen, fällt mir aber noch schwer das immer anzugehen, was mich ein wenig nervt

    Ich bin noch immer in Sorge, ob der körperliche Entzug nochmal schlimmer wird, das macht mir am meisten 😱

    Corona macht es auch nicht leichter, was Ablenkung betrifft, aber ich bin auch froh erstmal 2 bis 3 Wochen nicht zur Arbeit zu müssen

  • Heute wäre also Tag8 .....

    Am schlimmsten finde ich die Schlaflosigkeit und wie schon beschrieben hab ich keine Lust mich in den Schlaf zu saufen oder zu kiffen.....und das bedeutet.?...wach wach wach.....genau darum habt ihr auch das Vergnügen soviel von mir zu lesen

    Tatsächlich gewann ich beim lesen im Forum den Eindruck, dass es gut tut, sich was von der Seele zu schreiben.

    Kann man auch als Tagebuch machen, aber meine Überlegung war, dass das vielleicht auch jemand liest und Kommunikation entsteht, darüber hinaus hab ich momentan auch das Gefühl, dass es mir gut tut.

    Sich öffnen ist ja nicht leicht, aber in Suchtproblematiken unerlässlich finde ich.

    Übrigens hab ich versucht mich mit Baldrian und Melatonin zu unterstützen, gebracht hat es mir nach 22h wach und viel Aktivität genau 2,5h Schlaf.

    Aber an der Stelle kommt leider mein seit 20 Jahren versauter Biorhythmus zum Tragen.

    Ich arbeite hauptsächlich Spät-und Nachtdienst und nach 20 Jahren Wechselschicht hat sich der Drops eh gelutscht.

    Das war für mich dann auch immer das schöne am Tramal, ich konnte dadurch schlafen, wann immer ich wollte und das fehlt natürlich.

    Den ganzen Tag vorm TV sitzen ist öde und am Rechner zocken reizt mich so überhaupt nicht, obwohl ich immer gerne gezockt hab, aber dass hat in den letzten 2 Jahren durch den so stark gestiegenen Tramal Konsum auf 0 abgenommen.

    Meinen Tage sahen eigentlich so aus.....

    Aufstehen für die Arbeit, meist ehr ein hochquälen, tramal nehmen, mit dem Rad zur Arbeit, arbeiten und da auch 2 bis 3 mal Tropfen konsumieren und immer zusehen, dass Nachschub da ist und genug für freie Tage da ist.Dann wieder nach Hause radeln (Strecke von 15 km zu jeder Jahreszeit, also 30km Rad fast täglich)

    Zu Hause dann gleich mal weiter was genommen, bissel was essen,kiffen und lustig weiter Tramal nehmen, damit ich dann nach 3 bis 4 Stunden handyspiele ins Bett huschte um so lange wie nur irgend möglich im Bett zu bleiben und zu schlafen und wieder von vorn.....

    Die freien Tage sahen dann ehr so aus , dass ich so lange wie möglich schlief und zu Verabredungen immer zu spät war ect.


    Im letzten Jahr dann kam die Pandemie und ich als Intensivpfleger mittendrin und an der Front....

    Dadurch wurde es noch viel schlimmer

    Die Arbeitstage waren wie beschrieben, aber wenn ich frei hatte, war ja alles vorbei

    Schlafen so lang wie möglich, wenn wach dann hoch, tramal nehmen, Tüte rauchen und ab ins Bett, um weiter zu schlafen. Irgendwann so 20 Uhr aufstehen, Fernsehen und essen ,wahlweise einkaufen und weiter Tramal und kiffen und Handy und TV bis morgens um 6 und dann schlafen.

    Tag ein Tag aus und daei natürlich immer größere Defizite im Haushalt und massive persönliche Vernachlässigung.

    Und wisst ihr was gut ist......es kotzt mich an und ich will das leben so nicht mehr,was mich daran erinnert jetzt immer weiter zu machen und von allem loszukommen.

    Sich selbst eingestehen,dass man am Gesäß ist und es ohne Hilfe nicht zu schaffen ist, war der erste richtige Schritt in die richtige Richtung

    Das zweite richtige war zur Suchtberatung zu gehen und sich für eine richtige Therapie zu entscheiden.

    Das wird mit Sicherheit dauern einen Platz zu bekommen, es gibt viele Süchtige und wenig Plätze, aber in der Zeit habe ich zumindest die Suchtberatung.

    Es werden schwache Momente kommen, dessen bin ich gewiss, aber ich weiß auch, dass ich stark sein werde.

    Derzeit gehe ich viel raus an die Luft....Shrittzähler kommt immer auch 20.000, wie an einem Arbeitstag.

    Ich räume jeden Tag ein bisschen mehr auf und bring die Wohnung auf Vorderman,auch wenn es null Freude macht, aber es lenkt ab

    Ich kreise mit den Gedanken garnicht so um das Tramal, wobei ich mich sporadisch erwische, dass ich im Bad stehe und denke, jetzt hättest du erstmal Tramal genommen, dann schmunzel ich kurz und sage mir,bleib hart und lache über alte Rituale

    Nein ich denke immer nur darüber nach, ob sich das schlafen je wieder einpendelt und ob ich noch immer Gefahr laufe ,wieder in diesen schlimmen körperlichen Entzug zu rutschen.

    Die Unruhe kommt und geht, die restless legs auch,schlafen ging ja nicht wirklich, drum hab ich ja auch soviel geschrieben.....ich fühl mich grad ganz ok, bin aber auch echt grad unmotiviert was zu machen.....zermürbend......also was tun?

    Ich versuche mir mal einen Plan zu machen, was ich machen sollte und führe das dann auch hoffentlich aus.

    Werd sicher wieder berichten, wie es geht.




    Falls es jemand gelesen hat und Feedback geben möchte, ich bin dankbar für Rückmeldungen, Kritik und Zuspruch.


    Bis denne svenne

  • Servus,


    ich verstehe echt nicht, warum man kalt entzieht und wenn im medizinischen Bereich gearbeitet wird, sollte das doch dann anders angegangen werden.

    Damit meine ich auch deinen Arbeitgeber, die dürften doch wissen, dass dies nicht der beste Weg ist - mal ganz davon abgesehen, dass es auch sehr gefährlich werden könnte.


    Ansonsten hört sich das alles recht gut an, aber ich frage mich schon, wie es generell weiter geht.

    Da meine ich auch den Cannabiskonsum ...!

    Es geht ja um Sucht und Suchtmittel, auch die Einnahme von Diaz und Benzos beim Entzug - irgendwie scheint es für mich nur um Tramal zu gehen?


    Ansonsten dran bleiben, das schlechte Schlafen wird vermutlich leider noch ne Zeit anhalten, aber Stück für Stück besser werden.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Danke für die Antwort.....und ich geb dir vollkommen recht, es hätte besser laufen können und ich weiß es auch eigentlich besser.


    Tatsächlich gibt's auch bei meinem Arbeitgeber eine große Psychiatrie mit Sucht Station, leider ist das mit den Einzugsgebieten etwas schwierig und ehrlich gesagt im eigenen KH entziehen......da hätte ich mehr Sorge im Kopf.....aber ich finde auch ,dass es anders besser gewesen wäre.


    Nunja, jetzt ist es,wie es ist..und ich möchte keinesfalls den Rückschritt machen,wieder etwas zu nehmen,um abzudosieren..... Ich werde Montag zum Beratungstermin gehen und zum Arzt, damit die ambulante Therapie angeleiert werden kann, muss ja alles erst bewilligt werden.

    Dann heißt es wohl warten und dann durchziehen und hart bleiben

    Was den Cannabis Konsum angeht, da befürchte ich ,werde ich diese Krücke noch mit mir rumtragen.

    Ich will mich da nicht überfordern und dadurch alles riskieren

    Aber auch in dem Punkt gebe ich dir recht, auch das sollte langfristig weg.

    Das endgültige Ziel soll ja sein, keine Drogen zu konsumieren und das ist ein langer und beschwerlicher Weg.


    Was die benzos betrifft, waren das erstmaliger Gebrauch und auch wieder bewusstes weglassen, was ich hier schon alles über benzos und Entzug gelesen habe, plus die Erfahrungen durch Arbeit, klares nein danke!


    Ich glaube man darf nicht ungeduldig werden, das man kleine Schritte macht,aber dafür beständig.

    Ansonsten ist es sicherlich der Wunsch eines jeden Abhängigen auf Knopfdruck clean zu sein.

    Ich halte mir vor Augen, dass mich mein Umfeld unterstützt und das es ein Ziel gibt, für das es sich lohnt, Entzug und Therapie und die damit verbundenen Probleme auf sich zu nehmen.


    Was das schlafen betrifft, mache ich mir keine Illusion, da sehe ich natürlich auch nach so kurzer Zeit keine Fortschritte.

    Ich bin da allerdings auch echt unsicher, wie ich das zur Zeit nehmen sollte.

    Damit meine ich folgendes.....

    Ich hab versucht wach zu bleiben, Bewegung ect.,um dann 22 Uhr ins Bett zu gehen, bin dann aber nach 2 bis3 h wach und Ende

    Andererseits hab ich mich auch hingelegt, wenn ich wirklich fast umgekippt bin, meist so 16uhr oder 17 Uhr , um dann 23 Uhr wieder wach zu sein.

    Was macht da mehr Sinn derzeit, nehmen wie es kommt oder versuchen einen Rhythmus zu erreichen?

    Letztlich erholt sich der Körper ja im Schlaf und wenn das fehlt......was ist da zielführender?


    Eine weitere Frage hat sich auch noch aufgetan....ich esse deutlich weniger, ist das für einen Entzug normal?


    Btw....Bewegung draußen könnte echt etwas unangenehm werden in den nächsten Tagen coooooooold wirds ja

    Ich werd mich sicher drüber auslassen, wie es läuft.....das hilft tatsächlich mehr, als ich annahm und möglicherweise hilft sowas ja auch anderen. Mir jedenfalls hat das sehr ausgiebige lesen der Beiträge viel gegeben und ich merkte schnell, dass ich nicht allein bin.


    Gut das es euch gibt.....ein dickes Dankeschön dafür



    Bis denn svenne

  • Hi Schwenni,


    ich habe den Entzug auch gemacht allerdings mit einer Ärztin und 2 Wochen im Krankenhaus. Von meiner Täglichen Dosis bist Du noch weit entfernt, was ich damit sagen will ist, ich habe es "geschafft" von dem Schei.. los zu kommen (letzte Tablette 14.7.2020) und deshalb schaffst Du es auch. Das mit dem schlafen wird besser, versprochen. Auch der Rest pendelt sich wieder ein, dass eine schneller das andere etwas langsamer aber es wird alles besser mit der Zeit. Mir hat eine Schmerztherapie Ärztin geholfen, ne Sie hat mich gerettet. Eventuell kommt dass ja für Dich in frage. Wenn Du fragen hast frag einfach, ich helfe Dir gern.

  • Hiho


    Danke für die Antwort :wink:

    Ich muss sagen, dass macht echt Mut.....danke dafür und echt gut,dass du das auch durchhälst !!! Respekt


    Ich habe morgen ja einen Termin beim Suchtberater, diesen, als auch meine HÄ wollte ich fragen, ob eine Begleitung durch einen Schmerztherapeuten hilfreich ist, einfach zusätzlich zur Therapie, mal sehen, was die sagen.


    Ich kann auch tatsächlich nicht meckern, eigentlich geht es mir schon deutlich besser, als noch vor einigen Tagen, körperlich fühle ich mich auch wieder etwas aktiver. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich wieder schlaffähiger werde,wenn ich zurück zur Arbeit gehe.

    Bin wegen des Schlafproblems heute früh um 7 etwas spazieren gewesen, war wirklich kaaaaalt....aber es rennen auch am Sonntag nicht so viele Menschen durch die Gegend, dass empfinde ich entspannter.

    Was mir aber aufgefallen ist, dass ich ein paar mal ein kurzes "ziehen " hatte, ähnlich wie in den ersten Tagen, nur etwas weniger ausgeprägt, schätze mal, dass wird noch häufiger vorkommen.

    Heute Abend gibt's noch eine Runde spazieren und naja.....heute ist Superbowl, da kommt mir die Schlaflosigkeit ja zu gute.

    Morgen gibt's viel zu erledigen, dass ist ablenkungstechnisch ja auch sehr gut....ich bin jedenfalls gespannt, in einem positiven Sinne.


    Ich hätte noch eine allgemeine Frage.....hab da einiges zu gelesen,dazu aber keine Erfahrung

    Wenn mir die Docs wegen der Schlaflosigkeit zopiclon bzw zolpidem anbieten, macht das dann Sinn?

    Es sind zwar keine Benzos aber wirkt ja dennoch ähnlich und bergen bei zu langer Einnahme sicher auch diverse Suchtgefahren.


    Bis denne svenne

  • Was die Schlafmittel betrifft kann ich Dir nicht helfen. Ich bin nach den zwei Wochen im Krankenhaus wieder arbeiten gegangen. Mein Chef wusste bescheit und hat sehr rücksichtsvoll reagiert. Bin Handwerker. Am besten ist wenn man etwas zu tun hat dann ist der "Affe" auch nicht so stark.

  • erstmal bin ich ja noch kzH und dafür auch dankbar,denn seit fast einem Jahr nahezu jeden Tag 8-12h mit ffp2 und3 zu arbeiten plus diese unsäglichen Müllsäcke als Schutzkleidung ,das ist echt anstrengend.....nach spätestens5 min schwitzt man wie irre und nach 30 min oder mehr im Zimmer, kann man alles komplett wechseln, weil nass.....ist ja nicht so,dass es da auch atmungsaktive Kittel gäbe,kostet nur mehr, aber das liebe liebe Geld im Gesundheitswesen ist ja wichtiger, als alles andere, davon können hier sicher einige ein Lied trällern....

    Da uu immer wieder Menschen, die zwar positiv sind und kaum noch Luft bekommen, aber trotzdem meinen, das ist ja alles quatsch......


    Sry das ist jetzt irgendwie so rausgeploppt.....

    Aber von dem Standpunkt gesehen, halte ich es für mich noch etwas verfrüht, wieder zu arbeiten, ich befürchte, das würde mich momentan zurück werfen, was ja nichtzielführend ist....und irgendwie hab ich mir da seit 15 Jahren das Gesäß abgearbeitet, da werden und müssen sie auch mal 2 oder 3 Wochen ohne mich auskommen :!:

    Es ist ja auch erst Tag 9....

    Ich finde es gut, dass es offensichtlich auch Arbeitgeber gibt, die Verständnis aufbringen und ich zieh den virtuellen Hut vor dir, dass du es schon so lange geschafft hast.

  • Also ich habe jetzt keine Antwort auf deine Fragen, weil ich keine Erfahrung habe. Ich weiß auch nicht ob meine Idee so sinnvoll ist. Vielleicht kann Franz dazu noch mal was schreiben:


    Ich hatte die Idee, dass es ja CBD Gras zum Rauchen gibt. Das rauchen Freunde von mir. Ist sicherlich besser als Cannabis. Aber ich weiß wie gesagt nicht, wie sinnvoll das ist.

  • Wenn mir die Docs wegen der Schlaflosigkeit zopiclon bzw zolpidem anbieten, macht das dann Sinn?

    Es sind zwar keine Benzos aber wirkt ja dennoch ähnlich und bergen bei zu langer Einnahme sicher auch diverse Suchtgefahren.

    Manchmal frage ich mich, welche Ärzte das tun ...??

    Natürlich gibt es medizinisch notwendige Einsatzszenarien, aber bei einem Entzug - welcher auch noch ambulant durchgeführt wird - sehe ich diese Indikation in der Regel nicht.

    Wenn du nicht schlafen kannst, aber leistungsfähig sein musst (also wegen Arbeit), dann bleibt vlt nichts anderes - aber in Hinsicht Sucht und dauerhafte Entwöhnung ist das sicherlich nicht förderlich.


    Dies gilt meiner Meinung aber für alle Stoffe, egal ob es Medikamente oder sonst was ist.

    Wenn man auf beruhigende Mittel zurückgreifen will/muss, dann würde ich aber nichts verwenden, was den direkten Vorgang des bisherigen Konsums inne hat - in dem Fall eben Gras ;)

    In so einem Fall also eher auf Tropfen und Co zurückgreifen, wenn es denn sein soll ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • aloha


    Ich kann sagen, dass meine HÄ nicht zu denen gehört, die sorglos Pillen verschreibt, darüber bin ich auch nicht böse.

    Mir wurde angeraten, mich zu bewgen,auch wenn das Wetter derzeit ja nicht uneingeschränkt zum flanieren einlädt ^^....wird täglich umgesetzt :thumbsup:

    Weiterhin meinte sie, es würde Sinn machen, wenn ich mehr spätdienst mache, wenig Nachtdienst und Frühdienst, was eigentlich schon der Realität entspricht.

    Ich mache überwiegend Spätdienst, nur 1-5 Frühdienste.....die Nächte werden sich wohl nicht reduzieren lassen,vllt ist es ja möglich nur 5 statt 7 oder 9 Nächte zu fahren.

    Momentan muss ich mich ja noch nicht drum sorgen, da kzH


    Tag11 läuft.


    Ich war ganz überrascht, in dieser Nacht doch besser und vor allem länger geschlafen zu haben. Ich war zwar echt oft wach,konnte aber recht schnell wieder einschlafen.

    Dadurch ist der Tag heute irgendwie motivierter und ich kann heute mehr angehen, als die Tage zuvor, Schritt für Schritt.

    Nächste Woche wird begonnen , in der Suchtberatung den Antrag für die Therapie zu stellen, HÄ macht dafür auch einen checkup....ich bin noch immer motiviert, hoffe auch, dass es so bleibt.


    Macht es Sinn, trotzdem zusätzlich noch einen Psychiater aufzusuchen?

    Ich weiß nicht wirklich, ob es zielführend ist, wenn dann 2 unterschiedliche Psychiater/innen dran arbeiten, dachte bisher immer, sowas macht immer eine bestimmte Person , bin in der Frage aber doch etwas verunsichert, da das meine erste Erfahrung in der Hinsicht ist.

    Ich war zwar in der Ausbildung auch auf Psychiatrie, aber ich denke in 20 Jahren hat sich da einiges verändert.


    Nun werd ich mich noch ein wenig ins Vergnügen des aufräumens stürzen und später meine Runde drehen im Schnee und schauen, was der Tag noch so mit sich bringt.


    In diesem Sinne, allen einen guten Tag und bis bald


    Schwenni

  • Macht es Sinn, trotzdem zusätzlich noch einen Psychiater aufzusuchen?

    Schaden wird es bestimmt nicht, wobei ich denke, dass man vlt gar nicht so schnell einen Termin bekommt?

    Je nachdem was für ne Art Therapie beantragt und eben auch genehmigt wird, kommt ja eher ein Suchttherapeut samt Team dann auf den Plan.


    Wenn es langsam mit dem Schlafen besser werden sollte, ist viel gewonnen :)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Danke dafür.....


    Stark bleiben ist unerlässlich sag ich mir.

    Und dabei muss ich bleiben.


    Ich wäre deutlich froher, wenn das schlafen können anhielte.

    Ich empfinde dieses gefühlte alle 10min wieder wach sein als extrem belastend und solche Nächte werden noch oft genug kommen befürchte ich,.

    Aber solange die guten Nächte wieder zunehmen, wird auch das erträglich denke ich.

    Abwarten,trinken und Geduld haben.


    Manchmal versteh ich nicht so recht, warum es bei mir diesen riesigen Unterschied zwischen meiner Geduld auf Arbeit und zu Hause gibt.

    Die Kollegen und Freunde sagen immer, ich hätte ein Gemüt wie ein Schaukelpferd und dass es echt lange dauert, bis mir der Faden reißt und zu Hause (allein) bin ich übelst ungeduldig mit allem und jedem und am Besten alles sofort und komplikationslos .

  • Aloha


    Heute ist Tag 17 und ich halte eisern durch....

    Ich war jede Woche bei der Suchtberatung und habe heute alles für den Antrag der ambulanten Therapie bekommen zum ausfüllen, was ich noch dazu beibringen muss, schaffe ich vermutlich diese Woche.

    Nächste Woche wird dann alles abgeschickt und dann heißt es warten....

    Durch die Ruhe zu Hause der Stresspegel recht niedrig und ich verspüre körperlich keine Lust auf Tramal, die Einnahme Routine fällt weg, dennoch kommt grade zur Nacht, wenn ich schlafen möchte gelegentlich der Gedanke dass das vorher einfacher war


    Tatsächlich wechselt das mit dem Schlf ziemlich....mehrheitlich schlafe ich so 2 bis 3h und das wars dann ,es gibt auch Nächte, in denen ich 8h schlafen kann, aber mit Unterbrechungen.

    Momentan fühlt sich der Schlaf auch nicht sehr erholsam an, aber nach so langer Zeit des Konsums, erwarte ich auch keine 7-Meilen-Stiefel-Schritte.

    Die Stimmung ist mal gut und mal schlecht, aber zumindest nicht komplett mies.

    Ich stelle positiv fest, dass ich mehr Konzentration habe und mehr Motivation.

    Dazu kommt,dass ich das Gefühl habe, mich mehr freuen zu können.

    Ich merke aber auch, dass ich noch emotionaler werde,als ich ohnehin schon bin.(meine ex sagte immer ich wäre emotional für uns beide :rauch: )


    Unterm Strich würde ich also sagen, es wird besser und ich geh in die richtige Richtung.


    Es wird jetzt wärmer, ein Grund mehr,sich zu freuen.

    In diesem Sinne.....schöne Woche gewünscht


    Bis denne


    hmmm.....ich hab die Antwort scheinbar nicht abgesetzt.....aber abgesehen davon das heute Tag18 ist stimmt noch alles

    Einmal editiert, zuletzt von Schwenni () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Schwenni mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • hi allerseits


    Tag 25 läuft und im groben und ganzen hab ich den Eindruck, es wird besser.

    Das schlafen ist noch weit entfernt von gut,dennoch bemerke ich, dass ich inzwischen schnell einschlafen kann, nur das durchschlafen klappt noch nicht und die Länge ist auch noch verbesserbar.

    Kleine Schritte gehen gut,hab in der Regel keinen Suchtdruck.

    Am WE musste ich meinen Rechner aufschrauben und reinigen, da bin ich sporadisch echt ungeduldig geworden unddachte dann,jetzt hättest du was genommen....gut das ich es nicht mache.

    Das hat mir aber gezeigt, dass ich mit dem Gang zur Arbeit noch etwas warten sollte.

    Was mich heute echt gefreut hat, die ambulante Therapie hat tatsächlich Plätze frei.....da muss jetzt nur der Antrag durchgehen und dann geht es los.

    Da hätte ich nicht mit gerechnet....ist ja vllt auch Pandemie bedingt, das weniger Leute in Therapie gehen.

    Es läuft zumindest weiter in die richtige Richtung und das soll auch so bleiben.

    Das bessere Wetter tut auch gut,leider geht auch die Allergiezeit los und ich erfreue mich häufiger einer laufenden Nase und heftigem niesen....aber auch das geht vorbei.

    Ich wünsche allen ein paar schöne sonnige Tage und bis bald


    Schwenni

  • Ich wünsche dir viel Kraft.

    Bei mir ist jetzt Tag 36. Es hat bei mir ähnlich lange gedauert, bis sich der Schlaf normalisiert hat. Aber mittlerweile klappt es auch mit dem durchschlafen wieder einigermaßen.

    Am WE musste ich meinen Rechner aufschrauben und reinigen, da bin ich sporadisch echt ungeduldig geworden unddachte dann,jetzt hättest du was genommen....gut das ich es nicht mache.

    Die Sucht scheint bei Menschen ganz ähnlich zu funktionieren. Bei mir ist es ähnlich, wenn etwas nicht klappt oder schwierig wird, besonders in der Beziehung, ist mein erster Gedanke immer: mit Opiaten wäre die Situation jetzt viel leichter... Bis das weg geht wird es wohl noch etwas länger dauert, wie die Geschichte mit dem Schlafen.


    Genieß das Wetter und bleib dran.

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