Guten Tag, ich würde die Geschichte mit meinem Mann von Anfang an erzählen, damit klarer ist, was ich durch gehe. Er ist ein lieber, netter und mit guten Werten und ich wollte schon damals diese Möglichkeit nicht verlieren, auch weil meine vergangene Beziehungen wirklich schrecklich waren, die Männer mit denen war waren entweder wertenlos oder nicht beständig, und ich habe mir gedacht endlich ein Mann der wirklich lieb ist. Als wir zusammen gekommen sind bin ich nach 6 Monaten zu ihm eingezogen. Schon da sind die erste Eigenheiten aufgetaucht : die Wohnung war im schrecklichen Zustand mit Zeitungen auf dem Boden, absolute Chaos. Er mit damals erklärt dass seit 4 Monaten er wieder eingezogen ist und noch nicht geschafft hat sowohl sein eigenes Bett aufzubauen - hat nämlich jede Nacht auf der Couch geschlafen, als auch sein ganzes Zeug in Ordnung zu bringen. Da ich genug Menschen kenne die unordentlich sind, fand ich das damals nicht so dramatisch und habe ich für ihn seine ganze Umzugsschachteln, die noch alles geschlossen am Boden waren, aufgemacht und für ihn aufgeräumt, und ihn aber gefragt ob er bitte ein richtiges Bett aufbauen kann. Das tat er nicht, meinte er sei müde nach dem "Küchen putzen" - eine Tätigkeit die 6 Stunden lange dauerte bei ihm, während ich nach dem ganzen Vormittag alle seine Sachen ordentlich aufgeräumt hatte. Da war schon die erste Krise, aber nach einem langen Gespräch konnte er endlich ein Bett aufbauen und wir kamen wieder in Frieden miteinander. Damals war mein Mann dabei, seinen Job zu wechseln, und ich glaubte ehrlich das sei eine einmalige Situation, weil er das auch so beschrieb und nicht als Standard in seinem Leben - Job anfangen, nach einem paar Monaten den Job verlassen, zuhause für einige Monaten und dann der nächste Job... Also das mit dem Job nahm ich gar nicht so ernst damals. Solche Situationen mit seinem Verhalten wiederholten sich aber immer wieder : ich kam teilweise nach einem langen anstrengenden Nachtdienst nach Hause und fang ihn liegend auf der Couch, während das Geschirr noch zum Waschen war... Und ich nahm automatisch auf mich die Aufgaben weil ich halt so bin: wenn ich sehe es ist Arbeit zu tun, tue ich das. Ich bin so erzogen und komme aus einer Familie, wo wir alle wirklich es gut gelernt haben, dass ohne Fleiß und ohne Arbeit im Leben du gar nicht weiter kommst.
Aber ich mach es kürzer... Mein Mann hat wie gesagt, wirklich gute Werten und mit ihm kann ich sehr gut kommunizieren über alles, ich ich bis daher mit keinem anderen Mann konnte. Er ist ein herzlicher empatischer Mensch und hat sich nach den vielen Gesprächen wirklich bemüht, was zu verändern. Wir sind jetzt seit 5 Jahren zusammen, haben letztes Jahr geheiratet und wir sind so weit, dass er wirklich teilweise sogar mehr übernimmt als ich in der Wohnung und wir ziemlich eine gute Harmonie geschafft haben. Wir haben auch so einander unterstützt, dass er um mir entgegen zu kommen sich Hilfe geholt hat und durch viel Therapie und Arztbesuche verstanden hat, dass er eine wiederkehrenden Depression hat, die ihm die ganze Lebensmotivation weg nimmt.
Ein großes Problem bleibt bestehen: sei ständiges Job wechseln mit ewigen Pausen zwischen einem Job und der nächsten. Wir sind schon bei seinem 8. Job in vier Jahren, wobei er seit zwei Monaten wieder zuhause ist, davor einem Monat gearbeitet hat, davor war er 6 Monaten zuhause. Also sein Lebenslauf ist wirklich immer so gewesen: ein paar Monaten durchgehalten, dann wieder lange zuhause. Ich habe das erst mit der Zeit verstanden, dass das wirklich ein Problem ist bei ihm, und er selbst sagt er sei traurig dass er es noch nicht geschafft hat einen guten Job zu finden wo er auch bleiben will. Er ist mittlerweile 43 Jahre alt.
Es ist so, und das Rhythmus kenne ich mittlerweile gut: wenn er arbeitslos ist, auch wenn etwas Schwermut immer spürbar ist in dem Weg, wie er sich äußert z. B. Bei der Gartenarbeit wirkt er unzufrieden, schimpft und sagt Sätze wie "Ich will mich er...schi...", erklärt wenn ich besorgt ihn frage ob er es ernst meint, dass er das nur als Witz sagt weil er ein schwarzes Humor hat - ich muss sagen, ich finde das aber nicht witzig. Aber er schafft auch wenn langsam und mit Mühe, die Hausaufgaben und das ist für mich eine extreme Erleichterung im Gegensatz zu damals.
Aber wenn er einen Job anfängt, wirkt er am Anfang glücklich, und nach einem paar Wochen ist er schon Energieleer, genervt, kritisiert mich ständig teilweise ohne Grund und sagt ständig, wie schwer das Leben sei.
Also das Gegenteil von mir, da ich einfach etwas sehe und tue, ohne dass ich mich über irgendetwas beschweren muss, auch weil ich finde wenn ich mich beschwere dann wird automatisch jede Arbeit, auch die leichteste, zum was Schwere. Das tue ich mir nicht an.
Und deshalb tut mir sein Verhalten weh und ich finde es sehr anstrengend. Es ist etwas dann passiert...
Nach vielen Gesprächen hat er sich entschieden, eine Schule anzufangen um seinen Job komplett zu wechseln. Wir hoffen damit dass durch diese Beruf Um Orientierung, alles besser wird.
Aber seit einigen Wochen gehe ich eine große Krise durch.
Nicht falsch verstehen, wir lieben uns wirklich sehr. Nun ich merke dass die Liebe nicht reicht: ich spüre ein extremes Ungleichgewicht in unserer Beziehung. Ich habe resorsen und bin immer auf meinen eigenen Beinen gewesen. Er nicht: wenn es kein Arbeitslosengeld gebe, will ich nicht wissen, wie er gelandet wäre.
Und generell kommt dazu auch das Problem, dass er immer sehr anhänglich war. Am Anfang der Beziehung, wo er mich wirklich jeden Tag öfters angerufen hatte, konnte ich nicht verstehen ob das was positives ist oder ein Zeichen dass er abhängig ist. Ich habe zu wenige Beziehung Erfahrungen und die paar die ich habe, waren nur negativ, deshalb hatte ich auch kein Vergleich.
Schon vor einem paar Jahren fragte mich mein Bruder: "Hat dein Freund keine Hobbys, da er dich ständig anruft?"... Das brachte mich zum Nachdenken, da es stimmt: selten tut er etwas für sich, die restliche Zeit kämpft er mit sich selbst wegen der Arbeitssituation oder will seine Zeit mit mir verbringen. Ich nahm das nie übel. Aber ich habe wohl hobbys, und mein Mann hat in der Zeit mir immer Vorwürfe gemacht, wenn ich z. B. von Fitnessstudio heim gekommen bin, mit Sätzen wie "Wie willst du eine Beziehung haben wenn du mir Zeit hast?".
Und das war 2 Male wöchentlich eine Stunde nach der Arbeit, und ich habe mich sogar eine Stunde weg genommen da ich dachte, vielleicht hat er recht. Aber mit der Zeit verstand ich dass es ihm nie genug war: er sagt mir heute noch immer dass er das Gefühl hat, wir seien zu wenig zusammen, tuen zu wenig miteinander... Während ich habe das Gefühl dass mein Leben sich die ganze Zeit um ihm dreht. Wenn ich zuhause bin, ist es immer da, weil er keinen Job hat. Wenn ich wohin gehe, kommt er mit, da er keine andere Hobbys hat womit er sagen könnte dass er keine Zeit hat. Ich kenne paare die sind froh wenn sie einen Tag der Woche wirklich zusammen was tun, und ich habe das Gefühl, wir machen jeden Tag was.
Ich glaube, dadurch dass er fast immer arbeitslos ist während ich in der Arbeit bin, fühlt er sich einsam und gelangweilt und deshalb ist meine Zeit für ihn, aus seiner Sichtweise, nie genug.
Er fängt die Schule an und das ist wirklich unsere letzte Hoffnung dass die Situation mit der Arbeit sich verändert. Aber es ist dazwischen in mir etwas passiert : ich war auf einer langen mehrtägigen Wanderung mit meinen Geschwister. Und da habe ich viel Zeit gehabt, um nachzudenken. Und ich habe verstanden, dass er wenn ich weg bin, mir nicht fehlt. Sondern wenn ich an ihn denke, spüre ich so ein Gewicht im Magen. Wenn ich an die Zukunft denke und fantasiere darüber wiees in einem paar Jahren sein kann, sehe ich ihn irgendwo. Ich muss mich selbst zwingen, an ihn zu denken.
Und das zu verstehen, hat mir weh getan.
Ich habe mit ihm ehrlich über das gesprochen. Es ist komisch, da bis vor dieser Wanderung, wie sogar Kinder wollten, Kind das anscheinend nicht kommen will.
Und jetzt habe ich ihm gesagt, ich würde gerne Abstand nehmen für eine Zeit, gerne auch ein ganzes Jahr, um in mir klarer zu verstehen, ob diese Ehe mir gut tut oder nicht. Er hat zuerst verständlich und liebevoll reagiert, auch wenn traurig. Dann hat er gemeint, wenn ich aein Jahr weg bin, wird er unser Haus - was wir gemeinsam gekauft haben, verkaufen. Ich will das Haus behalten, ich liebe dieses Haus, und habe das als eine Art Bedrohung genommen. Das mit den plötzlichen kurz manipulieren ist auch leider Teil von seinem Charakter.
Ich weiß selber nicht mehr wohin mit dieser Situation. Wie gesagt, die Liebe ist da, aber auch ein großes Stein im Magen. Wir haben schon alle möglichen Hilfen genommen, Paar-Beratung, Therapie, Heil Massagen etc. etc.
Er sagt, wenn ich ein Jahr weg bin ist für ihn Schluss.
Was denkt ihr über diese ganze Situation?
Ich fühle mich so alleine und gleichzeitig will ich nicht zu viel mit Freundinnen darüber reden da ich merke, ich bringe immer dieses Gewicht im Herzen mit mir und will dieses Gewicht nicht auf ihren Rücken legen.
Danke euch!
LG